05.12.2017 23:00 Uhr - Weltmeisterschaft - red

WM kompakt: Deutschland und sieben weitere Teams definitiv im Achtelfinale

Die "Ladies" des DHB-Team gaben den ersten Punkt ab, haben das Achtelfinale aber sicherDie "Ladies" des DHB-Team gaben den ersten Punkt ab, haben das Achtelfinale aber sicher
Quelle: Michael Schmidt
Neben Gastgeber Deutschland, der heute gegen Serbien im dritten Spiel den ersten Punkt abgab, haben sich bereits sieben weitere Teams vorzeitig für das Achtelfinale der Weltmeisterschaft der Frauen qualifiziert. Titelverteidiger Norwegen landete am Dienstag in der Gruppe B mit einem 35:20 gegen Polen genauso den dritten Sieg im dritten Spiel wie Olympiasieger Russland in der Gruppe C beim 24:16 gegen Brasilien. Drittes Turnierteam mit einer weißen Weste ist Rumänien. Der EM-Fünfte kam in der Gruppe A zu einem 19:17 gegen Spanien und verfügt damit ebenso über 6:0 Zähler wie die beiden Topfavoriten.

Für die Teams mit 4:2 Punkten beginnt unterdessen das Rechnen. In der Gruppe D sind die Niederlande auf der sicheren Seite, sollten sie gegen Serbien und Deutschland verlieren, könnten entweder Kamerun oder China zwar an Punkt gleich- aufgrund des verlorenen Direktvergleichs aber nicht vorbeiziehen. Anders verhält es sich bei Korea, das bei einer morgigen Niederlage gegen Kamerun sowie einer Niederlage gegen Serbien und einem Erfolg Kameruns gegen China theoretisch von den Afrikanerinnen noch abgefangen werden könnte. In der Gruppe A gilt für Frankreich und Spanien in der Gruppe A das gleiche wie für die Niederlande, nicht aber für Slowenien - das mit einer Niederlage gegen Paraguay theoretisch ebenso wie in der Gruppe D Korea noch in Bedrängnis kommen könnte.

In der Gruppe D gab Gastgeber Deutschland heute nach einem Thriller gegen Serbien den ersten Punkt ab - die Chancen auf den Gruppensieg sind aber weiter intakt. Zunächst geht es morgen gegen das bislang sieglose China, zum Abschluss steht das Spitzenspiel gegen die Niederlande auf dem Plan. Die Niederländerinnen haben nach der überraschenden Auftaktniederlage gegen Korea unterdessen in das Turnier gefunden, gegen Kamerun gab es heute den zweiten Sieg. Korea fuhr mit dem 31:19 gegen China ebenfalls die Punkte drei und vier ein - morgen kommt es zum direkten Duell der beiden punktgleichen Kontrahenten.

Das Biegler-Team war in der Anfangsphase hellwach. Nach einem Raketenstart zum 5:1 (9.) nahm der WM-Zweite von 2013 eine frühe Auszeit und dem DHB-Team damit etwas den Wind aus den Segeln. "Nach dem starken Start haben wir uns verunsichern lassen", monierte Biegler. Gegen die fortan aggressiver deckenden Serbinnen gab es kaum noch ein Durchkommen. Beim 7:7 (18.) war die Partie ausgleichen, in der Folge lief das DHB-Team einem Rückstand hinterher. Zwölf Minuten vor Schluss gelang dann endlich der Ausgleich, dreißig Sekunden vor dem Ende hatte das Team bei Führung Ballbesitz - doch nach abgepfiffenem Zeitspiel kam Serbien noch zum 22:22-Ausgleich. "Wir sind generell enttäuscht", sagte Kapitänin Anna Loerper - trotz des sicheren Einzugs ins Achtelfinale.

Die Niederlande taten sich beim 29:22 gegen Kamerun über weite Strecken überraschend schwer und verloren vorne zahlreiche Bälle. "Das wichtigste war es, das Spiel zu gewinnen und alle Spielerinnen fit für morgen zu haben", zeigte sich Trainerin Helle Thomsen betont gelassen. Im ersten Spiel des Tages setzte sich Südkorea mit 31:19 gegen China durch und holte sich den zweiten Sieg bei dieser WM. "Wir haben viele junge Spielerinnen eingesetzt. Ich bin mit ihrer Leistung sehr zufrieden", sagte Koreas Trainer Jae Won Kang.

In der Gruppe A gibt Rumänien den Ton an, im letzten Spiel des Abends lieferte das Team um die achtfach erfolgreiche Cristina-Georgiana Neagu den Spanierinnen eine echte Abwehrschlacht, sie hielten den Gegner bei 17 Toren und legten so den Grundstein für den 19:17-Erfolg, der mit einer Dreier-Serie nach dem 16:17 in den letzten Minuten sicher gestellt wurde. Zuvor hatte Slowenien nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit und einem 15:15-Pausenstand das Team aus Angola im zweiten Abschnitt mit 32:25 distanzieren können - bis zehn Minuten vor dem Ende hatten die Afrikanerinnen noch gehofft, dann aber ging die Kraft aus. Bei Frankreich verlief der erste Abschnitt gegen Paraguay trotz einer 14:10-Führung nicht nach Plan, Trainer Krumbholz schickte sein Team nach kurzer Ansprache zurück zu Sprintübungen in die Halle - und das weckte den Favoriten: Im zweiten Abschnitt setzte es dann ein 21:3 zum 35:13-Endstand.

In Bietigheim-Bissingen bot die Gruppe B heute unterdessen torreiche Partien, gleich vier Teams durchbrachen die Dreißig-Tore-Marke. Ungarn steuerte nach einem 18:7 zur Pause zu einem souveränen 33:15 gegen Argentinien und fuhr damit die ersten Punkte des Turniers ein. Morgen gegen Polen sollen die nächsten folgen. Das Team von Leszek Krowicki hat ebenfalls zwei Punkte auf der Habenseite, gegen Norwegen gab es heute eine deutliche 20:35-Niederlage, der Favorit kam ins Laufen und ließ sich nicht aufhalten. Spannend war es bei Schweden gegen Tschechien, beide Teams erzielten mehr als dreißig Tore, Schweden hatte dabei mit 36:32 die Oberhand und fügte dem Gegner die erste Turnierniederlage zu. "Ich denke, dass Schweden uns in der zweiten Halbzeit physisch und taktisch überflügelt hat", brachte der tschechische Coach Jan Basny den Spielverlauf in seiner Analyse auf den Punkt.

Während die Gruppen A und B morgen einen Ruhetag einlegen, spielt neben der deutschen Gruppe in Leipzig auch die Gruppe C in Oldenburg am morgigen Mittwoch. Russland hat bereits vor dem Duell gegen Japan das Ticket in das Achtelfinale sicher, gegen Ex-Weltmeister Brasilien wurde mit einer starken Deckung ein 24:16 (14:7) eingefahren - vollends zufrieden war Trainer Evgeni Trefilov aber auch nach dem dritten Sieg seines Teams nicht. Dänemark fuhr am Abend ein souveränes 37:19 (15:6) gegen Tunesien ein und steuert ebenfalls in Richtung Achtelfinale, mit einem Sieg gegen Brasilien kann dies morgen bereits perfekt gemacht werden. Dänemark hatte zum Auftakt gegen Montenegro verloren, heute war Montenegro bei der Sensation dann auf der anderen Seite: Gegen Japan setzte es überraschend ein 28:29 - der Ausrichter der nächsten Weltmeisterschaft hält so die Chancen auf das Weiterkommen aufrecht - morgen geht es zunächst gegen Russland, am Freitag könnte das Ticket dann aber mit einem Sieg gegen Tunesien gelöst werden.

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