badfetish.org tryfist.net trydildo.net

25.03.2007 16:46 Uhr - 2. Bundesliga Nord - Ole Rosenbohm

Höchster Saisonsieg beim 30:18 gegen Magdeburg – Oldenburg fehlt noch ein Tor zum rettenden Ufer

In der Aufholjagd im Abstiegskampf der Zweiten Liga Nord setzte der VfL Oldenburg II am Sonntag gegen den HSC 2000 Magdeburg eine neue Marke: Mit 30:18 (15:7) wurde der höchste Saisonsieg eingefahren, die 19:31-Hinspielniederlage – eine der schwächste Leistungen der aktuellen Spielzeit – ist damit egalisiert worden. Zum ersten sicheren Nichtabstiegsplatz und Tabellenzehnten VfL Wolfsburg fehlt dem Team von Trainerin Heike Schmidt nur noch ein Tor.

Sarah Everding erzielte zehn ToreSarah Everding erzielte zehn Tore
Quelle: Heiner Lehmann/sportseye.de
Die Voraussetzungen waren für beide Teams durchaus ähnlich. Sieben Spielerinnen (Renner, Bitter, Temp, Kethorn, Everding, Birke und Badenhop) hatten auch tags zuvor mit der Ersten des VfL gegen Frankfurt gespielt, auf Magdeburger Seite waren Meier, Schröder, Pruß und Seeger am Samstag für das Regionalliga-Team im Einsatz. Doch die zumeist bieder spielenden Gäste, die sich mit ihrer Aufholjagd nach der Verpflichtung von Trainer Helmut Röder im November bereits allen Sorgen entledigt haben, hielten gegen den hochkonzentrierten VfL nie mit.

"Mitschreiben brauch ich bald wohl nicht mehr", scherzte Oldenburgs Betreuerin Helga Lütje, die ganze fünf technische Fehler der Gastgeberinnen für ihre Statistik notierte. Doch vor allem in der Abwehr zeigte das Team eine erstaunliche Leistung. "Oldenburg hat so gespielt, wie ich es mir vorstelle: Hinten aggressiv, zupackend und dann mit feinstem Tempohandball", meinte Röder frustriert. Trotz dieser Abwehrleistung kassierte der VfL Ii nicht eine einzige Zeitstrafe. Schon nach sieben Minuten und vier erfolgreichen Tempogegenstößen hatte sich der VfL II auf 5:1 abgesetzt.

Nur nach dem Wechsel stockte das von Sarah Everding und Alexandra Temp im Aufbau hervorragend organisierte Angriffsspiel kurz. "Da haben wir zu wenig Druck aufgebaut", sagte VfL-Trainerin Heike Schmidt, die früh das Augenmerk auf einen hohen Sieg legte: "Nun fehlt uns nur noch ein Tor zum Zehnten VfL Wolfsburg. Das Torverhältnis könnte in der Endabrechnung entscheidend sein." Magdeburg hielt bis zur 46. Minute einen Sieben-Tore-Rückstand, doch nach dem Treffer Katharina Wießners zum 14:21 zog Oldenburg auf und davon.

So kam der HSC nicht in sein Spiel: Technische Fehler, Blöcke des VfL oder Paraden der gut aufgelegten Torfrau Julia Renner zerstörten die Magdeburger Bemühungen. Auf der anderen Seite kombinierte sich der VfL II mit schnellem Direktspiel in erster und zweiter Welle zu Toren. Ines Gümmer auf der rechten Außenbahn erzielte zumeist so sieben sehenswerte Treffer. "Alle hatten Spaß, das hat uns beflügelt", schwärmte Schmidt von "zum Teil wunderbaren Konzeptionen".

In die Karten spielte dem VfL aber der Gegner. Keine Spielerin, mit Ausnahme der Torfrauen, konnte an die Leistungen der Siege gegen Wismar und Greven anknüpfen. Tore, wie das Christin Wesemeyers mit einem Verzweifelungswurf unter Zeitdruck zum16:27 (54.), entstanden mehr und mehr zufällig. "Wir haben uns hier richtig blamiert", fand Röder, der erstmals in seiner HSC-Zeit alle Spielerinnen zum Einsatz brachte, kritische Worte zur Einstellung seines Teams, fügte aber selbstkritisch an: "Auch ich habe wohl die falsche Ansprache gewählt. Ich ärgere mich über die Spielerinnen, aber auch über mich selbst." Manager Andreas Werft flüchtete sich in Galgenhumor: "Das war ein verdienter Sieg für Oldenburg. Nur nicht in der Höhe – aber das muss ich ja wohl sagen."

Der VfL II überzeugte indess in allen Mannschaftsteilen, verfiel "nie in Hektik" (Lütje) und feierte einen Riesenschritt Richtung Ligaverbleib. "Der Spieltag ist sensationell gut für uns gelaufen. Dieses Spiel war richtungweisend, doch gerettet sind wir noch nicht", warnte Schmidt davor, die Nichtabstiegsfete schon zu planen. Denn bereits am kommenden Samstag (19.30) steht bei der Berliner VG ein ganz schwieriges Spiel an. Auch deshalb, weil auch die Bundesliga-Mannschaft des VfL zeitgleich in Leverkusen antritt. Zwei Einsätze an einem Wochenende sind für die in Frage kommenden Spielerinnen sind damit ausgeschlossen.



cs