04.12.2017 17:02 Uhr - Weltmeisterschaft - etb

"Jeder springt in die Bresche, wenn nötig": Julia Behnke im Interview

Julia BehnkeJulia Behnke
Quelle: Michael Schmidt
Julia Behnke zeigte im Spiel gegen Südkorea eine gute Leistung in der Abwehr und konnte auch im Angriff überzeugen. Dort war sie sicher im Torabschluss und verwandelte alle vier Würfe. Ihre eigene Performance stellt sie jedoch in den Hintergrund: "Es geht ja nicht um Einzelleistungen, sondern um das Beste fürs Team", betonte die Kreisläuferin. Im Interview sprach sie über die ersten beiden WM-Spiele, die Unterstützung durch die Zuschauer und die kommenden Aufgaben mit den Ladies...

Mit vier Punkten aus zwei Spielen ist der Turnierstart durchaus gelungen. Seid ihr jetzt endgültig in der WM angekommen?

Julia Behnke:
Ich glaube, das erste Spiel war ein typisches Eröffnungsspiel, also noch ein bisschen holprig. Aber auch da haben wir uns hinten raus gefestigt. Klar waren noch viele Unkonzentriertheiten dabei. Gestern war es von Anfang an ein kämpferisches Spiel. Da konnte man den ersten Schritt von uns in die richtige Richtung sehen. 4:0 Punkte - das ist natürlich der Start, so wie wir ihn uns gewünscht und vorgestellt haben.

In den ersten zehn Minuten gegen Südkorea lief es noch nicht ganz so rund. Macht euch so etwas nervös und bringt euch ins Grübeln?

Julia Behnke:
Ein Spiel geht 60 Minuten, das haben glaube ich schon alle von uns sowohl in die eine als auch die andere Richtung erlebt. Nichtsdestotrotz war uns klar, dass wir einen Zahn zulegen müssen. Das ist das Schöne an dieser Mannschaft: Wenn einer einen vielleicht mal nicht so guten Tag erwischt hat, dass wir dann eine geschlossene Einheit werden und jeder in die Bresche springt, wenn es nötig ist.

Was war deiner Ansicht nach ausschlaggebend für den Sieg gegen Südkorea?

Julia Behnke:
Ich glaube, die aggressive Deckung, die wir dann hingestellt haben. Wir wussten von vornherein, dass sie individuell vor allem im Eins-gegen-Eins sehr stark sind. Wenn aber eine von uns ausgetanzt wurde, dann stand die Nächste da und hat geholfen. Selbst wenn dann mal ein Ball aufs Tor ging, dann stand Schülki da und hat uns auch noch mal geholfen. Ich glaube diese Konzentriertheit in der Deckung und dieses Zusammensein war dann der Schlüssel.

Inwieweit haben euch die Zuschauer in der Halle und die gute Stimmung nach vorne gepusht?

Julia Behnke:
Das ist der Wahnsinn und emotional gibt einem das einfach nochmal einen Schub. Vor allem wenn dann so eine klare Situation war bei einem schönen Tor, bei einem gehaltenen Ball, bei einem abgefangen Ball in der Deckung - das ist schon Wahnsinn, wie die Kulisse dann lebt. Das gibt uns ein super Gefühl und treibt uns auch nach vorne an.

Im letzten Spiel wurdest du erst später eingewechselt und hast dann eine 100-prozentige Trefferquote gehabt. Auch in der ersten Partie begann erste Jenny Karolius. Wärst du gerne schon von Anfang an auf der Platte?

Julia Behnke:
Das ist ganz egal. Da geht es ja nicht um Einzelleistungen, sondern um das Beste fürs Team. Ich glaube Jenny Karolius und ich sind da echt ein gutes Duo am Kreis. Da ist das ganz egal zu welcher Minute man kommt. Sobald man auf dem Feld steht, gibt man einfach 100 Prozent.

Am Dienstag geht es für euch nun gegen Serbien, am Mittwoch ohne freien Tag dazwischen gegen China. Wie sieht da die Vorbereitung aus?

Julia Behnke:
Natürlich wird das körperlich ein bisschen anstrengender jetzt ohne den Tag Erholung. Aber ich glaube wir sind gerade medizinisch und physiotherapeutisch gut aufgestellt. Da gilt es trotzdem zu Regeneration zu kommen und ich glaube, da macht Beagle einen guten Plan, damit wir frisch in beide Spiele kommen.

Was steht an so einem spielfreien Tag wie heute für euch auf dem Programm?

Julia Behnke:
Wir haben heute Morgen ein bisschen länger schlafen können, dann den Pressetermin. Die Mädels, die noch nicht im Kader sind, hatten schon eine Einheit. Dann haben wir freiwillig Kraft oder Stabi gemacht. Da konnten wir uns aussuchen, was der Körper braucht nach so einer Zeit. Nach dem Mittagessen gibt es heute Abend dann noch mal eine gemeinsame Trainingseinheit und dann geht es morgen richtig los.