08.06.2017 22:33 Uhr - Länderspiele - fcb

Solide Abwehr: DHB-Team siegt bei Test in Dänemark

Isabell Klein gefiel mit Klasse-AnspielenIsabell Klein gefiel mit Klasse-Anspielen
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Das deutsche Nationalteam beendete das aktuelle Trainingslager am Abend mit einem Testspiel gegen den letztjährigen EM-Vierten Dänemark in Aarhus. Die Däninnen konnten dabei zunächst von einer gewissen Frische profitieren, da sie das Länderspiel zu Beginn ihres Trainingslagers gesetzt hatten. Zum Abschluss ihrer Einheiten hatte die DHB-Auswahl zunächst eine schwache Phase, erkämpfte aber im Verlauf der ersten Halbzeit die Vorlage. Nach dem 11:13-Pausenstand blieb es vor 2613 Zuschauern wegen vergebener Würfe zunächst spannend, ehe aufgrund der guten Deckung, nach dem 14:18 (48.), ein 17:22-Sieg resultierte. Heindahl (5) für Dänemark sowie Fischer, Kramer und Naidzinavicius (je 3) trafen am öftesten. Woltering parierte zehnmal.

Die deutsche Mannschaft hatte zunächst Ballbesitz. Dänemark nahm die Spielerinnen von Michael Biegler dabei selbstbewusst und äußerst aggressiv an. Die Mannschaft fand im ersten und im zweiten Angriff zunächst keinen Zugriff. Dänemark nutzte Ballgewinne zu zwei schnellen Treffern. Die ?Ladies? wirkten in der frühen Phase, vielleicht aufgrund des Trainingslagers, etwas müde. Anna Loerper scheiterte frei an Althea Reinhardt, Ungenauigkeiten im Zusammenspiel waren sichtbar. Nach zehn Minuten räumte dann jedoch mit Smits und Treffer Geschke zweimal über Linksaußen ab und blieb beim Stand von 4:3 auf Tuchfühlung. Anne Hubinger setzte den Ausgleichs-Konter nach.

Michael Biegler hatte in einer frühen dänischen Auszeit mehr Selbstbewusstsein in den Aktionen gefordert, was seine Spielerinnen umsetzen konnten. Das Angriffsspiel war temporeicher, sodass Smits, die vom linken auf den rechten Flügel gewechselt hatte, unbedrängt einnetzen konnte. Der Einsatz stimmte, Behnke erkämpfte einen Ball zurück. Allerdings zeigte sich der Mittelblock ohne die verletzte Jenny Karolius angreifbar. Katrine Heindahl war am Kreis stets anspielbar und verbuchte einige Torerfolgen. Nach 18 Minuten lagen die Gastgeberinnen weiterhin knapp mit 7:6 vorne. Reinhardt und Woltering standen sich indes in nichts nach, sie hatten bereits vier bzw. fünf Treffer verhindert.

Isabell Klein sorgte dann beim 7:8 (22.) für die erste Vorlage der Gäste, die im Verlauf der ersten Halbzeit deutlich ihre, verglichen mit dem Gegner, bessere Eingespieltheit präsentieren konnten. Die Achse mit Behnke am Kreis präsentierte sich stark. Ihr Gegenüber Heindahl zeigte zwar bei ihrem vierten Treffer, dass sie auch von außen torgefährlich ist, aber zwei weitere deutsche Treffer bedeuteten die 9:11-Vorlage (25.). Unter der Regie von Naidzinavicius konnte nun Smits glänzen. Dänemark stellte sich zwar auf diese Spielzüge ein, kassierte jedoch kurz vor der Sirene das zweite Empty-Net-Goal der Bietigheimerin: Team Deutschland nutzte die Überzahl zum 11:13-Halbzeitstand.

Die Fehler hatten sich im Verlauf der ersten Spielhälfte auf dänischer Seite gehäuft. Das deutsche Team hatte diese, auch wenn längst nicht jeder Wurf saß, nutzen können und inzwischen in der Deckung zu mehr Stabilität gefunden. Die DHB-Auswahl schien ihr Spiel auch nach dem Wechsel durchzusetzen. Hubinger erhöhte auf 12:15 (35.), Woltering steuerte eine Doppelparade bei. Doch azuf einmal war der Wurm drin im DHB-Angriff, unkonzentrierte Abschlüsse folgten, vier Großchancen nacheinander wurden vergeben. Da sich die Däninnen offensiv kaum steigern konnten, verflachte die Partie im Angriff etwas. Nach Jörgensens 13:15-Treffer folgte Bieglers T2-Karte.

Hauptthema in der Auszeit war freilich die Effektivität im Abschluss. Dänemark deckte in danach, wie schon bei der EM und zu Spielbeginn, offensiv, attackierte früh und nahm den deutschen Spielerinnen mehrmals den Spielfluss. Die stark aufspielende Klein konnte jedoch beim 14:18 (48.) Smits punktgenau in Szene setzen. Die gute Deckung hatte diese Vorlage ermöglicht und sie half nun auch, sie angesichts weiterer eigener Fehler zu verteidigen. Lone Fischer sorgte nach 54 Minuten im Zusammenspiel mit Kramer für das 16:20, und die Dortmunderin setzte den nächsten Treffer auf dem Weg zum 17:22 nach.