16.10.2017 08:46 Uhr - 1. Bundesliga - Triebel, HCR und Dötsch, BVB

Trotz Leistungssteigerung: Rödertalbienen unterliegen in Dortmund

Sarolta Selmeci versucht Platz für Stefanie Hummel zu schaffenSarolta Selmeci versucht Platz für Stefanie Hummel zu schaffen
Quelle: Wolfgang Stummbillig, HCR
Die Handballerinnen des HC Rödertal müssen weiter auf den ersten Sieg in der Bundesliga warten. Der Erstliga-Aufsteiger verlor am vierten Spieltag erwartungsgemäß bei Favorit Borussia Dortmund mit 27:32 (12:18). In der ersten Halbzeit hielten die Gäste das Geschehen über eine Viertelstunde völlig offen. Danach aber konnten die BVB-Damen auf 14:8 davonziehen und ein 18:12 mit in die Kabinen nehmen. Auch nach dem Seitenwechsel verkaufte sich der Aufsteiger teuer, vor allem Sarolta Selmeci, die mit 11/2 Toren erfolgreichste Werferin der Rödertalerinnen war, bot eine sehr gute Vorstellung. Mit dem zweiten Sieg im zweiten Heimspiel binnen einer Woche schob sich der BVB unterdessen auf den fünften Tabellenplatz und ist erster Verfolger des noch ungeschlagenen Spitzenquartetts.

Vor 380 Zuschauern starteten beiden Mannschaft nervös in die Partie. Nach einem Fehlwurf des BVB konnte Jacqueline Hummel mit einem ihrer am Ende acht Tore den ersten Angriff der Rödertalbienen zum 0:1 vollenden. Das Team aus Großröhrsdorf ging ersatzgeschwächt in diese Partie. So fehlten neben den Langzeitverletzten Grete Neustadt, Sandra Szary und Tamara Bösch auch noch Michelle Urbicht, Izabella Nagy und Joanna Rode.

Durch viele Fehler im Angriffsspiel auf beiden Seiten war zunächst keine Mannschaft in der Lage von Beginn an Druck aufzubauen oder sich entscheidend abzusetzen. Dadurch konnten die Lücken in der Abwehrreihe der Dortmunderinnen rund um Nationaltorhüterin Clara Woltering zunächst nicht genutzt werden.

Doch auch die Defensive der Bienen wackelte kaum. Erst nach knapp zwölf Minuten, beim Stand von 7:5 für den BVB, gelang es einer Mannschaft erstmals sich auf mehr als ein Tor abzusetzen. Die Bienen hielten auch in der Folge gut mit und standen ihren Gegnerinnen in nichts nach. Dabei brachte die glänzend aufgelegte Torfrau der Bienen, Ann Rammer, die Dortmunderinnen zur Verzweiflung. In der Folge häuften sich jedoch die Fehler der Bienen bei eigenem Angriff und es kam zum Bruch im Spiel.

Durch zu hektisch abgeschlossene Angriffe oder Fehlpässe luden die Gäste den Gegner zu einfachen Tempogegenstößen ein - Stella Kramer erzielte bereits vor dem Seitenwechsel fünf Tore. Der BVB ließ sich nicht lange bitten und setzte sich durch einen 5:0-Lauf auf 14:8 nach 21 Minuten ab. Die Rödertalbienen brachen in der Folge jedoch nicht ein, sondern versuchten das Spiel weiterhin offen zu halten. Dies gelang ihnen, allerdings hatten die frischen Kräfte der Gastgeberinnen keine Probleme die Führung zu behaupten und nach einem von Alina Grijseels verwandelten Siebenmeter ein 18:12 mit in die Kabinen zu nehmen.

Die zweite Hälfte sollte wie schon die erste mit einem Treffer der Nummer 35 des HC Rödertal, Jacqueline Hummel, beginnen. Neben ihr machte auch Sarolta Selmeci, die 11/2 Tore erzielte, bei den Gästen eine gute Partie. Es entwickelte sich ein unterhaltsames Spiel, in dem die Bienen darum bemüht waren, den Rückstand durch eine gute Verteidigung und überlegtes Angriffsspiel Stück für Stück zu verkleinern. In der 45. Minute krönte Ann Rammer ihre starke Leistung, als sie den Ball zum 20:24 in das leere Tor des BVB, sie füllten in Unterzahl mit der 6. Feldspielerin auf, traf.

Rödertal hoffte, bei Dortmund hatten die zahlreichen Wechsel zu einem Bruch geführt. Allerdings schaffte es die Mannschaft von Cheftrainer Karsten Knöfler nicht die Vier-Tore-Führung der Gastgeberinnen weiter zu verkürzen. Stattdessen gelang es dem BVB, bei dem sich die zweite Reihe zusehends besser einspielte, bis zur 59. Minute den Abstand wieder auf 32:25 zu vergrößern. Die beiden schnellen Tore in der Schlussminute, zum 27:32 Endstand aus Sicht der Rödertalbienen, waren nur noch Ergebniskosmetik.

Trotz einer erneuten Niederlage zeigte sich der HC Rödertal in allen Mannschaftsteilen stark verbessert, im Vergleich zu den Vorwochen. Deswegen äußerte sich auch Karsten Knöfler im Trainertalk nach dem Spiel fast ausschließlich positiv: "Ich muss meiner Mannschaft heute ein Kompliment machen. Es war ein gutes Spiel, in dem die Mädels bis zum Ende gut mitgehalten und sich nie aufgegeben haben. Das Positions-Angriffs-Spiel war heute ebenfalls sehr gut und im Gegenstoß-Spiel haben wir uns auch verbessert. So langsam gewöhnen wir uns an das Niveau der 1. Bundesliga. Das fühlt sich heute fast wie ein kleiner Sieg an."