09.12.2017 12:00 Uhr - Weltmeisterschaft - etb

"Schönes Gefühl, wenn man dann hält": Dinah Eckerle im Interview

Dinah EckerleDinah Eckerle
Quelle: Michael Schmidt
Mit einer 23:31-Niederlage gegen die Niederlande beendete Deutschland die Vorrunde auf Rang drei hinter Serbien und den Niederländerinnen. Es war zugleich der erste WM-Auftritt für Torhüterin Dinah Eckerle bei diesem Turnier. Bundestrainer Michael Biegler brachte sie in den Schlussminuten für einen Siebenmeter und Eckerle zahlte das Vertrauen sofort zurück und parierte den Wurf. Nach dem Spiel beantwortete sie die Fragen von handball-world...

Hallo Dinah, wie sieht dein Fazit zum Spiel aus?

Dinah Eckerle:
Wir haben in der Deckung gar keinen Zugriff bekommen in der ersten Halbzeit, in der zweiten war es etwas besser. Wir haben in der ersten Halbzeit 18 Tore bekommen, das ist viel zu viel. Wir haben im Angriff auch unsere Sachen nicht spielen können, wie wir uns das vorgenommen haben. Wir wollten das schnelle Spiel der Holländerinnen unterbinden, dieses druckvolle nach vorne spielen. Dann kommen sie natürlich mit einer riesen Euphorie und sie haben natürlich die individuelle Klasse, ihre Chancen zu nutzen. Da konnten wir heute in keinster Weise dagegen stehen.

Du bist dann zu deinem ersten Kurzeinsatz gekommen, als das Spiel bereits entschieden war, konntest jedoch sofort eine Ausrufezeichen setzen. Wie war das für dich?

Dinah Eckerle:
Beagle meinte nur Dinah, beim nächsten Siebenmeter kommst du. Da dachte ich, gut, versuche ich auch mal mein Glück. Es ist natürlich ein schönes Gefühl, wenn man das erste Mal auf der Platte steht und den dann auch hält. Ich glaube, dass Beagle mir den Siebenmeter ein bisschen geschenkt hat. Da vorher noch kein Siebenmeter gehalten wurde, hat er mich noch als Option gehabt.

Ist es problematisch, wenn man fast 60 Minuten auf der Bank sitzt und dann quasi kalt aufs Parkett muss?

Dinah Eckerle:
Beim Siebenmeter kommt das häufiger schon mal vor, dass man da zum Schluss noch mal reinkommt. Ich bin ja auch noch jung, da ist die Gefahr, dass ich mich verletze nicht so hoch.

Du wurdest ja jetzt zu diesem Spiel nachnominiert, warst du eigentlich überrascht, nicht von Anfang an mit im Aufgebot zu sein?

Dinah Eckerle:
Überrascht war ich nicht, ich habe damit gerechnet. Man ist natürlich ein bisschen enttäuscht, dass man nicht von Anfang an dabei ist, aber da Beagle von Anfang an so mit mir kommuniziert hat, dass ich auf jeden Fall noch spielen werde, war das für mich vollkommen in Ordnung und jetzt ist es ja so weit. Mir war klar, dass er am Anfang nur zwei Torhüterinnen nominieren wird und das hat sich dann schon angedeutet. Ich kann es auch nachvollziehen, mit erfahrenen Torhüterinnen in die Vorrunde zu gehen.

Welche Chancen rechnest du dir persönlich aus für mehr Spielanteile?

Dinah Eckerle:
Ich hoffe erst mal, dass wir am Sonntag weiterkommen, weil sonst habe ich gar keine Chance mehr zu spielen. Deswegen müssen wir gucken, was für die Mannschaft das Beste ist. Wir müssen die Leistung abrufen, die wir abrufen können. Das ist das allerwichtigste am Sonntag.