12.11.2017 19:57 Uhr - Champions League - dpa, red

Thüringer HC verpasst vorzeitige Hauptrundenqualifikation

Herbert MüllerHerbert Müller
Quelle: Hans Joachim Steinbach
Der Thüringer HC hat den vorzeitigen Einzug in die Hauptrunde des Champions League verpasst. Die ersatzgeschwächten Gastgeberinnen verloren am Sonntag ihr vorletztes Gruppenspiel in der Nordhäuser Wiedigburshalle gegen den norwegischen Meister Larvik HK mit 22:25 (10:14). Beste THC-Werferin war Iveta Luzumova (7/3).

Dennoch kann der THC nach der vierten Niederlage noch auf ein Weiterkommen hoffen. Denn nach dem 31:27-Erfolg im Hinspiel haben die Schützlinge von Trainer Herbert Müller das direkte Duell gegen Larvik für sich entschieden. Am letzten Spieltag trifft der THC allerdings auswärts auf den souveränen Tabellenführer HC Vardar und muss hoffen, dass Larvik zeitgleich beim Tabellenzweiten FTC-Rail Cargo Hungaria keinen Punkt holt. Sollte es gegen den THC laufen, würde er international im EHF-Cup weiterspielen.

"Wir haben zu viele Chancen liegen gelassen. Ich mache meinem Team keinen Vorwurf, sie haben alles gegeben. Wir werden die Entwicklung in der Champions League jetzt so nehmen wie sie kommt. Wir werden auf jeden Fall weiter international dabei sein", sagte Müller.

Vier Tage nach dem bemerkenswerten 29:22-Sieg in der Bundesliga gegen den deutschen Meister SG Bietigheim konnte die Müller-Sieben nicht an diese Leistung anknüpfen. Vor allem im Abschluss offenbarten die Gastgeberinnen große Schwächen, nicht mal die Hälfte aller Würfe konnte der THC im ersten Durchgang in Tore ummünzen. Zudem waren die Angriffsaktionen relativ ausrechenbar, brachten wenig überraschende Momente. Auch das taktische Mittel der siebten Feldspielerin brachte keinen Erfolg für das Müller-Team, vielmehr kam Larvik zu einfachen Treffern ins leere THC-Tor.

Beide Mannschaften konnten ihren ersten Angriff nicht ins Ziel bringen. Larvik konnte per Tempogegenstoß mit 1:0 in Führung gehen. Postwendend erzielte Luzumova im Eins-gegen-Eins den Ausgleich. Das Spiel entwickelte sich von Anfang an zum Kampfspiel. Die Führung wechselte mehrmals. Nach einer Zeitstrafe gegen Kerstin Wohlbold konnte Morena Lima de Araju die Gäste erstmals mit zwei Treffern in Führung bringen (2:4 / 6. Minute).

Die Thüringerinnen taten sich schwer gegen Larviks offensive Abwehr. Beate Scheffknecht scheiterte aus dem Rückraum mehrmals an Torfrau Guro Rundbraten. Diese entschärfte auch beim Stand von 3:6 einen Strafwurf von Iveta Luzumova. Trainer Herbert Müller zog in der 13. Minute die Notbremse und nahm seine erste Auszeit (3:7).

Torhüterin Jana Krause hielt ihre Mannschaft mit grandiosen Paraden im Spiel. Im Angriff klappte gar nichts. Herbert Müller wechselte die Taktik, schickte eine siebte Feldspielerin auf die Platte. Anika Niederwieser erlöste ihre Mannschaft nach zehn torlosen Minuten und traf zum 4:7. Die Abwehr des Thüringer HC stand stabil und sicher. Jana Krause entschärfte weiterhin immer wieder hochkarätige Chancen. Der Thüringer HC kämpfte um den Anschluss, aber zunächst blieb es beim Abstand von vier Toren. (7:11 / 21. Minute). Nun nahm auch Larvik seine erste Auszeit. Doch dies war mehr ein Weckruf für den deutschen Vizemeister. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff verwandelte Iveta Luzumova per Siebenmeter zum 9:11. Larvik fing sich wieder und die Thüringerinnen haderten erneut mit ihrer Abschlussschwäche. Die Norwegerinnen konnten durch drei Treffer in Folge ihre Führung wieder auf 14:9 ausbauen. In die Kabinen ging es mit 10:14.

Lydia Jakubisova eröffnete die zweite Hälfte mit einem Treffer von Rechtsaußen. Der THC zeigte weiterhin im Angriffsspiel eine schwache Leistung. Dadurch konnte der Abstand nicht verkleinert werden. Lavrik konnte die Führung sogar auf 17:11 ausbauen. Den Kampfeswillen könnte man den THC-Frauen nicht absprechen. Josefine Huber traf im Nachwurf per Heber zum 14:18 (40. Minute). Die norwegische Kreisspielerin Morena Lima de Araujo konnte sich immer wieder stark in Szene setzen. Sie erzielte das 20:15 für ihre Mannschaft. Der THC schaffte es einfach nicht den Abstand zu verkürzen. Großchancen wurden reihenweise vergeben. Im Tempogegenstoß, nach einem klugen Steal, verkürzte Kapitänin Kerstin in der 49.Minute auf 18:21. Daraufhin nahm Larviks Trainer Tor Odvar Moen seine nächste Auszeit. Kurz darauf scheiterte Iveta Luzumova an der starken Torhüterin Guro Rundbraten. Im Gegenzug erzielte Emilie Christensen das 22:18 für Lavrik. Im nächsten Angriff erhöhte sie sogar auf fünf Tore. Die Thüringerinnen gaben sich aber nicht auf. Beate Scheffknecht erzielte im Eins-gegen-Eins das 19:23. Danach lief Kerstin Wohlbold einen Tempogegenstoß, Jana Krause parierte sensationell und schickte Josefine Huber ebenfalls zum Tempogegenstoß - da waren es nur noch zwei (21:23 / 57. Minute).