18.03.2007 12:24 Uhr - 2. Bundesliga Nord - Matthias Kornes - hbvf.de / PM SVG Celle

Celle verteidigt nach Steigerung die Tabellenführung

Ina Wildhagen traf 4mal für Celle Ina Wildhagen traf 4mal für Celle
Quelle: Jürgen Pfliegensdörfer
Der SVG Celle hat seine Tabellenführung in der zweiten Liga Nord verteidigt. In einem Spiel mit zwei grundverschiedenen Halbzeiten musste Celle lange einem Rückstand hinterherlaufen, ehe das Team von Trainer Martin Kahle die richtigen Mittel fand, um die abstiegsbedrohten Gäste doch noch deutlich mit 33:26 (11:14) zu besiegen. Friedewald/Stemmer dagegen hat eine Chance verpasst, einen Überraschungs-Coup zu landen. 

Während die Gäste mit ihrem kompletten Team antreten konnten, musste Celle auf Katrin Loyek, Anja Grüneberg und Josefine Techert verzichten. Trotzdem erwarteten die Zuschauer eine klare Sache im Duell des Tabellenführers gegen den Vorletzten. Aber nach dem 4:3 durch Waleria Galouza ris der faden bei Celle. Drei Tore in Folge von Susanne Schmidt brachten Stemmer/Friedewald zu einem 4:6 (14.). Schmidt, die fünf ihrer am Ende acht Treffer in der ersten Halbzeit erzielte, konnte in der 20. Minute auch eine Vier-Tore-Führung zum 6:10 erzielen.  
 
Den Spielerinnen des Tabellenführers gelang wenig, die Verunsicherung war deutlich spürbar. Auch der Versuch von Trainer Martin Kahle, mittels eines Time-outs seine Reihen zu sortieren, schlug fehl. Weder taktische Eingriffe noch die emotionale Ansprache halfen Sass, Galouza und Co., ihre spielerische Linie wieder zu finden. Stattdessen baute Nina-Marisa Hintenberg mit ihrem Tor zum 9:14 (28.) den Vorsprung des Underdogs auf fünf Tore aus. Immerhin gelang Anja Memenga vom Siebenmeterpunkt und Susanne Büttner noch eine Resultatsverbesserung (11:14) bis zur Halbzeitpause.  
 
Wer allerdings nun dachte, dass der Tabellenführer mit neuem Elan aus der Pause kommen würde, sah sich getäuscht. Die HSG Stemmer/Friedewalde blieb zunächst am Drücker und traf durch Sandra Keller in der 34. Minute zum 13:17. So langsam pirschte sich Celle dann an die Gäste heran, Waleria Galouza sorgte mit ihren beiden Toren zum 18:19 und 19:19 in der 40. Minute für den Umschwung. Sarah Keller und Nina-Marisa Hintenberg schafften zwar noch einmal knappe Führungen für die HSG, danach hatte sich der Favorit allerdings endlich gefunden.  
 
Galouza und Nina Sass per Strafwurf sorgten für das 23:21 (45.), Ina Wildhagen markierte das 25:22. Knapp zehn Minuten vor dem Abpfiff war der SVG Celle endgültig auf die Siegerstraße eingebogen. In allen Mannschaftsteilen schwamm sich Celle nun frei, das Resultat waren gute Aktionen in Abwehr und Angriff. Die umgestellte SVG-Deckung steigerte sich im Minutentakt und verleitete die HSG zu zeitweise konfusem Spiel. Auch Torfrau Turid Arndt wurde nun zu einem nahezu unüberwindlichen Hindernis. Am Kreis versenkte Waleria Galouza reihenweise Bälle im gegnerischen Tor, mit neun Toren hatte sie ihre bisher beste Trefferzahl. Die frustrierten Gäste brachen in der Schlussphase ein, was Celle noch einen deutlichen Sieg bescherte.  
 
Gästetrainer Nils Pfannenschmidt war nach dem Spiel entsprechend bedient ob des Einbruchs seiner Spielerinnen. Er konnte sich nicht erklären, warum sich seine Mannschaft so abrupt aufgegeben und dann auch noch in Grund und Boden hatte spielen lassen: "Das habe ich so noch nie erlebt", schüttelte Pfannenschmidt den Kopf. Martin Kahle sah weitgehend das bestätigt, was er der Mannschaft schon in der Woche vorgegeben hatte: "Geduld haben, nicht aufgeben, wenn es schief läuft, sicher in der Deckung stehen und im richtigen Moment zuschlagen." Somit konnte sich sein Team letztlich über die erste Verteidigung der Tabellenführung freuen.