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05.12.2017 10:20 Uhr - Weltmeisterschaft - Julia Nikoleit

"Es kommt nicht auf persönliche Befindlichkeiten an": Dinah Eckerle im Interview

Dinah Eckerle (Mitte) Dinah Eckerle (Mitte)
Quelle: Michael Schmidt
Wenn Clara Woltering oder Katja Kramarczyk bei dieser WM den Platz zwischen den Toren einnehmen, bleibt Dinah Eckerle (zunächst) nur die Zuschauerrolle. Die 22 Jahre alte Torhüterin des Thüringer HC ist der Backup für die beiden erfahrenen Keeperinnen und steht daher aktuell nicht im Kader von Bundestrainer Michael Biegler. "Das ist natürlich kein schönes Gefühl, wenn man selbst nicht spielen kann", gesteht Eckerle ein, betont jedoch auch: "Wir müssen versuchen, das Beste für die Mannschaft rauszuholen; da kommt es nicht auf persönliche Befindlichkeiten an."

Dinah, als dritte Torhüterin stehst du derzeit nicht im WM-Kader. Wie erlebst du die Spiele von der Tribüne aus?

Dinah Eckerle:
Wir haben natürlich versucht, als Team hinter dem Team eine Wand zu sein - und die Mannschaft zu unterstützen, Stimmung zu machen und vielleicht auch die Halle ein bisschen mitzureißen. Beim ersten Spiel hat man die Anfangsnervosität noch gesehen, aber gegen Südkorea waren wir dann im Spiel und haben uns in einen Flow gespielt. Wir konnten uns auch nicht mehr auf den Plätzen halten (schmunzelt). Es war ein sehr, sehr schönes Erlebnis in der Halle

Was hat aus deiner Sicht schon gut geklappt?

Dinah Eckerle:
Die Abwehr stand nach den ersten zehn Minuten sehr gut, Katja hat sehr gut gehalten und hat die Mädels von hinten heraus unterstützt. Sie hat der Mannschaft Sicherheit gegeben. Wenn man hinten die Sicherheit hat, läuft es vorne meistens auch gut. So sind wir dann ins schnelle Spiel gekommen und das war überragend mitanzusehen.

Wie schwer ist es für dich, nicht eingreifen zu können?

Dinah Eckerle:
Das ist natürlich kein schönes Gefühl, wenn man selbst nicht spielen kann - und auch nicht eingreifen kann, wenn es vielleicht mal nicht so läuft. Wir müssen hinter der Mannschaft stehen - wir sind alle ein Team und haben einen riesigen Teamgeist. Wir müssen versuchen, das Beste für die Mannschaft rauszuholen; da kommt es nicht auf persönliche Befindlichkeiten an.

Du fühlst dich also trotzdem zur Mannschaft zugehörig - auch, wenn du nicht spielst?

Dinah Eckerle:
Auf jeden Fall! Da ist keine Abgrenzung, wir sind eine Mannschaft und unterstützen uns, wo es nur geht.

Wie sieht der WM-Alltag für dich aus?

Dinah Eckerle:
Es ist logisch, dass die Spielerinnen, die nicht spielen, mehr Training haben. Das ist auch wichtig, damit wir fit bleiben. Wir haben meistens als Mannschaft nur 50 Minuten Training, in denen nur Taktik gemacht wird. Da wird nicht viel auf Athletik und individuelles Training eingegangen. Daher ist es wichtig, dass wir Extra-Training haben. Das macht Michael Biegelr auch sehr gut, er achtet da sehr drauf. Gestern hatten wir zum Beispiel zweimal Training.

Und am Spieltag seid ihr bei der Mannschaft?

Dinah Eckerle:
Ja, da sind wir voll mit dabei und unterstützen von draußen.

Michael Biegler hat im Vorfeld der WM angedeutet, dass er eventuell noch einen Tausch vornimmt. Rechnest du damit, noch zum Einsatz zu kommen?

Dinah Eckerle:
Ich denke, da müssen wir abwarten, wie die Spiele laufen. Katja und Clara sind in bestechender Form und da wird Michael Biegler gucken, was das Beste für die Mannschaft ist. Wenn es das Beste für die Mannschaft ist, mich nicht einzuwechseln, ist das so und dann muss ich damit klarkommen - und das werde ich auch. .

Es ist nach der WM 2015 und der EM 2016 dein drittes Turnier als dritte Torhüterin. Wirst du langsam ungeduldig?

Dinah Eckerle:
Nein, nicht unbedingt. Natürlich möchte ich immer spielen, aber ich weiß, dass ich noch ganz, ganz viele Jahre vor mir habe. Klar ist eine WM im eigenen Land ein Riesenereignis, da will jeder spielen, aber ich habe mit der Nationalmannschaft noch ganz viel vor mir. Ich mache mir da keinen Stress.

Stichwort "Riesenereignis": Wie erlebst du die Stimmung in der Arena?

Dinah Eckerle:
Die Stimmung war gegen Südkorea schon richtig gut. Am Anfang war es vielleicht noch etwas verhalten, aber als die Halle gemerkt hat, was für ein Teamgeist in der Mannschaft steckt und wie jede für die andere kämpft, da ist das Publikum mitgegangen. Da war eine Bombenstimmung!

Das klare Ziel für das Turnier heißt "Finalrunde in Hamburg". Wie präsent ist das schon in den Köpfen?

Dinah Eckerle:
Hamburg ist die ganze Zeit präsent. Das ist das Ziel, was wir uns gesteckt haben. Dennoch gucken wir von Spiel zu Spiel. Wir haben noch drei Vorrundenspiele, die wir möglichst erfolgreich bestreiten wollen und dann haben wir noch zwei schwere Schritte vor Hamburg. Da darf man sich nichts vormachen. Daher sind wir auch gut beraten, von Spiel zu Spiel zu denken.





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