23.09.2017 20:12 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

"Echt klasse" - Buxtehude mit dominantem Auftritt gegen Borussia Dortmund

Lone Fischer erzielte neun TrefferLone Fischer erzielte neun Treffer
Quelle: Lange, BSV
Der Buxtehuder SV setzt seinen guten Saisonstart fort. Vor 1.017 Zuschauern in der Halle Nord gewann der Pokalsieger deutlich gegen Borussia Dortmund. Beste Torschützin der Partie war erneut BSV-Linksaußen Lone Fischer mit neun Treffern, ebenfalls stark zeigte sich BSV-Torhüterin Antje Peveling. Von Beginn an geriet das BVB-Team ins Hintertreffen, weil sich die Gäste jeden Treffer hart erarbeiten musste. Die Buxtehuderinnen waren auf die Rückraumschützinnen des BVB gut eingestellt und verstanden es zudem, den Spielfluss der Gäste an den richtigen Stellen zu unterbrechen. Dortmund kam zur Pause noch einmal auf, nach einem 13:9 zum Seitenwechsel steuerten die Gastgeberinnen aber zu einem souveränen 30:21.

Die Zuschauer in der Halle Nord sahen das Comeback von Paula Prior, die mit Zweitspielrecht aus Rosengarten ihr Comeback für den BSV feierte sowie die Rückkehr von Michelle Goos, zumindest auf der Bank. "Lob an Rosengarten, das (Zweitspielrecht für Paula Prior) ging schnell und unkompliziert. Heute hat sie das hervorragend gemacht. Ich bin auch froh, dass ich Michelle mit der Schulter heute noch einmal schonen konnte", sagte BSV-Coach Dirk Leun zur Buxtehuder Personalsituation.

Der erste Treffer der Partie sollte unterdessen den Ton für das ganze Spiel voraussagen: Ballgewinn von Friederike Gubernatis in der Abwehr, die einen schnellen Pass nach vorne spielte und der Tempogegenstoß abgeschlossen von Lone Fischer. Insgesamt konnte der BSV viele Bälle in der eigenen Abwehr gewinnen, die sehr kompakt agierte und dem BVB wenig aussichtsreiche Abschlussmöglichkeiten ermöglichte. Die Abwehrarbeit der Buxtehuderinnen war einer der Schlüssel zum deutlichen Erfolg.

Der BSV hatte von Anfang das Heft in der Hand. Emily Bölk schweißte den Ball aus dem Rückraum in die untere Torecke zur ersten zwei Tore-Führung des Pokalsiegers nach knapp fünf Minuten - der Spielstand 3:1. In der achten Minute nahm BVB-Trainerin Ildiko Barna ihr erstes Timeout, doch es war der BSV, der durch Friederike Gubernatis nachlegen konnte: Eine schöne Drehung der Rückraumspielerin öffnete ihr den Raum, der anschließende Treffer war nur noch Formsache.

Dortmund fand gegen die Abwehr des BSV einfach kein Mittel, drei Treffer nach fünfzehn Minuten sind ein Indiz. In der eigenen Abwehr wiederum konnte die sonst so starke Abwehr des BVB keinen Zugriff finden. Dies war allerdings auch der effektiven Offensive des BSV geschuldet. Lone Fischer sorgte per sehenswerten Lupfer in der zwanzigsten Minute beim 9:5 erstmals für eine vier Tore-Führung. Ein Time-Out auf BSV-Seiten kurze Zeit später sollte sich als weitere gelungene Maßnahme der Gastgeber erweisen, die durch Treffer von Bölk, Schirmer und Gubernatis auf 12:6 davonzogen. Dortmund gelang es allerdings noch den Rückstand etwas zu verringern, Emilia Galinska traf quasi mit dem Halbzeitpfiff zum 13:9 Pausenstand.

Der Pokalsieger kam mit mächtig Dampf aus der Kabine. Paula Priors erster Treffer bei ihrer Rückkehr in die Halle Nord zum 17:9 nach 35 Minuten krönte einen perfekten Start in die zweite Halbzeit aus Sicht des BSV. Das gewohnte BVB-Bollwerk drohte zu bröckeln. Es dauerte bis zur 40. Minute ehe der BVB zum ersten Treffer kam, doch dann ging es Schlag auf Schlag. Sechs Treffer fielen in den nächsten zwei Minuten, die Borussia verkürzte in dieser turbulenten Phase den Rückstand zwischenzeitlich wieder auf fünf Treffer (20:15, 44. Minute).

Doch der BSV war heute einfach stärker, im Angriff aber vor allem in der Defensive. Ein Doppelschlag von Isabell Kaiser und Paula Prior sorgte in der Schlussphase mit dem 27:19 für eine komfortable Führung. Spätestens als Antje Peveling im Tor des BSV in der 55. Minute mit ihrer vierzehnten Parade einen Siebenmeter entschärfte, war die Entscheidung endgültig gefallen. Die Haupt-Protagonistinnen dieses Spiels, setzten auch den Schlusspunkt dieser Partie: Lone Fischer erzielte mit ihrem neunten Treffer den 30:21 Endstand, ehe Antje Peveling mit dem Schlusspfiff einen weiteren Ball parierte.

"Wir sind natürlich wahnsinnig enttäuscht. Wir haben uns wesentlich mehr vorgenommen und zu viele Chancen verworfen. Wie gesagt, eine Riesen Enttäuschung heute, aber wir werden nicht Kopf in den Sand stecken. Gratulation an Buxtehude, der Sieg war in dieser Höhe verdient", resümierte Ildiko Barna nach der Partie. BSV-Trainer Dirk Leun war hingegen mit der Leistung seines Teams hochzufrieden: "Was die Mannschaft heute geleistet hat war echt klasse. Wir hatten uns vorgenommen aus einer stabilen aggressiven Deckung den Gegner vor Problemen zu stellen und auf Tempo zu spielen. Ich denke, das ist uns in der ersten Halbzeit gut gelungen, ich bin eigentlich rundum zufrieden."