07.10.2017 15:43 Uhr - DHB-Pokal - Südwestpresse - Wolfgang Seitz, PM NSU, red

Erdrückende Dominanz der TuS Metzingen im DHB-Pokal

Hannah Breitinger, Neckarsulmer Sport-UnionHannah Breitinger, Neckarsulmer Sport-Union
Quelle: Neckarsulmer Sport-Union
Vielleicht hat man die TusSies mit dem Verweis auf die erste Halbzeit im Punktspiel ja etwas gereizt. Da hatten sie sich in Neckarsulm wegen körperloser Defensivarbeit noch einen Rückstand eingehandelt, im Pokal wurde deshalb am Freitagabend die pinke Windmaschine angeworfen, die zeitweise zu Orkanstärke anwuchs. Einen Klassenunterschied gibt es zwischen Gastgeber Neckarsulm und den Metzingerinnen nicht, wenn es das Ergebnis auch vermuten lässt. Mit 45:25 stürmte die TuS in die nächste Runde.

Es hatte, man glaubt es kaum, ausgeglichen begonnen (4:4, 7.). Drei TusSies machten sich mit je zwei Treffern dann aber daran, für eine sehr frühe Entscheidung zu sorgen. Julia Behnke rahmte die beiden Dopelpack-Außen, Katharina Beddies und Marlene Zapf, ein. Es stand 4:11 (14.) - und die Mädels von Trainer René Hamann-Boeriths hatten noch lange nicht genug. Marlene Zapf, wieder doppelt, stellte auf 7:17 (22.), beim 23:11 nahm man die Pausengetränke ein. Geschäftsführer Ferenc Rott hätte da eigentlich schon zur Feier seines Geburtstages und des Einzugs ins Achtelfinale ein Fläschchen entkorken können. Machte er dann danach, weil seine Mannschaft ihm auch im zweiten Spielabschnitt viel Freude bereitete.

Das Spiel war zwar längst entscheiden, der pinke Torhunger aber noch nicht gestillt. Vier Treffer in rascher Folge führten zum 11:27-Zwischenstand. Weiter liefen die Gegenstöße rasant, Anna Loerper hatte bei den Siebenmetern ein ganz sicheres Händchen, Marlene Zapf einen richtig guten Tag erwischt, zehn Tore wurden für die Rechtsaußen notiert. Sie musste alleine wirbeln, weil Kelly Vollebregt immer noch erkrankt fehlte. Es wurde richtig schlimm für die Neckarsulmer Sportunion, die nach Ina Großmanns 21:41 (54.) erstmals mit 20 Treffern im Rückstand lag. Eine Differenz, die man bis zum Abpfiff einer sehr einseitigen Pokalpartie beibehalten konnte (25:45). Nele Reimer gefiel beim Gastgeber mit neun Treffern - bei der TuS gefielen alle.

Ferenc Rott wollte das Ergebnis nicht als Geburtstagsgeschenk sehen. "Die sollen immer so spielen. Das ist Handball, wie ich ihn mir vorstelle. Sehr gute Abwehr und dann mit viel Tempo nach vorne. Es war eine SuperLeistung." Doch nicht nur das Konterspiel begeisterte den Manager. "Auch über den Positionsangriff waren wir immer wieder erfolgreich. Viel ging an den Kreis, aber vor allem auf Außen, wo die Mädels fast alles getroffen haben, was sie in die Hände bekamen", lobte Rott. Auch die Spielerinnen waren zufrieden, zum Beispiel Keeperin Jasmina Jankovic: "Das Spiel lief genau nach unseren Vorstellungen. Wir wollten aggressiv aus der Kabine kommen und von Beginn an mit viel Schwung spielen. Das haben wir auch so umgesetzt und bereits zur Halbzeit dementsprechend deutlich geführt."

Julia Behnke sah es genauso: "Wir haben uns vorgenommen, die erste Halbzeit diesmal nicht zu verschlafen und eine konsequente Abwehr hinzustellen, um dadurch ins Tempospiel zu kommen. Das ist uns gelungen und wir haben eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt, wo sich jede Spielerin einbringen konnte."

"Gegen Metzingen darf man verlieren, aber so nicht. Auch beim 3:3 machen wir schon technische Fehler sind aber trotzdem dran, kassieren dann 2,3 Tore und schon ist es vorbei. Diese Mentalität, die im Training die ganze Zeit vorhanden ist, fehlt uns zur Zeit im Spiel. Sobald es schief läuft, schaffen wir es momentan im Spiel nicht, einfach weiter zu machen. Wir müssen in den Kampfmodus rein kommen. Wenn du hinten Tore kassierst, fehlt dir vorne das Selbstvertrauen im Angriff und wir stecken da in einem Teufelskreis. Wir werden uns Montag nochmal ausführlich zusammen setzen, denn aktuell sind wir, unabhängig wie der Gegner heißt, unser größter Gegner. Im Moment laufen die einfachen Sachen, wie Passen oder das Timing einfach zu oft falsch", sagte Emir Hadzimuhamedovic, Trainer der Neckarsulmer Sport-Union, nach Spielende zur aktuellen Situation.