11.10.2017 10:11 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

"Wir müssen zwei Schritte mehr machen" - Blomberg braucht Steigerung gegen Thüringer HC

Blomberg-Trainer André Fuhr: "Wenn wir gegen diesen Gegner keine böse Überraschung erleben wollen, dann bedarf es einer deutlichen Leistungssteigerung gegenüber dem Pokal-Auftritt in Halle."Blomberg-Trainer André Fuhr: "Wenn wir gegen diesen Gegner keine böse Überraschung erleben wollen, dann bedarf es einer deutlichen Leistungssteigerung gegenüber dem Pokal-Auftritt in Halle."
Quelle: HSG
Wenn am Mittwochabend die HSG Blomberg-Lippe in der Bundesliga um 19.30 Uhr den Thüringer HC empfängt, sind die Rollen klar verteilt. Die Gäste mit ihrem Trainer Herbert Müller sind der klare Favorit. Drei deutliche Siege in der Bundesliga, drei deutliche Siege in der Champions League und ein mehr als deutlicher Sieg im DHB-Pokal: Der Thüringer HC hat einen idealen Start in die neue Saison erwischt.

Der Vizemeister der vergangenen Spielzeit hat bereits früh unter Beweis gestellt, dass er nach dem Titel greifen will. Mit namhaften Verstärkungen wie den drei ehemaligen Leipzigerinnen Anne Hubinger, Saskia Lang und Alexandra Mazzuco hat der Verein seinem Ziel deutlichen Nachdruck verliehen. Allerdings wird der THC rund ein halbes Jahr auf Anne Hubinger verzichten müssen, die sich beim Abschlusstraining der Nationalmannschaft vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei den Mittelfuß gebrochen hat. Zusätzlich sind alle Bänder gerissen und das Fersenbein abgesplittert.

Ihr Ausfall trifft die Thüringer hart. Doch der aktuelle Tabellenzweite hat bereits reagiert und mit der brasilianischen Nationalspielerin Patricia da Silva kurzfristig für Ersatz gesorgt. "Wenn wir gegen diesen Gegner keine böse Überraschung erleben wollen, dann bedarf es einer deutlichen Leistungssteigerung gegenüber dem Pokal-Auftritt in Halle. Wir müssen viel mehr Einsatz zeigen, müssen zwei Schritte mehr machen als der Gegner und müssen insbesondere als Mannschaft zusammenrücken", fordert HSG-Coach André Fuhr ein größeres Engagement seiner Schützlinge.

"Thüringen verfügt über eine sehr erfahrene Mannschaft mit routinierten Spielerinnen wie Iveta Luzumova, Kerstin Wohlbold, Saskia Lang oder Beate Scheffknecht. Sicherlich werden meinem Trainer-Kollegen Herbert Müller die Ausfälle von Anne Hubinger, Nina Schilk und Gordana Mitrovic weh tun, aber die Qualität des Kaders ist immer noch immens", so Fuhr. Die beiden kommenden Wochen mit Spielen gegen den Thüringer HC, die SG BBM Bietigheim und die TuS Metzingen (Europapokal) bezeichnet der Blomberger Trainer "als die kompliziertesten 14 Tage, die man sich nur vorstellen kann".

Fuhr weiß, dass es nicht ausreichend wird, nur 70 Prozent Leistung zu zeigen. Trotz der klar verteilten Rollen gegen die Top-Teams der Bundesliga erwartet er den größtmöglichen Einsatz seines Teams. Übrigens findet nach dem Spiel gegen den Thüringer HC die Auslosung des DHB-Pokal-Achtelfinals statt. Als Losfee fungiert Florian Kehrmann, Trainer des Handball-Bundesligisten TBV Lemgo.

Herbert Müller kann mit der in Larvik gezeigten Leistung durchaus zufrieden sein, sein Team hatte wenige Wechselmöglichkeiten, ging aber stets das hohe Tempo der Gastgeberinnen mit und zeigte in brenzligen Situationen Übersicht und Routine. Es war eine tolle Teamleistung, in die sich auch die Torhüterinnen, Dinah Eckerle mit zwei Toren und Jana Krause mit einem parierten Strafwurf, gut einbrachten. Iveta Luzumova zeigte eine starke individuelle Leistung und schob sich mit Recht auf Platz 1 der Top-Scorer List.

Herbert Müller blickt auf die personelle Situation und schaut voraus: "Wir werden mit dem Kader vom Samstag auch am Mittwoch spielen. Dazu kommt unser Neuzugang Patricia da Silva, die unser Problem auf Rückraum rechts lösen soll. Sie war zwar schon in Larvik dabei, hat das Training dort mit uns absolviert. Wie gut sie sich schon integrieren kann, wird sich in Blomberg zeigen. Am Sonntag haben wir unser erstes Heimspiel der Champions League Gruppenphase. Wir hoffen sehr darauf, dass möglichst viele Fans und Zuschauer uns unterstützen und helfen, dem Favoriten Skopje das Siegen schwer zu machen. Ich kann nur nochmal sagen: Kommt alle in die Wiedigsburghalle."