27.05.2017 16:00 Uhr - DHB-Pokal - Julia Nikoleit - handball-world.com

Sensation im Halbfinale: Buxtehude triumphiert über Bietigheim und steht im Pokalfinale

Der Buxtehuder SV steht im Finale um den DHB-Pokal 2017. Mit einer sensationellen Leistung besiegte das Team von Dirk Leun den amtierenden Deutschen Meister SG BBM Bietigheim mit 30:22 (12:7). Der BSV agierte von Beginn an hellwach und überzeugte mit einer starken Mannschaftsleistung, aus der Torhüterin Antje Lenz herausragte. Der Gegner im Endspiel wird ab 17 Uhr zwischen dem Thüringer HC und dem TuS Metzingen ermittelt.

Die Rollen waren vor dem Anpfiff klar verteilt: Die SG BBM Bietigheim ging als frisch gebackener Deutscher Meister und Gastgeber als Favorit in die Partie, der Buxtehuder SV war der Underdog. Die Anfangsphase stellte diese Erwartungen jedoch komplett auf den Kopf: Der Nordklub legte einen Traumstart hin und lag nach Treffern von Frederike Gubernatis und Lynn Knippenborg sowie einem Doppelpack von Lone Fischer mit 4:0 (5.) in Front.

Buxtehude präsentierte sich bissiger und wirkte im Vergleich zu den fast behäbig agierenden Bietigheimerinnen um einiges wacher. Mit einem starken Rückzugsverhalten verhinderte das Team von Dirk Leun jedes Tempospiel der Gastgeberinnen, offensiv und bewegliche Halbspielerinnen in der Deckung unterbanden jeglichen Druck aus dem Rückraum und auch Torhüterin Antje Lenz erwischte einen Sahnetag. Sie nahm der SG zahlreiche Chancen ab. Vorne ließ

SG-Trainer Martin Albertsen reagierte sofort auf den Rückstand und legte nach dem vierten Buxtehuder Treffer die Auszeit. Die Zuschauer rieben sich indes verdutzt die Augen - Buxtehude hatte den Deutschen Meister bisher vorgeführt und war bereits gar per Kempa erfolgreich gewesen. In den folgenden Minuten setzte der BSV den begeisternden Auftritt dort und lag in der 15. Spielminute mit 7:1 in Front. Albertsen zog die nächste Grüne Karte.

Bei Bietigheim lief weiterhin nicht viel zusammen, die Gastgeberinnen erlaubten sich ungewohnt viele Fehler im Angriffsspiel und bekamen in der Deckung keinen Zugriff. So baute Buxtehude den Vorsprung auf acht Tore DIfferenz aus - der zweite Bietigheimer Treffer fiel indes erst in der 20. Minute. Martine Smeets verkürzte auf 9:2.

Beide Mannschaften wechselten nun nach und nach im Rückraum. Bei Buxtehude kamen Emily Bölk und Lisa Prior in die Partie, bei Bietigheim rückte Angela Malestein für Susann Müller in den rechten Rückraum. Die Fans aus Thüringen und Metzingen hatten sich zu diesem Zeitpunkt deutlich auf die Seite des vermeintlichen Außenseiters geschlagen und unterstützten den BSV lautstark.

Das kam genau zur richtigen Zeit, denn Buxtehude erlaubte sich nun einige Fehlwürfe und tat sich im Angriff nicht mehr so leicht. Nach dem 10:3 (25.) durch Prior konnte Bietigheim mit zwei Strafwürfen auf 10:5 (27.) verkürzen. Der BSV lies sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen und behauptete den Vorsprung - nicht zuletzt dank starker Paraden von Lenz. So ging es mit 12:7 für den Nordklub in die Kabine.

Nach Wiederanpfiff brachte Leun Knippenborg und Oldenburg zurück in die Partie und knüpfte nahtlos an die starke Leistung des ersten Durchgangs an. Die extra eingewechselte Julia Gronemann nahm Bietigheim einen Siebenmeter ab, auf der anderen Seite verwandelte Gubernatis den Strafwurf sicher zum 13:7 (34.).

Albertsen reagierte auf den bestehenden Rückstand nun auch mit einem Wechsel zwischen den Pfosten und brachte Valentyna Salamakha für die glücklose Tess Wester. Mit einem abgewehrten Siebenmeter gegen Gubernatis konnte sie eine erste Parade verbuchen, doch auf der anderen Seite bekam auch Lenz die Hand an den Ball. So blieb der Vorsprung bestehen und als Albertsen in der 42. Minute seine dritte Auszeit legte, führte der BSV mit 17:10.

Die SG stellte in der Abwehr auf eine 5+1-Formation um und spielte den Ball konsequenter. Da auch Buxtehude sich nun einige Fehler erlaubte, kamen die Gastgeberinnen erstmals ins Laufen und konnten eine Viertelstunde vor dem Ende durch Antje Lauenroth auf 18:13 (45.) verkürzen. Zusätzlich kassierte Knippenborg eine Zeitstrafe. Bietigheim gelang es jedoch nicht, aus der Überzahl Kapital zu schlagen, da der BSV - mit dem zusätzlichen Feldspieler - durch Prior und Bölk zum Torerfolg kam.

Zehn Minuten vor dem Ende führte der BSV mit 23:17, doch die letzten Minuten war es schneller hin und her gegangen. Bevor seiner Mannschaft das Spiel entglitt, legte Leun die Auszeit - mit Erfolg. Auch die 4:2-Formation der Bietigheimerinnen - mit welcher die Gastgeberinnen Oldenburg und Bölk aus dem Spiel nehmen wollten - verunsicherte Buxtehude nicht.

Mit einem Doppelpack erhöhte Maxi Hayn den Vorsprung auf 25:17 (53.) und Bietigheim schwächte sich durch eine Zeitstrafe gegen Maura Visser wegen Meckerns selbst. Buxtehude brachte die Partie konzentriert zu Ende und feierte am Ende einen 30:22-Erfolg.