24.03.2007 07:14 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß - hbvf.de

Richtungweisende Partie im Abstiegskampf: Dortmund gegen Göppingen

FA-Schlüsselspielerin Jessica Schulz konnte aufgrund einer Knieverletzung nicht trainierenFA-Schlüsselspielerin Jessica Schulz konnte aufgrund einer Knieverletzung nicht trainieren
Quelle: sportseye.de
Am Samstagabend steigt in der Dortmunder Sporthalle Wellinghofen ein entscheidendes Spiel am unteren Ende der Tabelle. Göppingen tritt an und Dortmund kann nur deswegen mit einem Sieg noch den Klassenerhalt schaffen, weil die Truppe von Thomas Happe zuletzt in Ketsch ein Unentschieden holte. Göppingen hat bereits am vergangenen Sonntag mit dem Heimsieg gegen Oldenburg die Tür zu den Play-offs weit aufgestoßen und könnte mit einem Erfolg sogar vorerst die Abstiegszone verlassen. Der Unterlegene dieser Partie muss wohl den Weg in die Zweitklassigkeit antreten, da die Schwäbinnen aufgrund ihres Torverhältnisses einen schweren Stand haben. Anpfiff der wichtigen Kellerpartie ist am frühen Samstagabend um 19 Uhr.

Der BVB stellt trotz Absteigskampf zwei Spielerinnen der Nationalmannschaft, hier: Svenja SpriesterbachDer BVB stellt trotz Absteigskampf zwei Spielerinnen der Nationalmannschaft, hier: Svenja Spriesterbach
Quelle:
Die Gäste aus Göppingen haben in dieser Partie einen ganz kleinen psychischen Vorteil: Sie haben zwei Punkte mehr als die Gastgeberinnen. Außerdem feierten die Schwäbinnen zuletzt nach einer Energieleistung gegen Oldenburg einen Heimsieg. Doch gerade auswärts tritt das Team von Hagen Gunzenhauser selbstbewusst auf und ist oft unberechenbar. „Göppingen ist noch körperbetonter, noch kompakter als Ketsch“, redet auch Dortmunds Coach Thomas Happe den Gegner seiner Mannschaft stark.

Doch das Bundesligateam aus dem „Pott“ ist selbst mit guten Einzelspielerinnen besetzt. Friederike Lütz und neuerdings auch Svenja Spriestersbach haben den Sprung in den Kader der Nationalmannschaft geschafft, neben ihr gibt es mit Hrabovska, Fiedel und Pusic drei weitere Shooterinnen. Aber es läuft nicht, das Spiel in Ketsch am vergangenen Samstag brachte den ersten Auswärtspunktgewinn der gesamten Saison. Thomas Happe hat acht neue Akteurinnen integrieren müssen. Eine schwere Aufgabe, die offenbar noch immer Probleme macht: Die Zuordnung in der Deckung und die Chancenauswertung machen dem BVB zu schaffen. Hinzu kommt, dass die meisten Dortmunderinnen gerade „entweder im Abitur oder im Prüfungsstress“ stehen. „Meine Spielerinnen haben den Kopf nicht frei“, sagt Happe. Dennoch geht der BVB optimistisch in den vielleicht vorerst letzten Kampf der 1. Bundesliga mit realistischer Gewinnchance. „Wir gewinnen, weil wir wissen, dass es unsere letzte Chance ist“, gibt sich Thomas Happe in einem Interview mit der Westfälischen Rundschau kämpferisch. Zudem baut er auf die Leistungsbereitschaft seiner Spielerinnen und nicht zuletzt auch auf das Publikum. „Ich rechne mit vielen Schlachtenbummlern vom Fußball, da kein Ligaspiel ist“, rechnet auch Göppingens Gunzenhauser mit guter Unterstützung für die Gastgeber.

Die Frisch Auf Frauen möchten sich allerdings von der erwarteten Kulisse nicht beeindrucken lassen. „Die Möglichkeit, die Klasse zu halten, möchten wir nutzen“, so der FA-Trainer. Zwar mag der Moment der Verkündung des Wechsels von Tine Dangel nach Thüringen am Dienstag unglücklich gewählt gewesen sein, aber die Stimmung im Göppinger Lager scheint weiterhin gut. Und das obwohl die Grippe kranke Dangel noch immer nicht ganz fit ist und Jessica Schulz aufgrund ihrer leichten Knieverletzung nicht trainieren konnte. Kraft spenden werden beide Spielerinnen, Dangel will bis zum Ende „alles für Frisch Auf geben“ und auch ihre Mannschaftskolleginnen haben beim Sieg gegen Oldenburg bewiesen, dass sie noch an sich glauben und sich aus schwierigen Situationen befreien können.

Auf beiden Seiten sind es Hoffnung und Zuversicht, die die Teams am Leben erhalten. Bei Dortmund hat der „nur“ einfache Punktgewinn zwar einen kleinen Dämpfer verursacht, aber BVB-Coach Happe schaut nach vorn: „Es hat keinen Sinn, dem einen Punkt nachzutrauern, schließlich ist rechnerisch noch alles möglich.“ Beide Mannschaften haben einander in der Vorbereitung auf dieses Entscheidungsspiel, das keines werden soll, genauestens studiert. Sicherlich ist mit einem nervösen Beginn dieser so wichtigen Partie zu rechnen. Im Vorteil wird dasjenige Team sein, das als erstes die Unsicherheiten ablegen kann.