14.10.2017 12:41 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Weiterer Aufsteiger gibt seine Visitenkarte in Dortmund ab

Die Mannschaft von Borussia Dortmund empfängt zu Hause den HC RödertalDie Mannschaft von Borussia Dortmund empfängt zu Hause den HC Rödertal
Quelle: BVB
Nach dem 21:20 gegen den ersten Aufsteiger HSG Bensheim/Auerbach erwarten die BVB Handball Damen am kommenden Sonntag um 16:30 Uhr mit dem HC Rödertal direkt den zweiten Neuling in der Sporthalle Wellinghofen.

Es war ein turbulenter Sommer in Rödertal: Lange Zeit spielte das Team von Trainer Karsten Knöfler um einen der ersten beiden Plätze in der zweiten Liga mit, wurde am Ende Dritter. Da aber der Zweite aus Rosengarten auf den Aufstieg verzichtete, hatten die "Rödertalbienen", wie sich das Team des HC Rödertal nennt, die Möglichkeit zum Gang in Liga eins. Bei der Saisonabschlussfeier verkündete Präsident Andreas Zschedrisch aber, dass der Aufstieg aufgrund der finanziellen Risiken nicht realisierbar sei.

Ligaweit war nun guter Rat teuer: Was tun, sollte der HC Leipzig im Falle einer Insolvenz zwangsabsteigen müssen? Genau der Fall trat ein und der HC Rödertal nutzte die Chance, mit neu gewonnenen Sponsoren und einem etwa vervierfachten Etat auf den Bundesliga-Zug aufzuspringen. Verstecken muss sich der HCR also definitiv nicht, die vergangenen Partien zeigten jedoch, dass es eine gewisse Zeit braucht, um in Deutschlands Eliteklasse Fuß zu fassen: Einem respektablen 22:29 in Buxtehude folgten zwei Pleiten in Metzingen und gegen Bad Wildungen, auch im DHB-Pokal setzte es jüngst eine Niederlage. Und zwar ausgerechnet gegen das Team aus Rosengarten, das zumindest rein sportlich offenbar nicht auf den Aufstieg hätte verzichten müssen.

Vor der Saison stießen neun neue Spielerinnen zum Kader, fünf davon aus Leipzig. "Die Mannschaft, die sie haben, ist mit Sicherheit nicht schlecht. Aber es ist eine große Aufgabe, viele neue Leute auf einem höheren Niveau einzubauen", beschreibt BVB-Trainerin Ildiko Barna die Situation beim Neuling. Sie geht davon aus, dass Rödertal Fuß fassen werde, ihr Team wird am Sonntag allerdings alles dafür tun, dass dieser Prozess noch ein wenig verzögert wird. "Wir müssen unsere Chancen besser nutzen", weist Barna auf eine Problematik aus der Partie vom Mittwoch hin. Ganze zwölf nicht verwertete, aber hochkarätige Chancen zählte sie da.

Außerdem gilt es, die Konzentration in der Abwehr bis zur letzten Sekunde aufrecht zu erhalten. "Nellingen und Bensheim haben immer lange Angriffe gespielt, das wird Rödertal nicht anders machen", weiß Barna. Beide Partien gegen Teams, die eher in unteren Tabellenregionen zu erwarten sein werden, gewann der BVB knapp. Eine ähnliche Situation möchte man auf Dortmunder Seite am Sonntag tunlichst vermeiden. Dazu gilt es, über eine massive Defensive ins Tempospiel und zu einfachen Toren zu finden. Dabei kann einmal mehr der komplette Kader helfen.

"In der letzten Saison stellte Dortmund nach Meister Bietigheim die zweitstärkste Abwehr. Das wird eine harte Nuss für unsere Spielerinnen." weiß auch Bienentrainer Karsten Knöfler um deren Stärke. Der Trainer des HCR weiter: "Zusätzlich haben sie sich zur neuen Saison auch im Angriff kräftig verstärkt. Mit Caroline Müller vom VfL Oldenburg und Emilia Galinska von der Neckarsulmer Sport-Union wurden zwei Nationalspielerinnen für den Rückraum verpflichtet." Neben den Genannten zählen auch, die nach ihrer Schwangerschaft zurückgekehrte, Nadja Mansson (ehemals Nadgornaja), Alina Grijseels, Stella Kramer, Svenja Huber und Anne Müller mindestens zum erweiterten Kader der deutschen Nationalmannschaft.

Bei den Bienen kann das Motto nach dem verlorenen Pokalspiel nur lauten: "Aufstehen, Mund abwischen und neu angreifen." Ab jetzt können sich die Mädels voll und ganz auf die Mission Klassenerhalt konzentrieren. Gegen den BVB kann man eigentlich befreit aufspielen, da die Favoritenrolle bei den Dortmunderinnen liegt. Wie gut es gelingt nach den letzten Niederlagen den Kopf frei zu bekommen, muss sich allerdings noch zeigen. Zu den aktuellen Verletzungssorgen gibt es derweil keine guten Nachrichten. "In Dortmund müssen wir mit dem gleichen Kader wie gegen die Handball-Luchse auskommen. Es fehlen also weiterhin Grete Neustadt, Sandra Szary, Izabella Nagy, Michelle Urbicht, Joanna Rode und Tamara Bösch. Daran können wir nichts ändern. Die übrigen Spielerinnen sind in der Pflicht diese Ausfälle zu kompensieren und der erhöhten Belastung standzuhalten." So Karsten Knöfler zur Personalsituation.