23.09.2017 20:46 Uhr - 1. Bundesliga - PM THC, red

"So macht Handball Spaß": Thüringer HC distanziert Neckarsulmer SU

Herbert Müller und die neunfache Torschützin Iveta LuzumovaHerbert Müller und die neunfache Torschützin Iveta Luzumova
Quelle: Gentzel, pictureteam
Mit einem Sieg verabschiedeten sich die Bundesliga-Handballerinnen des Thüringer HC am Samstag in die Länderspielpause. Das Team von Trainer Herbert Müller setzte sich am dritten Spieltag gegen die Neckarsulmer Sport-Union souverän mit 39:25 (18:9) durch. Bei den Thüringerinnen war Iveta Luzumova (9/3) am erfolgreichsten, Anne Hubinger traf achtfach. Bei den Gästen glänzte Isabel Tissekker mit 6/3 Treffern. Der THC hat nun 6:0 Punkte auf der Habenseite, Neckarsulm wartet weiter auf den ersten Zähler der Saison. "So macht Handball Spaß", freute sich THC-Coach Herbert Müller über die von beiden Seiten mit Tempo gestaltete zweite Halbzeit.

Der Thüringer HC musste in der temporeichen Anfangsphase zunächst einem Rückstand nachlaufen, legte dann aber vom 3:2 an vor. Lena Hoffmann glich in der fünften Minuten noch einmal zum 3:3 aus, doch fortan gab der Favorit den Ton an, auch weil hinter der aufmerksamen Deckung Torhüterin Dinah Eckerle gut zehn Minuten ohne Gegentreffer blieb - auch weil sie einen Siebenmeter von Maike Daniels entschärfte. Auf der Gegenseite landete ein Versuch von Iveta Luzumova an der Querlatte und einer von Anne Hubinger aus der gleichen Distanz über dem Tor, der THC setzte sich dennoch ab.

Sieben Treffer in Serie erzielten die Gastgeberinnen, die sich beim 10:3 so nach einer Viertelstunde bereits deutlich abgesetzt hatten. Allerdings verlor der THC in der Folge etwas die Linie, während sich die Neckarsulmerinnen stabilisierten. In die Karten spielte den Gästen dabei auch einige vermeidbare Ballverluste des mehrfachen Meisters, wie beim 11:7 durch Nele Reimer. Die Deckung und Dinah Eckerle, die im ersten Abschnitt deutlich über fünfzig Prozent der Würfe auf ihr Tor entschärfte, ließen den Außenseiter aber nicht näher heran.

Im Gegenteil, der Thüringer HC fand nach einer Auszeit auch in der Offensive wieder zu seinem Spiel. Der Favorit dominierte die Partie nun wieder und konnte sich zudem auf die treffsicheren Beate Scheffknecht und Iveta Luzumova verlassen. Mit ihrem vierten Tor stellte Scheffknecht das Ergebnis auf 14:8. Die Gäste setzten noch einen Treffer, gerieten dann aber unter die Räder der Angriffsmaschinerie des THC. Anne Hubinger traf erst selbst von der Siebenmeterlinie, bediente dann zweimal in Folge Lydia Jakubisova auf Rechtsaußen, die mit einem Doppelschlag für den deutlichen 18:9-Pausenstand sorgte.

Der THC baute durch Treffer von Mazzucco, die auch aus dem Rückraum stark einnetzte, und Anne Hubinger die Führung weiter aus und lag eine Viertelstunde vor dem Ende beim 28:15 bereits auf der Siegerstraße. Im schnellen Tempospiel unterliefen jetzt den Thüringerinnen jedoch einige Fehler, ein weiterer Ausbau der bereits deutlichen Führung gelang nicht. Lena Hoffmann und Maike Daniels trafen für die Gäste, auf der Gegenseite steuerte Gordana Mitrovic mehrere sehenswerte Treffer bei. Die Deckungsreihen agierten aufgrund des deutlichen Spielstands nicht mehr mit der letzten Konsequenz, am Ende hieß es 39:25 für den Favoriten.

Trotz der geklärten Fronten gab es aber noch einen Aufreger: Die Schiedsrichter hatten einen Wechselfehler gesehen, was Herbert Müller zu lautstarkem Protest herausforderte, denn er war sich keines Fehlers bewusst. Als auch noch Co-Trainer Helfried Müller die Situation kommentierte, entschieden die Schiedsrichter auf drei Zeitstafen. Der THC musste mit drei Feldspielerinnen gegen sechs bestehen - und gewann bereits nach fünf Sekunden die Kontrolle über den Ball und überstand die Unterzahl in der Folge fast unbeschadet.

"Am Anfang haben wir ordentlich dagegen gehalten, dann haben wir uns durch viele technische Fehler einen Rückstand eingehandelt. Zum Ende der ersten Halbzeit haben wir das Spiel wieder ausgeglichen gestaltet. In der zweiten Halbzeit hat der THC seine Klasse ausgespielt, da hatten wir nicht wirklich eine Chance. Aber ich bin stolz, dass meine Mannschaft nicht aufgegeben und immer dagegen gehalten hat", erklärte Emir Hadzimuhamedovic, Trainer der Neckarsulmer Sport-Union.

"Ich möchte meiner Mannschaft einen Glückwunsch aussprechen", begann THC-Coach Herbert Müller die Pressekonferenz und führte aus: "Wir haben in der ersten Hälfte etwas gebraucht, um den Gegner richtig zu stellen. Wie schon gegen Metzingen war die NSU sehr stark in die Partie gekommen und ich war froh, dass wir in dieser Phase eine gute Deckung hatten. Im Angriff haben wir zwei Siebenmeter und zwei Tempogegenstöße nicht verwandelt, haben in der Abwehr dann zwei, drei Abpraller zu Neckarsulm kommen lassen, dadurch konnten wir uns nicht schon eher deutlich absetzen. Der Halbzeitstand hat uns Sicherheit gegeben - nach der Pause hat es einfach Spaß gemacht. Beide Mannschaften haben volles Tempo gespielt - so macht Handball Spaß."