22.10.2017 17:28 Uhr - Champions League - dpa, THC

Thüringer HC mit knapper Niederlage gegen Budapest

Iveta LuzumovaIveta Luzumova
Quelle: Mario Gentzel
Im zweiten Heimspiel der Champions-League-Vorrunde haben die Bundesliga-Handballerinnen des Thüringer HC ihre zweite Niederlage kassiert. Das Team von Trainer Herbert Müller unterlag am Sonntag gegen den FTC-Rail Cargo Hungaria Budapest mit 25:29 (15:14). Beim THC glänzte Iveta Luzumova mit zehn Treffern, bei den Gäste war Nerea Pena Abaurrea mit neun Toren am erfolgreichsten. In der Tabelle festigte Budapest den zweiten Tabellenplatz, der THC bleibt Dritter.

Der THC erwischte einen Traumstart und ging durch Treffer von Iveta Luzumova und Kerstin Wohlbold mit 2:0 in Führung. Die Abwehr des THC arbeitete hochkonzentriert, schloss jede Lücke . Iveta Luzumova verpasste zunächst die Chance von der Strafwurflinie die Führung auszubauen. Doch der THC blieb im Ballbesitz und im nächsten Versuch machte es Iveta Luzumova besser - 3:0 nach vier Minuten. Bis zum 4:0 durch Josefine Huber hatte die THC-Abwehr fehlerfrei gearbeitet. In der sechsten Minute gelang Budapest das erste Tor - Laura Van Der Heijden war von der Siebenmetermarke erfolgreich. Die Thüringerinnen blieben konzentriert, hatten aber etwas Wurfpech im Angriff. Jana Krause zeigte bereits in der Anfangsphase einige gute Paraden. Nach 12 Minuten erzielte Nerea Pena Abaurrea den 5:6 Anschlusstreffer. Ihr glückte auch kurz darauf der 6:6 Ausgleich. Herbert Müller korrigierte im Team-Time-Out die Abwehrarbeit und der Riegel arbeitete danach wieder deutlich erfolgreicher.

Die THC-Frauen ließen sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Sie konnten die Führung wieder auf zwei Tore ausbauen. Beate Scheffknecht war heute treffsicher. Auch nach einem Fehlwurf suchte sie ihre Chance erneut und machte es im nächsten Versuch mit einer überraschenden Doppelfinte besser. (10:8 - 17. Minute) Budapest kämpfte verbissen um den Anschluss. Der THC leistete sich jetzt einige Fehlwürfe. Diese nutzte der FTC zum Anschluss und zur ersten 12:11 Führung. Jana Krause kaufte jetzt mehrmals den Budapester Außenspielerinnen den Schneid ab, parierte spektakulär. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff führten die Gäste mit 13:12. Iveta Luzumova erzielte den Ausgleich von der Strafwurflinie. Auf der Gegenseite blieb Jana Krause Siegerin im Sieben-Meter-Duell. Anika Niederwieser nutzte jetzt ihr Überraschungsmoment - mit einem Hammer erzielte sie das 14:13 - die Wiedigsburghalle kochte. Buchstäblich mit dem Halbzeitpfiff versenkte sie aus 11 Metern Entfernung den Ball zum 15:14, was die viel umjubelte Halbzeitführung bedeutete.

Budapest drängte auf den Ausgleich, der Laura Van Der Heijden per Siebenmeter gelang. (16:16 - 35. Minute). Die Partie entwickelte sich zum Krimi. Jana Krause konnte erneut einen Strafwurf parieren, doch der Ball sprang zu Laura Van der Heijden zurück - der Nachwurf saß. In Unterzahl ging der Thüringer HC aber erneut mit 18:17 in Führung. Doch genau in dieser Phase gelang dem THC-Angriff nicht viel, es folgten mehrere torlose Minuten, was die Gäste in die Vorhand brachte. Nach 41 Minuten sah sich der THC mit zwei Toren hinten, dann konnten Pena und Jovanovic sogar auf 22:18 für den FTC erhöhen. Trainer Herbert Müller setzte auf das taktische Mittel der siebten Feldspielerin. Budapest kassierte eine Zeitstrafe und der THC verkürzte mit zwei schnellen Toren auf 20:22 - alles war wieder offen. Die Partie wurde jetzt hektisch. Die Gäste konnten in dieser Phase ihre Chancen besser nutzen. Iveta Luzumova verkürzte mit einem frechen Heber von der Siebenmetermarke auf 22:25. 12 Minuten blieben dem THC, um die Partie doch nochmal zu drehen.

Drei Minuten später und die Thüringerinnen waren beim 24:25 auf Tuchfühlung. Inzwischen war Dinah Eckerle im THC-Tor und knüpfte sofort an die gute Leistung von Jana Krause an. In der Schlussphase hatten die Gäste aus Budapest die besseren Nerven und der Vorteil der "längeren Bank" machte sich jetzt bemerkbar. Die Gastgeberinnen vergaben mehrere Großchancen, wodurch Budapest die Führung auf 27:24 ausbauen konnte. Der THC versuchte jetzt alles, um das Blatt noch zu wenden, doch die personellen und physischen Vorteile gaben letztlich den Ausschlag für den 29:25 Erfolg der Gäste.

Stimmen zum Spiel:

Gabor Elek (FTC):
Wir wussten, dass wir uns nach dem Spiel am Mittwoch gegen TuS Metzingen auf einen großen Kampf einstellen mussten. Es war eine tolle Stimmung in der Halle. Ich wünsche dem Thüringer HC im weiteren Verlauf der Bundesliga und Champions League viel Glück, aber wir wollen auch das zweite Spiel gegen den THC gewinnen.

Herbert Müller (THC):
Wir waren vom Gefühl her gleichwertig. Wir haben in der zweiten Halbzeit keine Kraft mehr gehabt, um wirklich mitzuhalten. Die Gäste haben ihre Klasse ausgespielt und wir sind an unseren eigenen Fehlern gescheitert. Wir haben aber gesehen, dass wir mit einem volleren Kader mit den besten acht Teams Europas mithalten können.