12.09.2017 08:31 Uhr - 1. Bundesliga - PM HC Rödertal, red

"Spielerisch gute Ansätze" - Rödertal trotz Niederlage zum Auftakt gegen Buxtehude mit positivem Fazit

Michelle UrbichtMichelle Urbicht
Quelle: Dieter Lange, BSV
Jetzt ist das erste Saisonspiel der Rödertalbienen im deutschen Oberhaus gespielt. Fans und Trainer waren sich hinterher einig: spielerisch kann es eigentlich so weiter gehen. Nur an der Chancenverwertung und am Ergebnis muss die Mannschaft noch arbeiten. Der HC Rödertal verlor beim Buxtehuder SV mit 22:29, konnte aber erhobenen Hauptes von der Platte gehen.

Chefcoach Karsten Knöfler fasste das Spiel wie folgt zusammen: "Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Wer beim DHB-Pokalsieger nach einer 1:8-Anfangsphase wieder zurück ins Spiel kommt und nicht untergeht, dem kann man eine großartige Mentalität bescheinigen. Wir haben spielerisch gute Ansätze gezeigt, auf die wir jetzt aufbauen müssen."

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass es den Bienen einfach noch an Routine auf diesem Niveau fehlt. So verwandelte der BSV alle seiner acht Siebenmeter, während auf Bienenseite nur zwei von drei Siebenmetern den Weg ins Tor fanden. Ebenso standen neun Zeitstrafen des HCR nur zwei Zeitstrafen der Norddeutschen gegenüber. Was man phasenweise spielerisch von den Rödertalbienen sah, überzeugte jedoch, sodass sie mit erhobenem Haupt und dem nächsten Spiel vor Augen die Heimreise antreten können.

Die 1055 Zuschauer, in der gut besuchten Halle, trugen ihr Übriges dazu bei. So konnte der BSV, in Person der einmal mehr stark aufspielenden Nationalspielerin Lone Fischer (10/7 Tore), den ersten Treffer der neuen Saison markieren. Izabella Nagy erzielte kurz darauf das Premierentor des HC Rödertal in der 1. Bundesliga. Was diesem Anschlusstreffer zum zwischenzeitlichen 1:2 nach 3 gespielten Minuten jedoch folgte, war die schwächste Phase der Bienen. Durch unzählige Fehlpässe und Schwächen im Abschluss lud man den Gegner förmlich zum Torewerfen ein. Buxtehude bedankte sich und zog auf 8:1 davon, was Cheftrainer Karsten Knöfler dazu veranlasste, bereits nach knapp 10 Minuten, zum ersten Mal ein Timeout zu nehmen.

Doch auch im Anschluss wollte den Bienen nicht viel gelingen. Immer wieder vergaben sie Torchancen leichtfertig oder spielten sich in der gegnerischen Defensive fest, während man bei gegnerischem Angriff viel zu viel Raum ließ oder sich unnötige 2-Minuten-Strafen einhandelte. In dieser schwierigen Phase war es die gut aufgelegte Torhüterin Nele Kurze die Schlimmeres verhinderte. Bezeichnenderweise leitete sie mit ihrem Treffer zum 6:12 ins leere Tor des Buxtehuder SV nach 24 Minuten die stärkste Phase der Bienen ein. Als wäre ein Ruck durch die Mannschaft gegangen, spielten die Mädels nun deutlich bessere Torchancen heraus und waren auch in der Abwehr auf der Höhe.

Daraus resultierte ein versöhnlicher 9:13 Pausenrückstand. Die Hoffnung, die sich bei den mitgereisten Fans breit machte, wurde jedoch direkt nach Wiederanpfiff zunichte gemacht. Die Mannschaft des HCR verfiel wieder in ihr, eigentlich abgeschüttelt geglaubtes, Muster und war erneut im Defensivverhalten den berühmten Schritt zu spät.

Folglich setzten sich die Norddeutschen wieder auf 17:10 nach 35 Minuten ab. Allerdings entwickelte sich nun ein munteres Spiel, in dem die Bienen auf Augenhöhe agierten. Die inzwischen eingewechselte Ann Rammer stand ihrer Torhüter-Kollegin in nichts nach, sodass die Bienen erneut auf 20:25 verkürzen konnten. Kurz vor Schluss der Partie wurde es nochmal hektisch. Kathleen Nepolsky beging 20 Sekunden vor Spielende, während einer Torchance des BSV, einen Wechselfehler, der von dem sonst so souveränen Schiedsrichterduo mit der roten Karte geahndet wurde. Dadurch wird sie für mindestens ein Spiel gesperrt. Den anschließenden Siebenmeter verwandelte Lone Fischer zum 29:22-Endstand aus Sicht des Buxtehuder SV.