30.03.2007 14:06 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß - hbvf.de

Schlusslicht Göppingen will gegen amtierenden Meister Leipzig Klassenverbleib sichern

Göppingens Anna-Lena Unseld hofft auf Beistand von obenGöppingens Anna-Lena Unseld hofft auf Beistand von oben
Quelle: sportseye.de
Es mag schon beinahe abgedroschen klingen, doch selten war der Kampf gegen den Abstieg in der 1. Frauenhandball-Bundesliga so spannend wie in der zu Ende gehenden Spielzeit. Aber auch die ersten beiden Teams liegen noch punktgleich und haben heikle Aufgaben bei abstiegsgefährdeten Teams. Nürnberg muss in Ketsch (12 Zähler) ran, Leipzig nach Göppingen (11). Beide Gastgeber kämpfen noch um den Klassenerhalt, die mit den Schwaben punktgleichen Borussinnen (in Frankfurt) und Buxtehude (gegen Blomberg) ebenfalls. Das härteste Los haben in diesem letzten Vergleich sicher die Frisch Auf Frauen gezogen, zumal mit Jessica Schulz und Christine Dangel die beiden „Stars“ verletzt sind.

Morten Arvidsson (re.) möchte mit dem HCL noch an Herbert Müllers (li.) Club vorbeiziehenMorten Arvidsson (re.) möchte mit dem HCL noch an Herbert Müllers (li.) Club vorbeiziehen
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Regisseurin Schulz fehlte den Göppingerinnen bereits in der Vorwoche im Entscheidungsspiel in Dortmund. Nachdem sich Göppingen in Unterzahl einen Strafwurf erkämpft und Dangel verworfen hatte, setzte sich der BVB von 17:15 (38.) auf 20:15 (42.) ab, ein Rückstand, den die Grün-Weißen gegen einen qualitativ überlegenen Gegner nicht mehr wettmachen konnten. Dadurch hat Göppingen doch wieder die rote Laterne übernommen. Und am letzten Spieltag wartet nun ausgerechnet Leipzig, ein Hochkaräter, der sich eine Niederlage genauso wenig leisten kann. Zwar ist der Gast längst für die Meisterrunde qualifiziert, möchte aber die Chance nutzen und sich mit dem ersten Tabellenplatz eine bessere Ausgangslage erkämpfen. „Ein Abstieg der Göppinger wäre etwas schade, weil sie auch ein sehr gutes Umfeld mit vielen Zuschauern haben. Darauf können wir aber keine Rücksicht nehmen", formuliert Co-Trainer Jochen Holz den Leipziger Favoritenanspruch. Coach Morten Arvidsson bekräftigt: „Der Abstieg soll nicht durch uns entschieden werden.“

Dieser Anspruch hat zuletzt gegen Ketsch ein wenig gelitten, nur knapp entging Leipzig einer Blamage. Die Bären bewiesen Kampfgeist und brachten den HCL an den Rand einer Niederlage. „Ich hoffe sehr, dass wir Ingrida Radzeviciute und Karolina Kudlacz wieder voll einsetzen können. Ohne die beiden wäre es schwerer, weil ihre Erfahrung fehlt. Das haben wir letzte Woche gegen Ketsch klar gesehen“, analysiert Arvidsson. Derweil zeigt sich Göppingens Hagen Gunzenhauser angesichts der Besetzung des Gegners begeistert: „Am meisten beeindrucken mich Kreisläuferin Else-Marthe Soerlie Lybekk, Linksaußen Idalina Borges Mesquita und Torfrau Chana Masson de Souza“. Eine Erfahrung von über 700 Länderspielen hat der letztjährige Doubelgewinner zu bieten. Und im Göppinger Lager ist man sich bewusst, dass Leipzig keine Geschenke verteilen wird, allerdings hofft Gunzenhauser, dass angesichts der bevorstehenden Meisterrunde der Nachwuchs vermehrt Einsatzzeiten bekommt.

Vielleicht kann dies ein kleiner Grashalm sein, an dem man sich die Mannschaft nach der verspielten Möglichkeit in Dortmund noch festhalten kann. „Der Frust sitzt tief und die Aufgabe gegen Leipzig bietet nur wenig Licht am Horizont“, fasst Gunzenhauser die Lage in Göppingen zusammen. Außerdem schmerzt das schlechte Torverhältnis, das bei einem unerwarteten Erfolg gegen Leipzig alle Freude wieder zunichte machen kann, wenn die Konkurrenz ihre Aufgabe ebenfalls löst. Zu schlechter Letzt ist Göppingen personell angeschlagen: Jessica Schulz laboriert noch immer an Knieproblemen, Christine Dangel musste nach einem Trainingsunfall am Knie genäht werden und fällt wohl ebenfalls aus. Daher wird es am Samstagabend wohl der vorerst letzte Göppinger Auftritt im Oberhaus werden, nach Spielende möchte man den Saisonabschluss mit Livemusik und Cocktails feiern.