02.12.2017 14:58 Uhr - Weltmeisterschaft - PM Veranstalter

"Nicht komplett aber wettbewerbsfähig" - Frankreich hofft auf "Heimspiele" in Trier

Franzi Garcia und Megane Vallet beim Ticketverkauf in MetzFranzi Garcia und Megane Vallet beim Ticketverkauf in Metz
Quelle: Veranstalter
Frankreich ist bereit für die Frauen-Handball-Weltmeisterschaft und die Vorrundenspiele in Trier: Am Donnerstagabend reiste der Topfavorit auf den Sieg in Gruppe A in Trier an, nachdem man einen Tag zuvor im finalen Test in Metz mit 30:18 gegen Angola gewonnen hatte - einen der fünf Vorrundengegner in der Arena Trier. Am heutigen Samstag (18 Uhr) geht es los gegen Slowenien, am Sonntag spielt die Equipe Tricolore gegen den Afrikameister.

Beim Testspiel gegen Angola war auch das Trierer WM-Organisationskomitee vor Ort, um Werbung für die Spiele in der Arena zu machen. Die Französin Megane Vallet war bei ihren Landsleuten eine gefragte Gesprächspartnerin, Maskottchen Hannibal und WM-Mitarbeiterin Franziska Garcia waren ebenfalls in Metz - wo auch gleich Karten für die französischen WM-Spiele verkauft wurden.

Erfolgreich, denn in Trier wird Frankreich fast so etwas wie Heimspiele haben. "Am Samstagabend werden mindestens 500 französische Fans in der Arena sein. Im Schnitt kommen rund 300 bis 400", weiß Vallet. Für die Abendsession am Samstag (Frankreich gegen Slowenien um 18 Uhr und Angola gegen Spanien um 20.30 Uhr) wird es wohl keine Sitzplatzkarten mehr an der Tageskasse geben, Stehplätze sind noch vereinzelt vorhanden. Die Arena rät, sich zuvor online unter www.arena-trier.de zu informieren, ob es noch Karten gibt. Insgesamt sind mittlerweile über 16.500 Karten verkauft.

"Natürlich drücke ich Frankreich die Daumen. Sie werden in der Vorrunden definitiv unter den ersten Zwei abschneiden, für mich ist die Mannschaft sogar ein ganz klarer Kandidat fürs Halbfinale", sagte Ex-Mieze Vallet, die vor ihrer Zeit in Trier französische Jugend- und Junioren-Nationalspielerin war. Und auf wen sollten die Trierer Fans im französischen Team besonders achten? "Torfrau Amandine Leynaud ist Weltklasse, das gleiche gilt für Linksaußen Siraba Dembele und die Linkshänderin Alexandra Lacrabere", sagt Vallet, die anfügt. "Aber generell lebt Frankreich von seiner tollen Abwehr."

Zudem meldete sich genau rechtzeitig zum WM-Start ein weiterer Topstar fit: Allison Pineau, Welthandballerin des Jahres 2009, zweifache Vize-Weltmeisterin, Olympiazweite, und, und, und. "Mit ihr haben wir im Angriff und in der Abwehr viel mehr Optionen", sagt Trainer Olivier Krumbholz. Und der wollte nichts dem Zufall überlassen: Vor zwei Wochen weilte Krumbholz fast zwei Tage in Trier, um alles genau zu inspizieren: Hotel, Arena, Trainingsmöglichkeiten, nun fiebern er und sein Team dem Auftakt gegen Slowenien entgegen. Denn das große Ziel heißt WM-Medaille. "Unsere Mannschaft ist nicht komplett, aber wettbewerbsfähig. Wir haben hohe Ambitionen, unser Ziel heißt Hamburg, also das Halbfinale", sagte Krumbholz.

Vor allem vor den beiden letzten Vorrundentagen hat er Respekt: "Da spielen wir innerhalb von 22 Stunden gegen Spanien und Rumänien - die alles entscheidenden Spiele, da müssen wir physisch topfit sein." Diese physische Präsenz inklusive einer herausragenden Defensive hat die Equipe Tricolore 2016 eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Bei Olympia in Rio gab es die Silbermedaille und wenige Monate später EM-Bronze in Schweden. Und so will man die WM auch nutzen, um beste Werbung für die nächste EURO zu machen, die 2018 in Frankreich ausgetragen wird. "Deutschland kann und soll ein Sprungbrett sein", sagt Krumbholz.

In Trier hat sich unterdessen auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer als Besucherin für den heutigen Samstag angekündigt. Am Montag wird Dreyer auch beim offiziellen Empfang der Stadt Trier für die Mannschaften und Offiziellen in den Viehmarktthermen vor Ort sein. Zum Ende der Trierer WM-Woche am Freitag, 8. Dezember, wird der slowenische Botschafter zur Partie seiner Mannschaft gegen Spanien erwartet. Auch der Präsident des Welthandballverbands IHF, Hassan Moustafa, hat sein Kommen angekündigt. Der Termin ist allerdings noch offen. Die Mannschaft Paraguays wurde bei ihrer Ankunft am Frankfurter Flughafen vom Botschafter ihres Landes empfangen.