10.12.2017 22:30 Uhr - Weltmeisterschaft - etb, dpa

"Kann meine Enttäuschung gar nicht in Worte fassen" - Erste Stimmen nach dem WM-Aus der DHB-Ladies

Katja Kramarczyk und Michael BieglerKatja Kramarczyk und Michael Biegler
Quelle: Michael Schmidt
"Ich kann meine Enttäuschung gar nicht in Worte fassen", sagte Biegler nach der 17:21 (7:11) Niederlage im Achtelfinale gegen Dänemark, die das Aus bei der Heim-Welmeisterschaft bedeutete. Wie sie sich seine Spielerinnen fühlten, dafür benötigte es keine Worte. Torfrau Clara Woltering sank enttäuscht zu Boden, ihre Teamkolleginnen winkten zum Abschied emotionslos ins Publikum. "Wir sind alle riesig enttäuscht", sagte die deutsche Kapitänin Anna Loerper. "Wir sind an uns selbst gescheitert. Wir haben eine große Chance vertan."

"Dieses WM-Ergebnis ist jetzt natürlich schlecht. Das hatte ich nicht erwartet", erklärte Biegler, dessen Team in Magdeburg vor 4.133 Zuschauern in der Offensive nie wirklich ins Spiel fand. Auch Dänemark hatte Probleme in der Offensive, glänzte vor allem in der Deckung - und hatte mit Torfrau Sandra Toft Hansen eine Trumpfkarte. "Meine Mädels haben das heute trotz ihrer Nervosität sehr gut gemacht. Trotzdem fühle ich auch mit den Deutschen", sagte der dänische Trainer Klavs Bruun Jörgensen.

"Vor zehn Jahren hatte man fünf, sechs Mannschaften, die vorne gespielt haben, die man kannte. Jetzt sieht das anders aus", verwies Jörgensen auf die größere Breite in der Weltspitze. "Jetzt spielen Polen und Brasilien President`s Cup, Ungarn ist auch raus - alles gute Nationen", erklärte der Däne. Es wirkte ein wenig wie Trost für den WM-Gastgeber. "Bei Norwegen und auch den Niederlanden wissen wir, dass sie gut sind, aber auch andere Teams haben ein gutes Niveau. Es ist immer schwer und wird auch gegen Schweden schwer", so Jörgensen mit Blick auf den Viertelfinal-Gegner, der im Parallelspiel Slowenien die Grenzen aufgezeigt hatte.

Für das DHB-Team endete die Weltmeisterschaft im eigenen Land unterdessen vor dem als Ziel ausgegebenen Final-Wochenende in Hamburg. "Ist mir zu pauschal", wies Michael Biegler die Frage ob vielleicht der Druck zu groß gewesen sei, bei Seite. Bei den Testspielen in Hamburg, Berlin und Magdeburg habe er bei seinem Team eigentlich eher Freude auf die großen Kulissen verspürt. "Wir haben heute dann auch sehr einfach geworfen, auch für den gegnerischen Torhüter - sehr einfach, strukturiert und gerade im Weg", machte der Bundestrainer viel mehr erneut die Chancenverwertung als großes Manko aus. "Mit siebzehn Toren kann man kein Spiel gewinnen. Wir hatten klare Möglichkeiten und haben die liegen gelassen", so Biegler.

Letztmals Edelmetall bei einer Weltmeisterschaft hatten die deutschen Frauen 2007 gewonnen. Damals gab es ebenso Bronze wie bei der letzten Heim-Endrunde 1997. "Ich hoffe, dass - trotz der WM-Performance die ein Nackenschlag ist - das andere nicht hinten runterrutscht", sieht Michael Biegler aber eine grundsätzliche Entwicklung. "Riesige Bereitschaft bei den Spielerinnen sich weiterzuentwickeln, trainiert werden zu wollen", lobte Biegler auch nach dem Aus und konstatierte, dass er seine Mannschaft nicht an den Punkt gebracht habe, das besser zu lösen. "Ich gehe davon, dass wir uns morgen noch einmal zusammensetzen", so der Bundestrainer, für den die Partie die letzte auf der deutschen Bank war. Im neuen Jahr übernimmt der Niederländer Henk Groener.