10.12.2017 22:04 Uhr - Weltmeisterschaft - Christian Ciemalla

Zwölf Tore Differenz: Schweden wird Favoritenrolle gegen Slowenien im WM-Achtelfinale vollends gerecht

Erneut ein starker Rückhalt: Johanna BundsenErneut ein starker Rückhalt: Johanna Bundsen
Quelle: Marco Schultz
Spätestens mit dem Erfolg gegen Norwegen und dem damit verbundenen Gruppensieg hatte Schweden für das Achtelfinale gegen Slowenien die klare Favoritenrolle eingenommen, allerdings hatte Slowenien beim WM-Auftakt Frankreich überrascht. Ein zweiter Coup sollten Slowenien aber nicht gelingen, zu solide stand die Abwehr der Schwedinnen und dahinter agierte eine glänzende Johanna Bundsen - zum Spielende standen 19 Paraden und 48 Prozent abgewehrte Würfe für die schwedische Torfrau zu Buche. Auf der Anzeigetafel stand ein 33:21, das Ticket für Schweden ins Achtelfinale. Dort wartet nun Dänemark, das Gastgeber Deutschland ausschaltete.

Schweden legte durch Jamina Roberts und Daniela Gustin in der unruhigen Anfangsphase zunächst die ersten beiden Treffer vor. Auf beiden Seiten gab es zunächst Fehler, zudem waren die Torhüterinnen sofort im Spiel. Als Ana Gros nach über sechs Minuten den ersten Treffer für den Außenseiter erzielte, bedeutete dies den Anschluss. Doch Schweden legte in der Folge als erstes Team die Nervosität ab, auch weil die solide Deckung und die glänzende Johanna Bundsen im Tor für den nötigen Rückhalt sorgten.

Ein schwedischer Doppelschlag hatte für das 4:1 gesorgt, bevor Ana Gros den zweiten Treffer für Slowenien erzielen konnte. Schweden zog aber weiter davon: In der Offensive war das Visier nun eingestellt, immer wieder wurden mit Tempo oder Druck die nötigen Lücken in die gegnerische Deckung gerissen. Wie beim 7:2, bei dem Anna Lagerquist durch die gegnerische Deckung brach, bevor sich diese hatte formieren können. Slowenien versuchte es nach einer Auszeit über die Außen, mit Erfolg. Ein Hattrick von Alja Koren brachte den Außenseiter wieder auf zwei Tore heran.

Nun drückte Schweden auf den Buzzer, der bei dieser Weltmeisterschaft die Grüne Karte ersetzt. Nach einem kurzen Nachjustieren stand die schwedische Deckung wieder, sehenswert sorgte Natalie Hagman mit dem 10:5 wieder für eine Fünf-Tore-Führung. Slowenien lief sich immer wieder fest, eine siebte Feldspielerin sollte den Druck erhöhen. Dies gelang aber nur bedingt, bis zum 12:7 blieb der Abstand noch konstant, es folgte dann aber eine schwedische Dreier-Serie, die Johanna Westberg zum 15:7 in das verwaiste slowenische Tor abschloss.

Slowenien versuchte es weiter, Koren kreuzte in den Rückraum und traf von dort. Aber Schweden hatte immer eine passende Antwort parat, wie den abgezockten Siebenmeter von Isabell Gullden. Der letzte Treffer des zweiten Abschnitts gelang aber Slowenien, nach einem No-Look-Pass an den Kreis hatte Alja Vreck für das 18:12 gesorgt. Schweden hatte das Heft aber in der Hand, der Favorit überzeugte mit einer souveränen Spielweise und schien aus der konzentrierten Deckung heraus bei Bedarf sogar noch einen Gang hoch schalten zu können.

Auch der zweite Abschnitt begann etwas unruhig, über vier Minuten waren vergangen, als Ines Amoni den ersten Treffer erzielte. Schweden übernahm aber schnell wieder das Kommando, daran änderte auch eine frühe Auszeit der Sloweninnen nichts. Bundsen war weiterhin ein Faktor, die schwedische Torfrau parierte einen Siebenmeter und war längst in den Köpfen der gegnerischen Angreiferinnen. Eine Fünfer-Serie zum 24:14 tilgte die letzten Fragezeichen hinter dem schwedischen Weiterkommen bereits bis zur vierzigsten Minute - danach verwaltete Schweden den Vorsprung und steuerte zu einem auch in der Höhe verdienten 33:21-Erfolg.