23.10.2017 15:49 Uhr - 1. Bundesliga - HBF

HBF kompakt: Bietigheim siegt in Champions League, Neckarsulm holt die ersten Punkte

Selina Kalmbach (Neckarsulmer Sport-Union)Selina Kalmbach (Neckarsulmer Sport-Union)
Quelle: Karl-Heinz Leitz
In der Champions League feierte Bietigheim seinen ersten Sieg, der Thüringer HC musste sich gegen Favorit Budapest nur knapp geschlagen geben. Im EHF-Pokal entschied die TuS Metzingen das Rückspiel in Blomberg knapp mit 28:27 für sich und sicherte sich so den Einzug in die nächste Runde. Buxtehude schied aufgrund der Auswärtstoreregel denkbar knapp aus. In der Bundesliga hatte das Top-Trio bereits am Mittwoch die weiße Weste verteidigt, lediglich die TusSies hatten diese durch das 30:33 beim THC eingebüßt. Am Wochenende verlor Verfolger Borussia Dortmund beim 27:27 in Bad Wildungen einen Punkt, dem VfL Oldenburg, Bayer Leverkusen und der Neckarsulmer Sport-Union hingegen gelangen Auswärtssiege.

"Großes Lob an meine Mädels heute. Das war Handball auf sehr hohem Niveau. Vor allem die Kombinationen im Angriff, die Tempogegenstöße und die gute Deckung haben mich heute Abend sehr glücklich gemacht", erklärte Bietigheims Trainer Martin Albertsen nach dem 29:24-Erfolg seines Teams im norwegischen Kristiansand. Mit einer starken ersten Halbzeit und einer 16:8-Pausenführung hatte der Deutsche Meister die Weichen zum ersten Erfolg in der Champions League gestellt - die Chancen auf das Weiterkommen sind damit weiterhin intakt. "Das Team war gierig und heiß auf die ersten zwei Punkte in der Königsklasse. Der Sieg war enorm wichtig für uns, da nun wieder alles offen ist in unserer starken Gruppe D", freute sich Bietigheims Sportdirektor Gerit Winnen.

Der Thüringer HC hatte in der Vorwoche mit einem Sieg in Larvik eine wichtige Weiche für das Weiterkommen gestellt, FTC Budapest hingegen empfing der Deutsche Vizemeister als Außenseiter. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit nahm der Bundesligist nach einem Hammer von Anika Niederwieser zum 15:14 sogar eine knappe Führung mit in die Kabinen. Im zweiten Abschnitt übernahmen dann aber die ungarischen Gäste die Führung. Bis zum 24:25 blieb der THC auf Tuchfühlung - am Ende hieß es aber 25:29. "Wir waren vom Gefühl her gleichwertig. Wir haben in der zweiten Halbzeit keine Kraft mehr gehabt, um wirklich mitzuhalten. Die Gäste haben ihre Klasse ausgespielt und wir sind an unseren eigenen Fehlern gescheitert. Wir haben aber gesehen, dass wir mit einem volleren Kader mit den besten acht Teams Europas mithalten können", so THC-Coach Herbert Müller.

"Die glücklichere Mannschaft hat heute gewonnen", erklärte Buxtehudes Trainer Dirk Leun nach dem Rückspiel im EHF-Pokal in Vác. Doch dies war nicht sein Team. Nach dem 33:26 im Hinspiel kassierten die Norddeutschen ein 22:29 und schieden somit aufgrund der weniger erzielten Auswärtstore denkbar knapp aus. "In den bisherigen Spielen hat die Mannschaft die Ausfälle gut kompensiert, heute fehlten uns die Beiden im Rückraum eindeutig", blickte BSV-Manager Peter Prior auf das Fehlen von Yara Nijboer und Jessica Oldenburg. "Wir haben uns 34 Fehlwürfe geleistet, das sagt eigentlich alles", so Leun, der aber auch betonte, dass seine Mannschaft zwei Englische Wochen hinter sich gehabt habe und der BSV nicht über die personellen Ressourcen verfüge wie Vác.

Die Auslosung im EHF-Pokal hatte ein frühes bundesligainternes Duell beschert. Mit dem 32:24 im Hinspiel hatte die TuS Metzingen einen Acht-Tore-Vorsprung mit in das Rückspiel in Blomberg genommen - und verteidigte es insgesamt souverän. "Blomberg hat uns vor allem durch die offensive Abwehr vor neue Aufgaben gestellt. Diese konnten wir in der zweiten Halbzeit aber viel besser lösen", erklärte Metzingens Rückraumspielerin Anna Loerper. Blombergs Geschäftsführer Torben Kietsch befand: "Es war ein packendes und enges Match. Wir haben bis zur letzten Sekunde gekämpft. Ein Remis wäre sicherlich auch gerecht gewesen. Schade, dass sich unsere Mannschaft für einen couragierten und guten Auftritt gegen ein Spitzenteam am Ende nicht belohnt hat. Unsere Leistung vor einer tollen Kulisse hat Lust auf mehr gemacht."

Die ersten Punkte in der Bundesliga nahm die Neckarsulmer SU mit auf eine kurze Heimreisenach dem Derby in Nellingen. Dabei legte Nellingen zunächst vor, allerdings stieg die Fehlerzahl in der Folge. Neckarsulm machte aus einem 4:8 bis zur Pause ein 10:8 und baute den Abschnitt nach Wiederbeginn weiter aus - bis zum 26:19-Erfolg. "Wir haben aggressiv verteidigt und bis zum 8:4 durchgezogen. Dann kam es zum Bruch im Spiel, sicherlich auch bedingt durch die Wechsel, obwohl wir eigentlich davon leben, durchwechseln zu können", haderte Hornets-Coach Pascal Morgant. "Heute hat bei uns die kämpferische Leistung über 60 Minuten gestimmt. Wir haben uns das durch eine starke Abwehr heute erarbeitet, haben verdient gewonnen und dieser Erfolg tut uns richtig gut", freute sich unterdessen Neckarsulms Trainer Emir Hadzimuhamedovic.

Weiter auf die ersten Punkte warten die Bienen des HC Rödertal. Am Wochenende gab es vor 732 Zuschauern ein 17:28 gegen Bayer Leverkusen. Dabei waren die Gastgeberinnen lange auf Augenhöhe. Nach einem 10:10 zur Pause führten die Gäste auch beim 14:13 nur mit einem Tor - und legten dann einen Zehn-Tore-Lauf zum 24:13 hin. "Wir haben eine richtig gute zweite Halbzeit gespielt und deshalb verdient gewonnen", freute sich Trainerin Renate Wolf über den Leverkusener Erfolg. "In der ersten Hälfte machen wir vielleicht fünf technische Fehler und in der zweiten gefühlte zwanzig. Natürlich ist das Niveau, dass in der 1. Liga gespielt wird Neuland für viele meiner Spielerinnen, aber dass wir so einbrechen, darf uns nicht passieren", so HCR-Coach Karsten Knöfler.

Ebenfalls keine Überraschung gelang Aufsteiger HSG Bensheim/Auerbach gegen den VfL Oldenburg. Vor 950 Zuschauern führten die Gastgeberinnen zwar zunächst, doch Angie Geschke führte die Niedersächsinnen immer wieder heran. Mit einem Zwischenspurt zum 21:15 setzte sich Oldenburg nach der Pause dann vorentscheidend ab und steuerte zum 28:22-Erfolg. "Nach der Pause haben wir in der Abwehr besser zugepackt und im Angriff lief es auch besser, obwohl wir immer noch zu viel frei verworfen haben.Bensheim hat dann offensiver verteidigt, worauf wir mit einer siebten Feldspielerin reagiert haben und die Flames zurückdrängen konnten. Gleichzeitig haben wir in diesen Situationen keine Treffer zugelassen. Am Ende war das ein in der Höhe verdienter Sieg", befand Oldenburgs Trainer Niels Bötel.

Spannung bis in die letzte Minute gab es unterdessen in Bad Wildungen: Vierzehn Sekunden vor Schluss schaffte Anouk Nieuwenweg den verdienten Ausgleich zum 27:27 und sicherte den Gastgeberinnen damit einen Punkt. Dortmund hatte zwischenzeitlich mit vier Treffern geführt, Bad Wildungen sich aber auch dank einer offensiven 4:2-Deckung wieder herangekämpft. "Ich kann mich kaum an ein Spiel erinnern, bei dem wir als Mannschaft so gekämpft haben - egal ob auf dem Feld, der Ersatzbank oder die verletzen Spielerinnen auf der Tribüne. Alle Mädels haben alles gegeben. Mit unseren fantastischen Fans im Rücken haben wir das Spiel gedreht - ich bin wirklich stolz auf mein Team", freute sich Trainerin Tessa Bremmer, die mit ihrem Team weiterhin ein ausgeglichenes Punktekonto aufweist. Dortmund liegt mit 7:3 Punkten auf dem fünften Platz.