17.03.2007 15:12 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß - hbvf.de

Göppingen hilft nur ein Sieg - Oldenburg kämpft noch um Rang sechs

"Wahrlich keine Gurkentruppe", Leszek Krowicki über die FA Frauen"Wahrlich keine Gurkentruppe", Leszek Krowicki über die FA Frauen
Quelle: Hermann Jack
Nur ein Sieg kann den Göppinger Frisch Auf Frauen am Sonntagnachmittag (16 Uhr) helfen, den Klassenerhalt weiterhin in Reichweite zu halten. Motivation soll dabei der größte Erfolg der noch jungen Geschichte sein, den die Schwäbinnen am vergangenen Sonntag mit dem Erreichen des Final 4 gegen Trier geschafft haben. Aber auch Gegner Oldenburg, den Göppingen bislang zweimal geschlagen hat, ist mit Chancen auf Rang sechs noch ambitioniert und will eine Niederlage vermeiden.

"Mit wäre ein VfL in dem es innerlich nicht voll stimmt eindeutig lieber gewesen", Hagen Gunzenhauser über Oldenburg"Mit wäre ein VfL in dem es innerlich nicht voll stimmt eindeutig lieber gewesen", Hagen Gunzenhauser über Oldenburg
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„Wir freuen uns auf das Final Four, aber wir dürfen unser eigentliches Ziel nicht aus den Augen verlieren“, richtet Göppingens Hagen Gunzenhauser den Fokus nach dem Freudentaumel wieder auf das Ligageschehen. Frisch Auf ist Vorletzter und kann nur mit Siegen gegen Oldenburg und in Dortmund weiterhin vom Klassenerhalt träumen. Eine große Bürde, die seine Mannschaft beim Pokalspiel offensichtlich abstreifen konnte. Mit dem relativ unerwarteten Erfolg gegen ersatzgeschwächte Miezen, an dem vor allem Mami Tanaka großen Anteil hatte, haben die Spielerinnen neues Selbstbewusstsein tanken können. Das möchte man nun in die Punktspielserie tragen, um Oldenburg am Sonntag ein drittes Mal niederzuringen.

Doch bei den Gästen hat sich seit dem Pokalaus in Göppingen im Januar viel geändert. Im Februar trennte sich Oldenburg von seinen Shooterinnen Danilovic und Pusic, seither sind die von Leszek Krowicki trainierten Frauen zu einem Team gereift. Warfen die beiden Ehemaligen bei der Heimniederlage gegen Trier vor Monatsfrist noch elf der 23 Oldenburger Tore, waren es bei der knappen Niederlage in Langensalza und dem Sieg gegen Ketsch der Rückraum um Lamein, Oborilova und Kowalska, der die Verantwortung übernahm. Aber auch die Nachwuchskräfte wie Kethorn, Badenhop und Birke sind für Treffer gut. „Mit wäre ein VfL in dem es innerlich nicht voll stimmt eindeutig lieber gewesen“, zeigt der FA-Trainer Respekt für den Gast.

Oldenburg hatte jedoch seit diesen Spielen mit aufsteigender Tendenz drei Wochen kein Spiel zu bestreiten. „Man merkt, dass die Spielerinnen den Wettkampf vermissen“, bemerkte Leszek Krowicki vor dem Nord-Süd-Vergleich. Den freien Zeitraum hat man bei den Niedersachsen genutzt um die Potenzialspielerinnen aus der zweiten Mannschaft (2. Liga) mit gemeinsamen Trainingseinheiten weiter an die erste Garde heranzuführen. Das ist auch nötig, denn mit Magdalena Urdea ist gegen Ketsch eine wichtige Flügelspielerin umgeknickt und macht seither die ohnehin dünne Personaldecke des ambitionierten Siebtplatzierten noch fragiler.

Für die jungen Akteurinnen der zweiten Mannschaft bedeutet dies eine schwere Doppelbelastung. Sie müssen am Samstagnachmittag im 250 Kilometer entfernten Travemünde antreten und bereits am Sonntagmorgen um 6 Uhr ist in Oldenburg Abfahrt nach Göppingen. Dann liegt beinahe die dreifache Strecke vor ihnen. Doch Coach Leszek Krowicki will mit seinem Team noch etwas erreichen: „Der Sechste hat in den Platzierungsspielen einen leichten Vorteil, er spielt daheim gegen den Siebten der Liga“, gibt er die Marschrichtung vor, mit der Oldenburg den Frankfurter HC noch von Rang sechs verdrängen will.

Auch Göppingen will den Traum, die Playoffs noch zu erreichen, nicht aufgeben. Ob die FA Frauen beim vorletzten Heimspiel mit dem Druck zurecht kommen und wieder von der kurzen Bank des Gastes profitieren können, wird der Nord-Süd-Vergleich zeigen. „Langsam müssten alle sehen, dass es sich bei diesem Team wahrlich um keine Gurkentruppe handelt“, zeigt Leszek Krowicki, der freilich im dritten Vergleich gegen Göppingen den ersten Sieg anstrebt, Anerkennung: „Wir können nicht damit rechnen, dass es einfach wird.“