07.07.2017 18:44 Uhr - 1. Bundesliga - thc, red

Eine THC-Legende sagt "Tschüss": Vertrag von Katrin Engel aufgelöst

Katrin EngelKatrin Engel
Quelle: groundshots.de
Eine THC-Legende sagt "Tschüss": Katrin Engel hat nach reiflichen persönlichen Überlegungen den Thüringer HC um die Vertragsauflösung gebeten. Dies teilte der Verein am Freitagnachmittag mit. Nach sieben Jahren beim sechsmaligen deutschen Meister beendet eine der erfolgreichsten Handballerinnen ihre Karriere.

"Ich habe echt sehr sehr lange nachgedacht, um eine Entscheidung zu fällen. Natürlich ist mir das nicht leichtgefallen, nach so vielen schönen Momenten mit dem Thüringer HC! Es gibt nicht nur einen Grund, warum ich aufhören möchte, sondern es ist ein Resultat aus vielen kleinen Gründen, die ich gar nicht alle aufzählen kann und möchte", erläutert Engel. "Wie gesagt, ich habe mir viele Gedanken gemacht und mich nun für den beruflichen Werdegang und mein Privatleben entschieden. Ich wünsche der Mannschaft für alles Weitere, alles alles Gute. Besonderer Dank an all die tollen Menschen und Fans, die ich in der THC-Familie kennenlernen durfte, ich werde viele vermissen!"

Herbert Müller bedauert den Abschied. "Mit Katrin Engel verlässt eine der ganz Großen die Handballbühne. Solche Spielerinnen findet man höchst selten. Fleißig, bescheiden, zuverlässig, mit einer unglaublichen Qualität im linken Arm, schnell, zweikampfstark in Angriff und Abwehr und dazu unfassbar mannschaftsdienlich", lobt der erfahrene Trainer. "Selten habe ich so eine Spielerin gesehen, die im Rückraum und auf Außen, sowohl im Angriff als auch in der Abwehr alles für ihr Team tut."

Müller weiter: "Ihre unzählige Titelsammlung belegt diese Qualitäten. Neben den Mannschaftserfolgen will ich nur die WM-Torjägerkanone in China erwähnen. Ich persönlich verliere eine treue Weggefährtin, sowohl beim Thüringer HC als auch meinen Kapitän im Nationalteam. Wir alle haben ihr hier viel zu verdanken. Sie ist der Inbegriff der sportlichen Erfolge des Thüringer HC. Crisu ist nicht zu ersetzen. Ich verbeuge mich vor dem Menschen und der Spielerin Katrin Engel und sage einfach nur persönlich: Danke!"

THC-Geschäftsführer Tobias Busch: "Nach der erst kürzlich vereinbarten Vertragsverlängerung kam die Anfrage von Crisu zur Vertragsauflösung für uns doch recht überraschend. Nachdem sie jedoch die Beweggründe ausführlich dargestellt hat, konnten und wollten wir einer so verdienten Spielerin natürlich keine Steine in den Weg legen. Es zeigt uns einmal mehr, wie schnelllebig speziell dieser Sport ist und das Familie und Beruf eine wichtigere Rolle einnehmen."

Die Verdienste von Katrin Engel für den Thüringer HC, so der Geschäftsführer weiter, "sind enorm, war sie doch bei allen erreichten Titeln ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Für diese Leistungen können wir uns nur bedanken! Unsere Entscheidung zur Zustimmung zur Vertragsaufhebung hat natürlich erleichtert, dass zu dem Zeitpunkt mit Alexandra Mazzucco noch eine hervorragende Spielerin auf dem Markt war. Wir wünschen ihr von ganzem Herzen alles Gute für ihre private und berufliche Zukunft."

Allein mit dem Thüringer HC gewann Katrin Engel sechsmal in Folge die deutsche Meisterschaft, zweimal den DHB-Pokal und zweimal den Supercup. 284-mal trug Katrin Engel in der Bundesliga, dem DHB-Pokal, dem Supercup und in der EHF Champions League, das Trikot des Thüringer HC. Dabei erzielte sie 1260/469 Tore. Zuvor wurde sie, bereits unter Trainer Herbert Müller, von 2005-2009 mit dem FC Nürnberg einmal deutsche Meisterin (2006/07). Mit dem TSV Bayer 04 Leverkusen gewann sie ihren ersten DHB-Pokal (2009/10).

Beim 1. FC Nürnberg (2006/07 - 2008/09), seit 2010 beim THC und in der österreichischen Nationalmannschaft, trainierte und spielte Katrin Engel unter Trainer Herbert Müller, wo sie immer eine Schlüsselrolle spielte und Führungsverantwortung übernahm. Katrin Engel beendet ihre internationale Handballkarriere mit 215 Länderspielen und 892 Toren. Es gibt wohl kein Trainer-Spielerinnen-Gespann, das sich so gut kennt, wie Herbert Müller und Katrin Engel. Vor ihrem Wechsel in die deutsche Bundesliga spielte sie bei Hypo Niederösterreich, wurde österreichische Meisterin und Pokalsiegerin.