20.03.2007 03:00 Uhr - 1. Bundesliga - PM THC, PM FA und Felix Buß (hbvf.de)

Christine Dangel unterschreibt beim Thüringer HC Zwei-Jahres-Vertrag

Christine Dangel "will es noch einmal wissen"Christine Dangel "will es noch einmal wissen"
Quelle: Axel Dach
Mit Christine Dangel meldet Handball-Bundesligist Thüringer HC die erste Neuverpflichtung für die kommende Saison. Die 26-jährige Kreisläuferin wechselt im Sommer von Ligakonkurrent Göppingen zum THC. Dort hat sie einen Vertrag über zwei Jahre unterschrieben. Die Schwaben müssen nun in der neuen Saison auf eine der wichtigsten Spielerinnen verzichten, mit Jessica Schulz wird aufgrund eines Auslandssemesters eine weitere Führungsspielerin nur teilweise zur Verfügung stehen.

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Tine. Sie bringt alles mit, was ich mir wünsche. Tine ist schnell, stark in der Abwehr und menschlich ein toller Typ“, schwärmt THC-Sportmanager Dago Leukefeld von seinem Fang. Mit der Spielerin aus der Heimat der Märklin-Modelleisenbahn hat der THC eine „Lokführerin“ engagiert. Leukefeld: „Tine Dangel ist eine Führungsspielerin. Das hat sie in vielen Bundesliga-Spielen für Göppingen eindrucksvoll bewiesen.“ Ihr neuer Trainer zählt Dangel zu den drei besten deutschen Kreisläuferinnen.

Mit Aufsteiger TPSG Frisch Auf Göppingen kämpft die technische Zeichnerin derzeit noch um den Klassenerhalt. Der Wechsel zum aktuellen Tabellenfünften Thüringer HC bringt ihr die Sicherheit, auch in der neuen Saison erstklassig zu spielen, mit etwas Glück sogar international. „Ich nehme gerne alles mit, was da kommt. Ob nun Europacup oder irgendwann einmal sogar die Meisterschaft. Aber ich will mich vor allem erst einmal in die Mannschaft integrieren und gut spielen.“ Gelingt ihr dies, traut Dago Leukefeld Tine Dangel sogar den Sprung in die Nationalmannschaft zu.

Nach insgesamt sechs Jahren bei Frisch Auf fällt ihr der Abschied aus Göppingen schwer, „weil ich mich hier pudelwohl fühle. Aber Dago hat mir in guten Gesprächen den THC als sportlichen Leckerbissen dargelegt. Da habe ich zugesagt“, begründet die 1,72 Meter große Kreisläuferin ihren Schritt. „Ich musste mich entscheiden, ob ich hier bleiben will, wo ich bei meiner Familie bin und eigentlich alles habe, was ich brauche. Aber ich will es jetzt noch einmal wissen.“

Dagegen äußerte sich Hagen Gunzenhauser enttäuscht über Dangels Wechsel, der seit einigen Wochen in der Schwebe war: „Wir wollten mit dem Stamm der Aufstiegstruppe auch im nächsten Jahr zusammen arbeiten.“ Göppingen setzt nun auf Katrin Schröder, die sich am Kreis im Laufe der Saison deutlich steigern konnte: „Wir werden mit ihr die entstandene Lücke schließen und setzten voll auf sie. Schrödi ist unsere erste Option am Kreis.“ Unklar ist laut FA-Manager Thomas Pientka noch, ob die Frisch Auf Frauen aus den eigenen Reihen - die zweite Mannschaft ist eines der Topteams in der Regionalliga Süd.

In Bad Langensalza freut sich Dangel auch auf das Publikum in der Salza-Halle, das sie schon von den Göppinger Gastspielen kennt: „Das Publikum wirkt extrem mit, wenn 1000 Leute um Dich herum sitzen. In einer kleinen Halle ist das natürlich etwas anderes, als wenn genauso viele Zuschauer sich in einer großen Halle beinahe verlieren.“ Bekanntschaft hat die neue Thüringerin auch schon mit Erfurt gemacht. Vor allem an die Sporthalle in der Mittelhäuser Straße hat Tine Dangel gute Erinnerungen. Hier gewann sie 1999 mit der A-Jugend des VfL Waiblingen das Finale um die Deutsche Meisterschaft gegen den damaligen HC Erfurt.

Dangel will sich in der laufenden Saison weiterhin mit voller Kraft bei Frisch Auf einbringen und sich nicht als Absteigerin aus Göppingen verabschieden. Auch im Final Four des DHB-Pokals wie sie mit den Frisch Auf Frauen erfolgreich sein: „Wer mich kennt, weiß, dass ich bis zur letzten Sekunde für Frisch Auf kämpfen werde“, verspricht Dangel.