04.11.2017 13:51 Uhr - DHB-Pokal - PM Vereine, red

Bietigheim muss im Pokal "Topleistung abrufen", Dortmund "das erste Mal Außenseiter"

Kim NaidzinaviciusKim Naidzinavicius
Quelle: wolf-sportfoto.de
Nach dem Heimerfolg über die Vipers Kristiansand in der EHF Champions League, geht es für den Deutschen Meister der Handball Bundesliga Frauen (HBF), die SG BBM Bietigheim, an diesem Sonntag nun im DHB-Pokal weiter. Im Achtelfinale treffen die SG BBM-Frauen um 16 Uhr in der Sporthalle Wellinghofen auf die Handballerinnen des BV Borussia 09 Dortmund.

Das Ticket für das Achtelfinale sicherte sich das Team von Trainer Martin Albertsen Anfang Oktober beim mühelosen 41:16-Erfolg über Drittligist HSV Gräfrath Solingen. In ähnlich souveräner Manier qualifizierten sich auch die Handballerinnen des BVB für die Runde der letzten Sechszehn. Ebenfalls spielfrei in Runde eins, schlug die Mannschaft von Trainer Ildikó Barna in der zweiten Runde des Pokals Drittligist Füchse Berlin mit 35:10. In der Liga steht das Team aus dem Ruhrgebiet nach fünf Spielen und 7:3 Punkten derzeit auf dem fünften Tabellenrang.

"Wir gehen das erste Mal in der Saison wirklich als Außenseiter ins Spiel, die Mädels können befreit aufspielen", sagt BVB-Trainerin Ildiko Barna. Trotzdem: Gegen einen offenen Spielverlauf, womöglich noch mit Happy-End würde sich bei der Borussia niemand wehren. "Das wird aber sehr schwierig. Wir müssen hinten hellwach und aggressiv sein und Bietigheim so zu Fehlern zwingen", weiß Barna. Nun ist das eine Herangehensweise, die pauschal erstmal vielen Gegnern Probleme bereiten würde, ein Aspekt hebt die SG BBM aber auf ein ganz anderes Niveau: "Sie haben einen sehr großen Kader mit vielen gestandenen und wirklich guten Spielerinnen", verrät Barna.

Und deshalb spielen die Schwäbinnen einen einfachen und genau deshalb sehr erfolgreichen Handball: Jede Position, natürlich insbesondere die drei im Rückraum strahlt konstant Torgefahr aus, viele Bewegungen und Auslösehandlungen zielen darauf ab, individuell starken Spielerinnen wie Karolina Kudlacz-Gloc oder Kim Naidzinavicius das bisschen Platz zu verschaffen. Und wenn eine Akteurin mal einen nicht so guten Tag erwischt hat, kommt eben eine andere, die eine ähnliche Qualität auf die Platte bringt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Partie schon nach einer kleinen Schwächephase gelaufen sein könnte - es gilt also, zu jedem Zeitpunkt hellwach zu sein.

SGBBM-Sportdirektor Gerit Winnen freut sich auf das Aufeinandertreffen im Pokal: "Das Erreichen des Olymp Final-Four in Stuttgart ist eines unserer Saisonziele. Um gegen die starke Dortmunder Mannschaft bestehen zu können, müssen wir eine Topleistung abrufen."

Eine kleine Unbekannte ist bei Albertsens Team noch die Champions League, für die man sich in der vergangenen Saison als deutscher Meister ohne Punktverlust mehr als souverän qualifizierte. Die Dreifachbelastung aus Liga, Pokal und eben dem europäischen Wettbewerb ist Neuland, sicherlich reisen die Gäste nicht vollkommen regeneriert ins Ruhrgebiet. Es bleibt abzuwarten, ob und wann dieser Aspekt am Sonntag in dieser doch noch recht frühen Phase der Saison eine Rolle spielt. Am ehesten wohl in einer ausgeglichenen Schlussphase. Damit es so weit kommt, müssen die Schwarzgelben mit dem heimischen Publikum im Rücken schon eine Leistung nah an ihrem Optimum zeigen.

Barna jedenfalls ist überzeugt, dass ihre Schützlinge der deutschen Übermannschaft einen harten Kampf liefern werden: "Natürlich hätte es auch einfachere Lose geben können, aber wir wollen und werden unseren Zuschauern eine Top-Leistung und ein tolles Spiel bieten", gibt die Ungarin zu Protokoll. Und wer weiß, vielleicht gibt es für die Bietigheimerinnen in Dortmund dann ja ein Déjà-vu, denn vor zwei Jahren war für die Enztälerinnen in Dortmund Endstation.