05.08.2017 22:12 Uhr - 1. Bundesliga - Timo Hölscher

Wittlicher Handball-Cup: Schwäbisches Duell im Halbfinale

Bietigheims Neuzugang Ines Ivancok stand in der Start-Sieben gegen Bayer LeverkusenBietigheims Neuzugang Ines Ivancok stand in der Start-Sieben gegen Bayer Leverkusen
Quelle: René Weiss
Beim zweitätigen Wittlicher Handball-Cup stehen sich am Sonntag mit der TuS Metzingen und der SG BBM Bietigheim zwei schwäbische Teams im Halbfinale gegenüber. Im zweiten Halbfinale treffen der französische Meister Metz sowie der Buxtehuder SV aufeinander. Beste Werferin am ersten Turniertag war Jennifer Rode (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit 14 Toren. Die Halbfinalspiele beginnen am Sonntag um 11:45 Uhr, das Finale um 17:45 Uhr.

Gruppe A:

SPR Pogon Stettin - Buxtehuder SV 21:30 (10:13)

Buxtehude trat bis auf die verletzte Spielmacherin Lynn Knippenborg in Bestbesetzerin an. Mit dabei waren auch die Nachwuchsspielerinnen Natalia Axmann und Lisa Boruta, die auch beide zum Einsatz kamen. Nach ausgeglichener Anfangsphase führte der BSV beim 3:5 erstmals mit zwei Treffern, für den Linksaußen Lone Fischer von Beginn an hellwach war und schnell drei Tore erzielte. Bei den Polinnen zeigte sich Monika Koprawska treffsicher. Nach dem 6:6 zog Buxtehude auf 8:11 davon.

Viel Zug zum Tor hatte Frederike Gubernatis. Erfreulich: Nach langer Verletzungspause feierte Yara Maria Nijboer ein erfolgreiches Comeback - die Linkshänderin erzielte drei Treffer am ersten Tag. Der deutsche Pokalsieger zeigte insgesamt gute spielerische Ansätze, der mit seinen beiden Neuen Christina Haurum am Kreis und Katharina Meier auf Rechtsaußen antrat. Nach dem Seitenwechsel setzte sich der BSV über 11:17 und 14:21 ab. Gute Paraden zeigte Torfrau Julia Gronemann. Während Stettin immer mehr Abstimmungsprobleme offenbarte, gefiel bei Buxtehude nun auch Nationalspielerin Emily Bölk.

SPR Pogon Stettin - TuS Metzingen 19:34 (8:15)
Metzingen begann gleich mit vier Neuen: Isabell Roch im Tor, Shenia Minevskaja und Monika Kobylinska im Rückraum sowie Dorina Korsos auf Linksaußen. Alle drei neuen Feldspielerinnen trafen bereits in den ersten zehn Minuten gegen Stettin. Der Dritte der vergangenen Bundesliga-Saison überrannte die Polinnen mit seinem Tempospiel, sodass schon beim 2:7 die Richtung des Spiels klar erkennbar war. Stettin mit seiner jungen Mannschaft hingegen wirkte zunehmend müder. Die Partie wurde immer einseitiger - auch die vielen Wechsel des neuen TuS-Trainers René Hamann-Boeriths änderten daran nichts. Mit gutem Zusammenspiel und einer starken Torfrau Roch fuhr Metzingen einen nie gefährdeten Erfolg ein.

Buxtehuder SV - TuS Metzingen 22:25 (12:13)
Im Kampf um den Gruppensieg traf Minevskaja wie im ersten Spiel gleich zweimal. Nach dem 2:5 glich der BSV zum 5:5 aus. Erneut überzeugten bei Buxtehude Gronemann sowie Bölk, die mit elf Toren am ersten Tag erfolgreichste Werferin der Niedersächsinnen war. Die Partie blieb spannend, die Führungen wechselten. Beim 13:15 lag Metzingen einmal mit zwei Toren vorn, doch Maike Schirmer und Fischer per Kempatrick egalisierten. Mitte der zweiten Halbzeit erwischte Metzingen eine starke Phase, in der Roch gut parierte und Linkshänderin Kobylinska erfolgreich traf. Beste TuS-Werferin am ersten Tag war Minevskaja mit 12 Toren. Beim 16:20 war aber noch keine Vorentscheidung gefallen. Buxtehude stemmte sich gegen die drohende Niederlage, die letztlich aber doch eintraf.

Tabelle:
1. Metzingen 4:0 Punkte
2. Buxtehude 2:2
3. Stettin 0:4


Gruppe B:

SG BBM Bietigheim - TSV Bayer 04 Leverkusen 26:23 (12:11)

Bietigheim musste auf seine Rückraumkräfte Karolina Kudlacz-Gloc (Trainingsrückstand), Nina Müller (private Gründe) und Maura Visser (verletzt) verzichten - somit begann Neuzugang Ines Ivancok im linken Rückraum. Bei Leverkusen kamen Franziska Mietzner (Trainingsrückstand), Kim Berndt (Fußverletzung), Annefleur Bruggemann (erkrankt) sowie Mia Zschocke und Amelie Berger (beide U-19-WM) nicht zum Einsatz. Auf Linksaußen neu dabei war Jill Meijer - auf Rechtsaußen begann Nachwuchsspielerin Elaine Rode.

Bietigheim startete mit Tempospiel und ging mit 3:1 in Führung. Jennifer Rode hielt aber mit ihren Toren dagegen. In der 14. Minute wechselte Bayer-Trainerin Renate Wolf ihren Neuzugang Marija Gedroit ein. Nach dem 10:7 kam bei Bietigheim die kurzfristig verpflichtete Cecilie Woller, die heute überwiegend im Rückraum agierte. Zwei Minuten später wurde auch Neuzugang Charris Rozemalen eingewechselt im Trikot des deutschen Meisters. Die Partie blieb im ersten Durchgang spannend, auch weil Leverkusen nach Siebenmetern meist traf. Nach dem Wechsel führten die Süddeutschen zwar mit 15:11 und 20:17, doch das Fehlen der Leistungsträgerinnen machte sich bemerkbar. Leverkusen gab nicht auf. Die eingewechselte Anna Seidel erzielte drei Treffer. Beim 21:20 war noch alles drin, doch am Ende behielt Bietigheim die Oberhand.

Metz Handball - SG BBM Bietigheim 24:21 (13:11)
Metz begann mit Neuzugang Manon Houette (vom Thüringer HC gekommen) auf Linksaußen sowie mit der deutschen Nationalspielerin Xenia Smits im linken Rückraum. Beim 7:3 deutete sich ein klarer Ausgang an, doch Bietigheim hielt weiter dagegen. Trainer Martin Albertsen beorderte Linksaußen Martine Smeets in den Rückraum, und prompt stand es 7:7. Beide Torhüterinnen gefielen nun - Marina Rajcic beim französischen sowie Tess Wester beim deutschen Meister. Auch das 15:11 war noch keine Vorentscheidung, Bietigheim kam bis auf 17:16 heran und brachte den siebten Feldspieler. Dabei agierten die Süddeutschen mit zwei Kreisspielerinnen. Sechs Tore von Susann Müller in dieser Partie (zehn am ersten Tag gesamt) hielten ihr Team im Spiel, doch es reichte nicht mehr zum Punktgewinn, da in der Schlussphase Nationaltorfrau Laura Glauser glänzend parierte bei Metz.

TSV Bayer 04 Leverkusen - Metz Handball 23:29 (7:14)
Leverkusen musste diese Partie gewinnen, um noch das Halbfinale zu erreichen. Doch Metz ging schnell in Führung, über 1:3, 4:8 zum 7:14 zur Pause. Das deutsche Team leistete sich zu viele Abspielfehler. Zudem parierte Rajcic erneut stark. Mit seinem starken Rückraum und der Linksaußen Marion Maubon, die im ersten Durchgang vier Treffer in Folge erzielte, war der französische Meister zu stark für den Tabellenachten der vergangenen Bundesliga-Saison. Nach dem 7:19-Zwischenstand deutete sich sogar ein Debakel an, doch das Beyer-Team kam noch einmal zurück. Jennifer Rode traf sieben- und Gedroit sechsmal in der Partie, während die Französinnen in der Schussphase einen Gang herausnahmen. Zweitbeste Werferin von Metz war am ersten Tag Smits mit acht Toren.

Tabelle:
1. Metz 4:0 Punkte
2. Bietigheim 2:2
3. Leverkusen 0:4

Spielplan am Sonntag:

Halbfinalspiele:

11:45 Uhr: Metzingen - Bietigheim
13:15 Uhr: Metz - Buxtehude

Spiel um Platz 5:
14:45 Uhr: Stettin - Leverkusen

Finale:
17:45 Uhr: Sieger Halbfinale 1 - Sieger Halbfinale 2