04.08.2017 11:53 Uhr - 1. Bundesliga - Martin Granzow-Emden

"Wir sind auf einem guten Weg": Martin Albertsen im Interview

Martin Albertsen Martin Albertsen
Quelle: groundshots.de
Martin Fruelund Albertsen, Cheftrainer der SG BBM Bietigheim, erzählt im Interview über Neuzugang Cecilie Woller, das Vorbereitungs-Turnier in Wittlich und Teambuilding-Maßnahmen im Trainingslager in La Santa.

Hallo Martin, du kommst direkt vom Vormittagstraining. Wie war?s?

Martin Albertsen:
Danke, sehr gut. Wir trainieren fleißig, haben noch ein paar verletzte Spielerinnen aber das ist normal in der Anfangsphase einer Saison. Wir arbeiten hart dafür, dass alle in eine gute körperliche Grundverfassung kommen. Darüberhinaus wünschen wir uns im Vergleich zur letzten Saison eine weitere Entwicklung im taktischen und technischen Bereich und sind dabei auf einem guten Weg.

Beim Training war auch Neuverpflichtung Cecilie Woller dabei. Was sind deine Eindrücke?

Martin Albertsen:
Ich denke, sie wird eine sehr gute Neuverpflichtung für uns sein. Sie kommt mit Erfahrung vom Ligahandball in Dänemark und einigen Länderspielen für die dänische U18 und U21. Sie hat eine super Entwicklung gemacht in den letzten drei Jahren und war die Schlüsselspielerin bei Ajax in der Abwehr und im Angriff.

Welche Qualitäten bringt sie mit? Auf was dürfen sich die Fans der SG BBM Bietigheim freuen?

Martin Albertsen:
Sie ist eine klassische Spielmacherin, die im Rückraum aber auch auf Linksaußen eingesetzt werden kann. Ich denke sie ist eine clevere und ziemlich komplette Spielerin, die ein Auge für das ganze Spielfeld, die Halbpositionen und den Kreis hat. Wir wollen, dass sie sich sobald wie möglich wohl fühlt in Bietigheim und unsere Kultur schnell kennenlernt.

Wie sind deine ersten Eindrücke von ihr und wie wird sie in die Mannschaft integriert?

Martin Albertsen:
Sie war die letzten beiden Tage im Training dabei, hat ein gutes Auge und ist insgesamt einfach eine gute Handballerin. Zum Glück haben wir auch andere dänische Spielerinnen im Kader. Das macht die Integration deutlich einfacher.

Warum wolltet ihr sie unbedingt verpflichten?

Martin Albertsen:
Wir haben nächste Saison durch die Dreifachbelastung in Liga, Pokal und Champions-League unglaublich viele Spiele. Da wollen wir einfach breit aufgestellt sein. Außerdem wollen wir das Trainingsniveau verbessern. Dafür braucht man kompetente Leute.

Welche Rolle hat ihre Zwillingsschwester Fie Woller beim Wechsel gespielt?

Martin Albertsen:
Wir haben so viel wie möglich mit Cecilie selbst gemacht. Dennoch ist es gut für sie, dass mit Fie Woller ihre Schwester im Team ist. Das macht die Integration einfacher. In erster Linie soll sie aber auf sich schauen und sich fragen: "Was ist wichtig für mich? Wo kann ich mich weiterentwickeln?"

Ist die Personalplanung dann damit abgeschlossen oder wünschst du dir noch Verstärkungen?

Martin Albertsen:
Wir haben den Kader komplett und können mit diesen Spielerinnen durchtrainieren. Es ist sehr wichtig, dass dieses Jahr nicht so viele neue Leute kommen. Wir haben weniger Spielerwechsel als in der Vorsaison und das Team ist eingespielt. Wir haben auch nächstes Jahr viel vor. Alle wissen das die Vorbereitung hart ist. Dennoch denke ich, wir sind auf einem guten Weg.

Euer Weg führt am Wochenende erstmal zum Wittlicher Handball-Cup. Was erwartet euch dort?

Martin Albertsen:
In Wittlich herrscht traditionell ein insgesamt sehr gutes und professionelles Niveau. Nach Wittlich kommen die besten nationalen und internationalen Mannschaften. Gegen Metz treffen wir beispielsweise auf einen kommenden Champions-League-Gegner. Aber auch Leverkusen hat beispielsweise eine deutliche Steigerung gemacht. Letzte Saison haben wir das Turnier in Wittlich gewonnen. Daher bin ich gespannt, was dieses Jahr für uns drin ist.

Auf Wittlich folgt La Santa. Wo liegt euer Schwerpunkt im Trainingslager in Spanien?

Martin Albertsen:
Wir wollen vor allem das Team eng zusammenbauen und die neuen Leute integrieren. Daher hat Teambuilding und das Mentale eine hohe Priorität. In La Santa herrschen optimale Bedingungen und wir treffen unter anderem auf den spanische Meister und dänische Topvereine. Hier trainieren auch Topsportler aus anderen Sportarten und viele olympische Mannschaften haben sich schon hier vorbereitet. Davon kann man sich inspirieren lassen.

Teambuilding steht bei vielen Profi-Mannschaften in der Vorbereitung auf dem Plan. Manche Teams gehen in den Klettergarten, andere ins Wildwasser. Was habt ihr euch überlegt?

Martin Albertsen:
Ich denke das Beste Teambuilding macht man auf dem Spielfeld. Wir reden daher vor allem darüber, wie wir die Abläufe verbessern können. Jeder kennt die Rahmen in denen wir arbeiten: Es geht immer von der Einzelentwicklung zum Team, das heißt jede Spielerin soll auch individuell einen Plan erarbeiten, den sie erreichen will. Es sind also viele kleine Trainingsziele und nicht nur ein großes Ziel.

Das vergangene Jahr war die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte. Die Erwartungen sind demnach bei allen gestiegen. Meint ihr, dass ihr diese Leistungen wiederholen könnt?

Martin Albertsen:
Wir wissen, dass es schwer ist das zu wiederholen, was wir erreicht haben. Man muss die guten Sachen aber mitnehmen. Für mich geht es immer um Entwicklung. Es gibt kein Training von uns, mit dem wir zufrieden sind, wenn es nur der "status quo" ist. Wir müssen immer noch ein bisschen mehr machen für den Erfolg. Neue Wege gehen und nach Entwicklung zu streben, kann sehr schwer sein. Wir lassen dem Team aber Zeit, dann wird das hoffentlich so gut wie letzte Saison.