03.12.2017 21:58 Uhr - Weltmeisterschaft - etb

Bärenstarke Kramarczyk bringt die Wende und hält Deutschland den Sieg fest

Katja Kramarczyk erwies sich nach ihrer Einwechslung als sicherer RückhaltKatja Kramarczyk erwies sich nach ihrer Einwechslung als sicherer Rückhalt
Quelle: Michael Schmidt
Vor 5794 Zuschauern holte sich Deutschland im zweiten Spiel den zweiten Sieg. Gegen Südkorea stand am Ende ein 23:18 (11:10) auf der Anzeigetafel. Besonders die Abwehr und die dahinter stehende Katja Kramarczyk konnten überzeugen. Im Angriff zeigte Friederike Gubernatis ihre Klasse und traf sieben Mal das Tor und wurde dafür als Spielerin des Spiels ausgezeichnet.

Südkorea war von Beginn an der erwartet schwere Gegner. Gleich im ersten Angriff holten sie sich einen Siebenmeter heraus, da Mansson bei der Abwehraktion im Kreis stand. Diesen verwandelte Eun Hee Ryu zum 1:0. Kang legte nach, ehe Nadja Mansson aus dem Rückraum zum 2:1 abzog. Doch Südkorea agierte clever. Von außen traf Lee, Loerper hatte auf der Gegenseite die richtige Antwort parat. Es lief bei den Ladies allerdings weder vorne noch hinten rund in der Anfangsphase, sodass sich Korea zunächst auf 5:2, dann auf 6:3 absetzen konnte.

Nach und nach kam Deutschland besser ins Spiel. Gubernatis und Loerper konnten im Angriff wichtige Akzente setzen und verkürzten auf 8:6. Kramarczyk, die für die glücklose Woltering eingewechselt wurde, konnte sofort zwei wichtige Würfe parieren, was Gubernatis mit ihrem dritten Tor für den Anschluss zum 8:7 (16.). nutzte. Lee konnte Kramarczyk erst sechs Minuten später überwinden, doch auch die deutschen Frauen blieben ohne Torerfolg, sodass es 9:7 (22.) stand. Als auf der Gegenseite ebenfalls ein Siebenmeter gegeben wurde, stellte Svenja Huber den Anschluss wieder her.

Nach einem Schrittfehler der Koreanerinnen passte Mansson den Ball zu Julia Behnke an den Kreis, die erstmalig in dieser Partie beim 9:9 für den Ausgleich sorgte. Katja Kramarczyk parierte einen Siebenmeter und abermals Behnke warf ihr Team in der 27. Minute in Führung. Nach einem Ballgewinn verpasste es Angie Geschke jedoch auf zwei Tore Abstand zu erhöhen. Ryu musste nach einem Zusammenprall mit der eigenen Torhüterin zur Behandlung vom Feld getragen werden. Trainer Jae Won Kang drückte auf den Buzzer und rief sein Team zusammen, um die letzten achtzig Sekunden der ersten Halbzeit zu besprechen. Als Gubernatis wegen Ziehens am Trikot für zwei Minuten das Spielfeld verlassen musste, glich Harang Jo aus. Noch 14 Sekunden waren auf der Uhr als sich auch Michael Biegler für eine Auszeit entschied. Mit Erfolg, denn Nadja Mansson netzte zur 11:10-Pausenführung ein.

Über drei Minuten dauerte es bis Sim den ersten Treffer in Durchgang zwei markierte. In der Abwehr kam nun auch die nachnominierte Alicia Stolle zum Einsatz. Als Sim eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe erhielt, nutzte Friederike Gubernatis den Platz und sorgte für die 12:11-Führung. Kang glich jedoch sofort wieder aus, aber auch Angie Geschke war sicher im Abschluss. Svenja Huber lief einen Gegenstoß und brachte ihre Mannschaft erstmalig mit zwei Treffern in Front. Stolle musste nun ebenfalls für zwei Minuten auf die Bank, den Siebenmeter brachte Korea allerdings nicht im Tor unter, denn dort stand Kramarczyk bereit. Erst beim nächsten Versuch vom Siebenmeterstrich konnte Lee den Wurf verwandeln.

Die Ladies zeigten eine starke Deckung und ging im Angriff dynamisch Richtung Tor. Gubernatis stellte auf 15:13, Korea blieb aber dran. Erneut Gubernatis und im Anschluss Huber - Deutschland führte beim 17:14 (45.) erstmals mit drei Treffern. Kang nahm die nächste Auszeit und die Koreanerinnen verkürzten auf zwei. Die Ladies hatten nun aber in ihr Spiel gefunden. Erst zog Smits aus dem Rückraum ab, dann Stolle. Mit 19:15 führten die deutschen Frauen in der 48. Minute. Kramarczyk hielt ihren Kasten sauber, doch Huber traf beim nächsten Siebenmeter nur die Latte. Auf der Gegenseite bekam Stolle ihre zweite Zeitstrafe, sodass es im Fünf-gegen-Fünf weiterging. Biegler beschwerte sich im Anschluss über ein nicht gegebenes Foul und so kam noch eine Zeitstrafe gegen die Bank hinzu. Deutschland stand nur noch mit vier Spielerinnen auf dem Feld.

In dieser Situation nutze Mansson ihre Größe, fing einen Pass ab. Jo ging Gubernatis von der Seite an, die nächste Zeitstrafe. Es wurde hektisch auf dem Spielfeld mit ständig wechselndem Ballbesitz. In Überzahl sorgte Gubernatis mit ihrem siebten Treffer für die 20:16-Führung in der 54. Minute. Behnke stellte mit dem 21:17 die Weichen auf Sieg. Michael Biegler entschied sich in der 57. Minute für ein Time-Out. Erneut Behnke, Kramarczyk mit der nächsten Parade und Angie Geschke netzte zum 23:17 ein. Am Ende siegten die Ladies mit 23:18.