17.10.2017 14:51 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Bären-Ladies fahren die Krallen aus und ergattern Punkt in Mainz

Schlussaktion von Alicia Soffel, FSG Mainz 05/BudenheimSchlussaktion von Alicia Soffel, FSG Mainz 05/Budenheim
Quelle: Axel Kretschmer - Handball-Zeitung
Die Meenzer Dynamites schafften es nicht, gegen kämpferische Kurpfalz-Bären einen Sechs-Tore Vorsprung nach Hause zu bringen und lassen beim 29:29-Unentschieden einen Punkt liegen. Beste Mainzer Schützin war mit sechs Treffern Romana Gerisch. Auf Ketscher Seite trugen sich Sophia Sommerrock und Lena Feiniler mit jeweils sieben Treffern am häufigsten in die Statistik ein. "Heute wurde kein Schönheitspreis vergeben, aber wir haben uns dieses Unentschieden mit großem Kämpferherz verdient", so Ketschs Trainerin Kate Schneider.

Hoher Besuch und viele Fans aus beiden Lagern bekamen 60 Minuten lang ein spannendes Spiel geboten. Der 05er Vereinsvorsitzende Johannes Kaluza und Aufsichtsratsvorsitzender Detlef Höhne gaben sich nach dem 3:2 Erfolg in der Fußball-Bundesliga beim Besuch der Handballerinnen die Ehre und wurden ebenso wie die beiden langjährigen Stützen des Dynamites-Teams Laura Spatz und Claudia Schückler mit entsprechenden Applaus in der Halle begrüßt. Alle sahen einen furiosen rotweißen Auftakt. Die Mainzerinnen starteten beeindruckend in die Begegnung. Bis zum 11:5 klappte so gut wie alles, dann aber auch so gut wie nichts mehr. Unverständlich für die nach dem Spiel ausgezeichnete Rechtsaußen Romana Gerisch: "Wir waren gut vorbereitet, wussten auch eigentlich, was von der Ketscher Abwehr auf uns zu kommt. Wir haben das auch phasenweise richtig gut gelöst, aber dann leider doch irgendwie den Kopf verloren."

Ein Grund war sicher die jetzt deutlich aggressiver zu Werke gehende Ketscher Abwehr, von der sich die Mainzerinnen den Schneid abkaufen ließen. Ketsch kämpfte sich heran und den Mainzerinnen gelangen nur noch vier Tore bis zum 15:15 zur Halbzeit. Dynamites-Coach Thomas Zeitz dazu: "In dieser Phase sind wir nicht mehr direkt zum Tor gegangen, sondern haben immer nur die Nebenfrau gesucht, die es richten sollte."

Gleiches Bild in Halbzeit zwei. Beim erneuten Hoch und 26:20 in der 45. Minute deutete alles auf einen Sieg des Heimteams, bevor die Achterbahnfahrt wieder nach unten ging und das große Nervenflattern begann und in zwei vergebene Siebenmeter mündete. An diesen letzten zehn Minuten ärgerte Zeitz vor allem, dass die Verantwortung immer wieder an eine der Jüngsten abgegeben wurde.

Am Ende freute sich Gästetrainerin Katrin Schneider über den gewonnenen Punkt: "In Mainz einen Punkt zu holen ist nicht selbstverständlich. Die Mannschaft hat sich gut zurückgekämpft und deshalb bin ich stolz auf mein Team. Allerdings gab es auch viel Gewühle und wenig taktische Mittel im Angriff mit vielen Fehlern, schön war das Spiel sicher nicht."

Thomas Zeitz bekannte entsprechend seine Enttäuschung über den "klar verlorenen Punkt", betonte aber auch, dass nicht alles schlecht war und ist. "Wir haben zweimal 15 Minuten vieles richtig gut gemacht, und eigentlich auch das spielerische Vermögen, dieses Spiel zu gewinnen. Aus den Fehlern die dann folgten, müssen wir lernen. Die Stimmung ist gut und wir werden das wie auch in den vergangenen Spielen entsprechend aufarbeiten. Es ist ja nichts passiert, 7:3 Punkte ist ja trotzdem nicht so schlecht, auch wenn heute natürlich erstmal die Enttäuschung überwiegt."