30.09.2017 12:00 Uhr - 1. Bundesliga - Bernd Teuber

"Das war schon sehr überwältigend": Simone Spur über Vorurteile und die ersten Monate in Oldenburg

Simone SpurSimone Spur
Quelle: VfL
Ein optimaler Start bei einem neuen Verein sieht anders aus. Kaum zwei Wochen im Training beim VfL Oldenburg musste Simone Spur Petersen bereits verletzungsbedingt aussetzen. Nicht ein einziges Vorbereitungsspiel konnte sie mit dem VfL bestreiten. Erstmals konnten die Fans der Grün-Weißen die Dänin beim Saisonauftakt in Blomberg im VfL-Trikot erleben und was sie sahen gefiel ihnen. Trotz Trainingsrückstand zeigte die neue Nummer Zehn, dass sie eine echte Verstärkung für den VfL ist. Schon jetzt fühlt sich die 23jährige pudelwohl in der Huntestadt und konnte bereits in ihren ersten Tagen ein Vorurteil mit dem sie nach Deutschland gekommen war abhaken und bilanzierte nach dem Heimauftakt: "Das war schon sehr überwältigend."

Simone was macht Deine Verletzung?

Simone Spur Petersen:
Alles wieder gut. War schon etwas ärgerlich, dass ich kurz bevor ich nach Oldenburg gekommen bin beim Joggen umgeknickt bin. Zunächst hat es auch keine Probleme gemacht. Joggen ging ohne Schmerzen, erst als wir mit der Saisonvorbereitung begonnen haben und ich kurze schnelle Seitwärtsbewegungen gemacht habe bekam ich Probleme. Dadurch konnte ich leider in der Vorbereitung kein Spiel mitmachen.

Bist Du trotzdem schon gut angekommen in Oldenburg?

Simone Spur Petersen:
Ja. Ich bin sehr glücklich hier zu sein. Die Mannschaft, aber auch die Fans haben mich sehr gut aufgenommen. Oldenburg ist eine sehr schöne und gemütliche Stadt mit vielen Cafés sowie guten Shopping-Möglichkeiten. Man kann fast alles mit dem Fahrrad machen, was für mich wichtig ist da ich noch keinen Führerschein habe. Den bekomme ich erst in ein paar Wochen. Solange fahre ich mit meiner Mitspielerin und -bewohnerin Malene (Staal, Anm.) zum Training nach Wechloy. Vor kurzem war ich nochmal ein paar Tage in Kopenhagen, wo ich die letzten fünf Jahre gelebt habe. War sehr schön. Habe mich dann aber auch sehr gefreut wieder nach Hause in Oldenburg zu kommen.

Und wie gefällt es Dir beim VfL?

Simone Spur Petersen:
Sehr gut. Alle sind sehr nett und hilfsbereit. Zum Beispiel, wenn irgendwas mit der Wohnung ist brauch ich nur Klaus Scholl anrufen und bekomme von ihm sofort Hilfe. Auch in der Mannschaft herrscht eine sehr gute Stimmung und wir haben sehr viel Spaß beim Training. Auch mit den Trainern. Da hatte ich ein wenig Angst, weil ich dachte deutsche Trainer sind sehr streng. So ein wenig wie der russische Nationaltrainer Jewgeni Trefilow. Aber die Angst war unbegründet. Niels (Bötel) und Andy (Lampe) sind sehr nett und die Arbeit mit ihnen macht Spaß. Gute Trainer sind wichtig.

Du hast in Dänemark ja zuletzt vor 200 Zuschauern gespielt, wie war es für Dich in der EWE-Arena zu spielen?

Simone Spur Petersen:
Ich war viel nervöser als vor dem Spiel in Blomberg. Schließlich sind das ja hier unsere Heimfans. Das war schon sehr überwältigend hier zu spielen in dieser großen Arena und den sehr engagierten Fans. Die Arena ist wirklich schön und gefällt mir gut. Es macht großen Spaß hier vor unseren Fans zu spielen.

Wo siehst Du selbst Deine Stärken?

Simone Spur Petersen:
Am liebsten spiele ich im linken Rückraum und da sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung. Ich mag den Körperkontakt in der Verteidigung, wenn es richtig zur Sache geht und im Angriff gehe ich gerne in 1:1 Situationen, mag es aber auch aus der Distanz zu werfen.

Was hast Du dir für diese Saison vorgenommen?

Simone Spur Petersen:
Im ersten halben Jahr möchte ich mich etablieren und wichtig für die Mannschaft sein. Nach und nach will ich zu einem Profil in der Bundesliga und Leistungsträgerin beim VfL werden. Außerdem arbeite ich daran fließend Deutsch zu reden. Mit der Mannschaft möchte ich ins Final Four und in der Bundesliga zwischen Platz Vier und Sechs erreichen.

Bist Du neben dem Handballspielen auch noch am Arbeiten?

Simone Spur Petersen:
Ein paar Stunden in der Woche arbeite ich bei unserem Sponsor SERVLOG und seit Anfang September studiere ich Jura. Dies mache ich als Fernstudium. In Odense gibt es da ein Spezialangebot für Sportler. Fünf Jahre dauert es bis zum Bachelor, da ich keine Anwesenheitszeiten habe sondern die Vorlesungen per Video verfolgen kann.