28.05.2017 10:37 Uhr - DHB-Pokal - jun

"Es war ein absolutes Torhüterspiel": Drei Fragen an ... Anna Loerper

Anna Loerper (li.) warf ihre Mannschaft mit dem letzten Siebenmeter ins FinaleAnna Loerper (li.) warf ihre Mannschaft mit dem letzten Siebenmeter ins Finale
Quelle: Michael Schmidt
Nach 60 umkämpften Minuten und neun Würfen im Siebenmeterwerfen richteten sich alle Augen auf Anna Loerper. Die Nationalspielerin trat zum fünften und letzten Versuch an - und ihr verwandelter Siebenmeter bescherte den TuSsies aus Metzingen den Einzug ins Pokalfinale. Anschließend lobte Loerper den Halbfinalgegner THC für seinen Auftritt und erklärte gut gelaunt: "Ich bin froh, dass wir am Ende das glücklichere Ende für uns hatten."

Anna, herzlichen Glückwunsch zum Einzug ins Finale! Wie fällt deine erste Bilanz dieses hochspannenden Semifinals aus?

Anna Loerper:
Es war ein absolutes Torhüterspiel. Sowohl unsere beiden als auch Dinah Eckerle haben eine sehr gute Leistung gebracht. Dass so viele Siebenmeter in einem Spiel liegen geblieben sind, habe ich auch lange nicht mehr erlebt. Ich bin jetzt einfach froh, dass wir am Ende das glücklichere Ende für uns hatten. Ich finde, wir haben uns das auch verdient. Wir waren teilweise dominanter und haben etwas fitter gewirkt.

Der THC hat mit seinen neun Spielerinnen aber alles gegeben und gekämpft. Sie haben das Tempo rausgenommen, lange Angriffe gespielt und sind da in die Tiefe gekommen. Sie haben mit ihren taktischen Mitteln absolut das gemacht, was sie machen konnten. Hut ab dafür.

Die Entscheidung fiel dann schlussendlich im Siebenmeterwerfen. Kannst du für unsere Leser einmal beschreiben, was das für ein Gefühl ist - 60 Minuten der pure Kampf auf dem Spielfeld und dann entscheiden zehn Würfe das Spiel?

Anna Loerper:
Erst einmal war ich überrascht, dass es keine Verlängerung gab (lacht). Das muss ich ganz ehrlich sagen; ich dachte, wir müssen uns jetzt nochmal zweimal fünf Minuten antun. Es ging dann aber alles relativ fix, sodass wir kaum Zeit hatten, darüber nachzudenken. Wir haben in den letzten Wochen tatsächlich auch Siebenmeterwerfen geübt; genau mit den fünf Spielerinnen, die dann auch geworfen haben. Natürlich lastet da ein unheimlicher Druck auf einem - vor allem, wenn man im Spiel schon einmal welche verworfen hat (grinst). Man muss das ausblenden, es zählt nur der letzte Wurf. Wenn dieser Wurf, der wichtigste, dann reingeht, ist das natürlich umso schöner.

Zum Abschluss: Ein Wort zu euren Fans?

Anna Loerper:
Ich hoffe, zum Finale sind noch mehr da (lacht). Nein, im Ernst: Sie begleiten uns schon die gesamte Saison überall hin - egal, ob es nach Russland oder sonst wohin geht. Das ist der Wahnsinn. Die pinke Wand stand auch hier in Bietigheim und ich hoffe wirklich, dass im Endspiel noch mehr pinke Shirts auf der Tribüne zu sehen sind - gerade, weil es so nah ist.