27.03.2007 13:00 Uhr - 1. Bundesliga - Nina Wörz - handball-world.com

Sabine Englert: "Ziel der Mannschaft ist es, die Champions League zu gewinnen!"

Mit Torhüterin Sabine Englert von Bayer Leverkusen wechselt zur kommenden Saison noch eine Nationalspielerin ins Ausland. Doch die 25-Jährige wechselt nicht wie viele ihrer Kolleginnen nach Dänemark, sie wird in der neuen Saison das Trikot des österreichischen Serienmeisters Hypo Niederösterreich tragen. Nina Wörz sprach für uns mit Sabine Englert, die bereits seit 2001 in der Nationalmannschaft spielt und in 107 Länderspielen auch zwei Tore erzielen konnte, über ihre Entscheidung und den Traum, trotzdem irgendwann in Dänemark zu spielen.

Sabine EnglertSabine Englert
Quelle: Michael Heuberger

Sabine, Du warst jetzt vier Jahre in Leverkusen, wenn Du auf die Zeit zurückblickst, was wirst Du am meisten vermissen?

Sabine Englert:
Ich denke, ich werde Einiges vermissen. Meine Freunde, das Torwart-Training bei Andreas Thiel. Vieles vermisst man erst, wenn man es nicht mehr hat.

Du hast Dich unter mehreren Angeboten (auch aus Dänemark) für Hypo Niederösterreich entschieden. Warum?

Sabine Englert:
Hypo hat sich als erster Verein bei mir gemeldet. Ein Wechsel innerhalb von Deutschland kam für mich nicht in Frage. Nach mehreren guten Gesprächen habe ich mich dann für Hypo entschieden. Die Angebote aus Dänemark kamen leider erst, als ich schon unterschrieben hatte. Aber mein Traum ist und bleibt Dänemark!

Was reizt Dich an Hypo?

Sabine Englert:
Der Reiz an Hypo ist, bei einem Top-Verein in Europa mit vielen guten Spielerinnen aus verschiedenen Ländern (u. a. Korea, Brasilien) zu spielen. Das Ziel der Mannschaft ist, die Champions League zu gewinnen.

Was denkst Du was Dich dort sportlich erwartet?

Sabine Englert:
Ich werde mich auf jeden Fall darauf einstellen müssen jeden Tag zweimal zu trainieren. Als Torwarttrainerin werde ich jetzt Tanja Dshandshgava haben.

Wie haben Deine Familie und Deine Freunde Deine Entscheidung aufgenommen?

Sabine Englert:
Viele waren überrascht, dass ich zu Hypo wechsel, da mein Traum ja eigentlich Dänemark ist. Aber meine Familie steht voll hinter mir. Natürlich haben sich schon viele angemeldet, die mich in Wien besuchen wollen, da Wien ja eine schöne Stadt ist.

Weißt Du denn schon, wer dort Dein neuer Trainer wird?

Sabine Englert:
Nein, ich weiß noch nicht, wer mein neuer Trainer wird, da Ryan Zinglersen ja leider nach Dänemark zurückgeht.

Wieso ist es nur ein Ein-Jahres-Vertrag geworden?

Sabine Englert:
Hypo hatte mir offen gelassen, für wie viele Jahre ich unterschreiben möchte. Da habe ich mich erst mal für ein Jahr entschieden, weil ich erst mal schauen möchte, wie mir das Ausland bekommt.

Warst Du schon mal in Wien?

Sabine Englert:
Vor zwei Jahren hatten wir mit der Nationalmannschaft ein Turnier in Wien. Aber da hab ich nicht viel von der Stadt gesehen.

Was sind Deine sportlichen Ziele für die neue Saison bei Hypo?

Sabine Englert:
Ich weiß zwar noch nicht genau, wer nächste Saison mit mir im Tor stehen wird, aber ich will mich als Nr. 1 durchsetzen und natürlich weiterentwickeln.

Ein paar Worte zum 4-Nationen-Turnier in Riesa im März...

Sabine Englert:
Wir haben uns im Verlauf des Turniers gesteigert und der Sieg im letzten Spiel gegen Russland war natürlich eine gelungene Revanche für die Halbfinal-Niederlage in Schweden.

Was glaubst Du, wie das Zuschauerinteresse im Österreichischen Handball, oder gerade in Hypo sein wird? Anders als in Leverkusen?

Sabine Englert:
Bei den Ligaspielen denke ich, werden wir meist eine fast leere Halle haben, da die Spiele für die Zuschauer nicht wirklich interessant sind, aber bei den Spielen in der Champions League, ist die Halle eigentlich immer ausverkauft.

Da Hypo in der Liga ja kaum gefordert wird, wirst Du viel durch Europa reisen, um nieveauvolle Freundschaftsspiele zu absolvieren. Stört Dich das nicht, wenn Du so viel unterwegs bist?

Sabine Englert:
Klar wird es für mich eine Umstellung sein ständig durch die Gegend zu reisen, aber so weit sind die Wege nach Ungarn oder Slowenien ja auch wieder nicht.

Wen oder was wirst Du am meisten in Leverkusen/Deutschland vermissen?

Sabine Englert:
Meine Familie und meine Freunde werde ich bestimmt vermissen, aber es gibt ja Telefon und Internet.

Vielen Dank für das Interview und viel Glück für die letzten Spiele mit Bayer Leverkusen und für die Zeit bei Hypo Niederösterreich.


Sabine Englert im EM-Halbfinale gegen Russland
Photo: Michael Heuberger