30.03.2007 13:45 Uhr - 1. Bundesliga - PM VfL Oldenburg und PM Bayer Leverkusen

VfL Oldenburg reist mit Minikader nach Leverkusen

Könnte eine Hürde höher sein? Mit nur sechs Feldspielerinnen aus dem Bundesliga-Kader reisen die Handballerinnen des VfL Oldenburg zum Titelaspiranten Bayer Leverkusen. Alles andere als ein Sieg des Tabellendritten am kommenden Samstag (19 Uhr, Ulrich-Haberland-Halle), der zwölf meist aktuelle Nationalspielerinnen im Kader weiß, wäre eine Sensation. Die Oldenburger haben dem abstiegsbedrohten Zweitligateam Priorität eingeräumt und zahlreiche Spielerinnen daher mit dem VfL II nach Berlin beordert.

VfL-Trainer Leszek KrowickiVfL-Trainer Leszek Krowicki
Quelle: Christopher Monz
Die Lage vor dem letzten Spiel der Hauptrunde ist kaum anders einzuschätzen. Zugunsten des abstiegsbedrohten Zweitligisten VfL II gibt Trainer Leszek Krowicki auch Wiebke Kethorn ab. Zudem werden Sarah Everding, Thalke Bitter und Torfrau Julia Renner aus dem Zweitligateam mit zum zeitgleich stattfindenden Spiel bei der Berliner VG reisen. Dass die nicht doppelspielberechtigte Alexandra Temp ebenso in Berlin aufläuft versteht sich von selbst: Die 24-Jährige aus dem Kader der Zweiten, die gegen Frankfurt vergangene Woche (25:30) auf rund 15 Minuten Einsatzzeit kam, wäre sonst nicht mehr für den Zweitliga-Elften spielberechtigt.

So wird das aus Kim Birke, Anna Badenhop, Jana Oborilova, Dagmara Kowalska, Kathrin Scholl und Diane Lamein bestehende (Feld-)Team mit Jugendspielerinnen ergänzt: Von den A-Mädchen können Kim Dirks und Frauke Heeren, aus der B-Jugend Kim Balthazar auf ihre ersten Bundesliga-Minuten hoffen. Die angeschlagene Magdalena Urdea wird abermals ausfallen. "Der Klassenerhalt der Zweiten hat derzeit absolute Priorität", erklärt Krowicki das Personalpuzzle. Das Team von Trainerin Heike Schmidt liegt derzeit nur ein Tor hinter dem zehntplatzierten VfL Wofsburg. Erst der Zehnte der 14er-Liga bleibt sicher in der Klasse, der Elfte muss in die Relegation.

Auch im Tor ist die Lage angespannt: Zwar wird das lädierte Knie Janice Fleischers die 28-Jährige kaum daran hindern, an ihre zuletzt guten Leistungen anzuknüpfen. Doch Heike Zornow leidet weiterhin unter Problemen am Arm. Dennoch hat Krowicki auch für die Partie gegen den EHF-Cup-Halbfinalisten selbstbewusste Ziele formuliert: "Erstens wollen wir uns anders präsentieren als im Hinspiel, als wir beim 18:31 ein Katastrophenspiel abgeliefert haben. Zweitens gilt es, uns auf die Platzierungsspiele vorzubereiten." Hoffnungen setzt der Coach in seinen Rückraum, der - Personalnot sei Dank - sich in den vergangenen Spielen immerhin einspielen durfte.

Bayer - trotz Platz drei in der Liga weiterhin mit Ambitionen auf den ersten Meistertitel seit 1987 - unterstrich mit dem Halbfinaleinzug gegen das ukrainische Team Motor Saporoshje (25:23 nach 26:27-Auswärtsniederlage) und am Mittwoch im Nachholspiel bei der HSG Blomberg-Lippe (39:24) seine Klasse. Von den Gastgeberinnen darf man dagegen ähnliches wie beim 24:39 Sieg am Mittwoch in Blomberg erwarten: "Wir wollen uns taktisch natürlich weiter entwickeln, es geht um den Feinschliff für die weiteren wichtigen Aufgaben", so Trainerin Renate Wolf. In Blomberg wechselte Wolf unter anderem bei Zeitstrafen konsequent ihre Torhüterin gegen eine siebte Feldspielerin.

Vor einem Trainingsspiel mit Bundesligarahmen brauchen sich die Fans aber ganz sicher nicht fürchten. "Wir wollen nicht rumeiern und haben wie immer in einem Heimspiel die Verpflichtung, von Anfang an Vollgas zu geben. Ich bin froh, dass die Mannschaft in Blomberg gezeigt hat, dass sie gut drauf ist. Nun wollen wir unseren Fans zum Abschluss der Hauptrunde noch einmal schönen Handball zeigen", so Wolf weiter.

Anpfiff der Partie Bayer 04 Leverkusen gegen VfL Oldenburg ist in der Ulrich-Haberland-Halle am Samstag um 19 Uhr.