11.03.2007 17:35 Uhr - DHB-Pokal - Felix Buß - hbvf.de

Göppingen im Freudentaumel – Nach 35:32 Pokaltriumph gegen Trier zum Final Four nach Riesa

Heute wieder eine Klasse für sich: Christine Dangel von den Frisch Auf FrauenHeute wieder eine Klasse für sich: Christine Dangel von den Frisch Auf Frauen
Quelle: Axel Dach
Vom Start weg waren die Gastgeber, die in der Liga gegen Trier in beiden Begegnungen schlecht aussahen, gleichwertig. Die intensive Begegnung war in den ersten zehn Minuten geprägt von Strafwürfen, da beiden Teams ihre Aufgaben in der Defensive ernstnahmen. Göppingen gelang es, die Achse Baumbach-Althaus fast völlig auszuschalten und zugleich im Angriff relativ ballsicher zu spielen. In den letzten zehn Minuten gelang Göppingen dann ein vorentscheidender Zwischenspurt von 11:12 (19.) auf 17:12 (26.), während dem Mami Tanaka mit fünf Paraden auftrumpfte. Auch während der zweiten Halbzeit setzte sich die Energieleistung der Gastgeberinnen fort, der Trier mit nur einer Ersatzspielerin nur wenig entgegensetzen konnte. Trier hatte lediglich in Nykytenko mit 8/5, Althaus (6) und Baumbach (8) seine sicheren Torschützinnen. Bei den Gastgeberinnen, ragte Tine Dangel mit 9/3 Treffern im zweiten Abschnitt noch heraus.

Sofort nach dem Anpfiff merkte man Göppingen heute den unbändigen Willen an, gegen Trier etwas zu erreichen und sich villeicht für Riesa zu qualifizieren. Dem hatte anfangs nur Oxana Pal etwas entgegen zu setzen, die mit allen drei Treffern am 3:3 nach sechs Minuten beteiligt war. Göppingen konnte sich hingegen endlich einmal auf die Treffsicherheit aller Spielerinnen verlassen, wobei die Tierer Torhüterinnen Gräfer und März einen ganz schwachen Tag hatten. Nach dem Ausgleich waren es dennoch die Miezen, die einen kleinen Vorsprung aufbauten, da Göppingen einmal die Latte traf und zweimal den Ball verlor.

Doch die Unsicherheit legte sich schnell bei den Grün-Weißen. Dangel, Munteanu, und Unseld erzielten jeweils den Ausgleich, dann parierte die gut aufgelegte Mami Tanaka im Frisch Auf-Tor einen Konter von Baumbach, Althaus stand nach einem Pass von Pal im Kreis. Im Gegenzug markierte Fritz das 9:7, Pal und Baumbach glichen allerdings sofort aus. In Unterzahl behielten die Gastgeberinnen dann zunächst die Nerven, verwandelten sogar einen Strafwurf, aber kurz darauf bei zahlenmäßiger Überlegenheit schlichen sich wieder Unsicherheiten im Angriff ein. Die FA-Defensive blieb mithin stabil, Inga Frey schnappte sich nach 21 Minuten beim Stand von 11:12 den Ball und verwandelte den Konter zum Ausgleich. Der Trierer Trainer Skercevic nahm jetzt die Auszeit, da Maren Baumbach sich im Angriff die Zähne ausbiss und Göppingen immer wieder zu leichten Treffern kam.

Trier konnte sich allerdings, personell stark angeschlagen, auch in der Folge nicht steigern. Vielmehr vergaben Pal und Baumbach vier Chanchen in Folge an Tanaka, Göppingen erhöhte durch Fritz, Vojtiskova und Schulz auf 17:12 (26.) und spielte in dieser Phase sehr selbstbewusst. Beim 18:13 eine Minute vor dem Halbzeitpfiff lag Göppingen noch immer mit fünf Toren vorn. Erst dann ermöglichten Unachtsamkeiten Trier den 18:15-Halbzeitstand. Nach Wiederanpfiff schien es zunächst besser für Trier zu laufen, Gräfer parierte zwei Würfe und Steinbach markierte das 19:15. Jetzt machte bei den Gästen vor allem Nykotenko das Spiel, aber nach ihrem Treffer zum 20:17 konnte sich Göppingen mit einer Toresserie der gut spielenden Katrin Schröder, sowie Breidert und Schulz erneut absetzen. 23:17 stand es nach 38 Minuten. Und da Frisch Auf weiter frisch und motiviert aufspielte, blieb es bei diesem Vorsprung selbst in Unterzahl. Sogar einige Fehlwürfe konnten sich die Gastgeberinnen gegen kämpfende Miezen leisten.

Nach 47 Minuten lagen die Underdogs beim 29:22 erstmals mit sieben Toren vorn, Unseld hatte einen Ball an der Hülfte von Maike März vorbeigezirkelt, Tine Dangel, die in der zweiten Halbzeit auch im Angriff großartig agierte, traf ebenfalls. Da Mami Tanaka weiter ihre Leistung bestätigte, blieb es bei dem Vorsprung bis zur 53. Minute, als Dangel das 32:25 markierte.

Trier schien in dieser Phase, Pütz und Baumbach trafen nur Holz, vollends geschlagen. Aber der Tabellenvierte kam zurück ins Spiel. Baumbach, Althaus und Pütz markierten die Treffer zum 33:30, während Göppingen zweimal den Ball verlor. Eine offene Deckung brachte den Gästen danach aber nicht mehr den erwünschten Anschluss. Eine Minute waren noch zu spielen, als Martina Fritz mit einer schönen Einzelleistung das 35:31 markierte. Nykytenko war noch ein Strafwurf zum Endstand vorbehalten. „Das ist ein großer Schritt für uns, dass wir uns für Riesa qualifiziert haben. Ich glaube, das gibt uns Selbstbewusstsein im Kampf um den Klassenerhalt“, freute sich Göppingens Hagen Gunzenhauser, dessen Team nun auf Buxtehude trifft und sich Siegchancen ausrechnet. Indessen konnte sein Trierer Kollege Skercevic die schwache Leistung seiner Spielerinnen angesichts fünf verletzter Stammspieler und nur einer Feld-Auswechselspielerin sowie des Spiels in Leipzig, das viel Kraft gekostet hat, nachvollziehen.