09.09.2017 21:47 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß

Trotz Kramarczyk-Show: Leverkusen unterliegt Bietigheim

Valentyna Salamakha parierte entscheidende WürfeValentyna Salamakha parierte entscheidende Würfe
Quelle: Marco Wolf
1.131 Zuschauer in der Ludwigsburger MHP-Arena sahen eine Partie, in der sich der Deutsche Meister SG BBM Bietigheim gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen lange schwer tat. Nach einer Viertelstunde lagen die Elfen mit 4:7 vorne. Katja Kramaczyk parierte in Weltklasseform. Wegen ihres schwachen Rückzugsverhaltens konnten die Rheinländerinnen den Vorsprung aber nicht verwalten. Nach dem 13:12-Halbzeitstand lag Bietigheim durchweg vorne. Martin Albertsen hatte dabei mit dem Wechsel im Tor von Wester auf Salamakha den richtigen Riecher. Die Ex-Leverkusenerin parierte die entscheidenden Würfe und verlieh der SG bis zum 24:20-Endstand Selbstbewusstsein.

Der TSV Bayer 04 Leverkusen gestaltete die ersten Minuten der Partie. Unter der Regie von Zivile Jurgutyte spielten die Werkselfen zwar behäbig, aber mit großer Übersicht auf. Beim 0:2 (4.) wurde Rechtsaußen Amelie Berger sehenswert in Szene gesetzt. Danach drehte der Deutsche Meist er auf. Die Deckung wurde offensiver, Leipzig-Neuzugang Karolina Kudlacz-Gloc wurde eingewechselt, und Angela Malestein und Susann Müller machten nach schnellen Pässen beim Abschluss kurzen Prozess. Biltoft setzte sich beim 3:3 (8.) am Kreis durch, Wester parierte kurz darauf gegen Rode und Kudlacz-Gloc erkämpfte einen Strafwurf, mit dem Naidzinavicius die 4:3-Vorlage des Meisters besorgte.

Leverkusen übernahm wieder das Spiel, während Biltoft wegen Foulspiels gegen Karolius draußen saß. Bietigheim gelangen zwar freie Würfe, doch Kramarczyk parierte mehrmals in Serie. Karolius´ Doppelschlag brachte das 4:6 (13.). Als Potocki zum 4:7 durchbrach, zückte Martin Albertsen die Grüne Karte zur Auszeit. Leverkusen strahlte bislang eine große Ruhe aus. Dem Dänen gelang es nun, sein Team zu wecken. Nina Müller und Fie Woller beendeten die fast acht Minuten lange Torflaute des Deutschen Meisters. Doch der Respekt vor Kramarczyk war weiterhin spürbar, etwa beim folgenden Pfostenwurf Wollers. Zudem funktionierte die Elfen-Deckung recht gut.

Die Fehler im Angriff häuften sich hin und wieder auf beiden Seiten, nicht ungewöhnlich für ein erstes Saisonspiel. Leverkusen konnte sich dabei weiterhin auf Kramarczyk verlassen. Derweil konnte sich Wester steigern, sie musste aber oftmals mit der mangelnden Aggressivität ihrer Vorderleute hadern. Leverkusens Trainerin Renate Wolf beklagte indes das Rückzugsverhalten nach Fehlern, nachdem Lauenroth das 9:10 (25.) erlaufen hatte. Kim Berndt rückte auf die Mitte. Das schien nichts zu nutzen, denn die SG BBM nutzte diese Schwäche rasant, um durch Woller zur 11:10-Führung (26.) zu kommen. Naidiznaivicius sorgte unter Schrittfehler-Verdacht für den 13:12-Pausenstand.

Die Bietigheimer Kapitänin war es auch, die die zweite Halbzeit mit ihrem Doppelschlag zum 15:12 eröffnete. Die SG drückte, um Gegensatz zur ersten Spielhälfte, mehr aufs Tempo und wurde aggressiver. Leverkusen musste indes nach 36 Minuten auf Sally Potocki verzichten, die offenbar Schmerzen in der rechten Hand hatte. Die Elfen mussten sich neu sortieren, sie gerieten nach dem 16:14 aber nur langsam ins Hintertreffen, da Kramarczyk ihr Team im Spiel hielt. Lauenroth konterte nach 40 Minuten zum 17:14, ehe Renate Wolf das Spiel unterbrach. Energisch rief sie ihre Spielerinnen wegen des weiterhin problematischen Rückzugsverhaltens zur Ordnung.

Rodes Doppelschlag zum 17:16 brachte die Gäste vorerst ins Spiel. Nun war es an Martin Albertsen, sich über die passive Deckung seiner Sieben zu beschweren. Bei Leverkusen rückte Potocki wieder aufs Feld und machte mit Rode einen guten Job gegen Susann Müller. Berndt glich beim 17:17 aus. Auf BBM-Seite hatte sich Valentyna Salamakha gegen ihr Ex-Team gut eingeführt. Nach 48 Minuten verhinderte sie den 17:18-Führungswechsel. Malestein und Woller nutzten drei Vorlagen der BBM-Torfrau zum 21:18 (50.). Nur drei Gegentreffer in zehn Minuten zeigten, dass die Bietigheimer in der Schlussphase solide auf der Ukrainerin baute. Schulze konterte zum 22:18 (52.).

Leverkusen nahm eine Auszeit, um den Fokus im Abschluss wiederzufinden. Dies gelang jedoch nicht mehr. Karolina Kudlacz-Gloc setzte beim 24:19 (56.) ihren ersten Treffer im BBM-Trikot und erhöhte den Vorsprung auf fünf Tore. Im Endspurt zwang der Deutsche Meister die Rheinländerinnen immer wieder zu Fehlern und in die Defensive. So gelang den "SG-Ladies" letztlich, trotz 16/1 Kramarczyk-Paraden zum Auftakt in Ludwigsburg ein 24:20-Arbeitssieg gegen Leverkusen, das in Sachen Abwehr überzeugte. Doch Bietigheim nahm den Elfen in der zweiten Halbzeit mit einer defensiven 6:0-Formation ihre offensiven Stärken, Durchbrüche waren kaum noch möglich.

1. Spieltag:

Samstag, 09.09.2017:
Buxtehuder SV         - HC Rödertal              29:22 (13:9)
HSG Bensheim-Auerbach - HSG Bad Wildungen Vipers 26:29 (13:16)
Neckarsulmer SU       - TuS Metzingen            24:36 (17:15)
TV Nellingen          - Borussia Dortmund        27:28 (11:12)
SG BBM Bietigheim     - Bayer 04 Leverkusen      24:20 (13:12)

1.  TuS Metzingen            1 1 0 0 +12 36:24 2:0
2.  Buxtehuder SV            1 1 0 0  +7 29:22 2:0
3.  SG BBM Bietigheim        1 1 0 0  +4 24:20 2:0
4.  HSG Bad Wildungen Vipers 1 1 0 0  +3 29:26 2:0
5.  Borussia Dortmund        1 1 0 0  +1 28:27 2:0
6.  Thüringer HC             0 0 0 0   0  0:0  0:0
6.  Frisch Auf Göppingen     0 0 0 0   0  0:0  0:0
6.  HSG Blomberg-Lippe       0 0 0 0   0  0:0  0:0
6.  VfL Oldenburg            0 0 0 0   0  0:0  0:0
10. TV Nellingen             1 0 0 1  -1 27:28 0:2
11. HSG Bensheim-Auerbach    1 0 0 1  -3 26:29 0:2
12. Bayer 04 Leverkusen      1 0 0 1  -4 20:24 0:2
13. HC Rödertal              1 0 0 1  -7 22:29 0:2
14. Neckarsulmer SU          1 0 0 1 -12 24:36 0:2

Nächste Spiele:

Mittwoch, 13.09.2017:
Thüringer HC       - Frisch Auf Göppingen 19.30
HSG Blomberg-Lippe - VfL Oldenburg        19.30