27.05.2017 10:31 Uhr - DHB-Pokal - PM Vereine, red

Buxtehuder SV möchte die Sensation schaffen

Dirk LeunDirk Leun
Quelle: Mario Gentzel
Nach erfolgreicher Europapokalqualifikation im letzten Bundesliga-Spiel gegen Bad Wildungen wartet heute bereits das nächste Saison-Highlight: Im Halbfinale des OLYMP Final Four trifft der Buxtehuder SV auf den frisch gebackenen Deutschen Meister SG BBM Bietigheim. Die Gastgeberinnen gehen zweifelsohne als Favorit in die Partie, dessen ist sich der BSV absolut bewusst. "Es muss schon sehr viel Positives für uns passieren und sehr viel Negatives für Bietigheim. Aber wir fahren natürlich nicht nach Bietigheim, um zu verlieren", sagt Dirk Leun. Anwurf in der EgeTrans Arena ist um 14.30 Uhr, das Spiel ist live im Internet auf www.swr.de zu sehen.

Die SG BBM Bietigheim hat mit ihrer Meisterschaft nahezu einmaliges geschafft: In 26 Bundesligaspielen blieben die Enztälerinnen verlustpunktefrei, das gab es in der HBF zuletzt vor beinahe 30 Jahren (TV Lützellinden 36:0, 1989). Im letzten Spiel der Bundesligasaison beeindruckte Bietigheim erneut, schlug den Vizemeister Thüringer HC deutlich mit 33:22. Mit der Halbfinalteilnahme hat der Topfavorit trotz der Niederlage im Finale des EHF-Cup immer noch die Chance das Double zu holen.

Während es für die Bietigheimer die erste Final Four Teilnahme der Vereinsgeschichte ist, sind die Norddeutschen, besonders in den vergangenen acht Jahren, Dauergast in der Pokalendrunde. Einen Erfahrungsvorteil für die Buxtehuderinnen sieht Dirk Leun dennoch nicht, schließlich seien die Spielerinnen der SG alle durch Europapokal und Nationalmannschaft erfahren genug.

Das Halbfinale des OLYMP Final Four ist für Bietigheim und den Buxtehuder SV das dritte Aufeinandertreffen in dieser Saison und bereits das zweite innerhalb der letzten 10 Tage. In den Bundesligaspielen setzte sich die SG zunächst im Januar relativ ungefährdet mit 26:32 in der Halle Nord durch. "Was so lange her ist spielt doch schon fast keine Rolle mehr, wichtiger ist das Spiel in der vergangenen Woche. Da hat man gesehen, dass man Bietigheim ärgern", meint der BSV-Coach. Da spielten die Buxtehuder über 40 Minuten gut mit und konnten lange Zeit sogar eine Führung wahren. Erst am Ende setzte sich der Meister ab und gewann am 33:29.

Mit dem erreichten Saisonziel Platz 4, der Qualifikation für den Europapokal und dem Erreichen des Final Four kann man in Buxtehude unabhängig vom Ausgang der Partie am Samstag auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken.

"Die Spielerinnen sollen nochmal Spaß am Handball haben. Ich will, dass wir nochmal mutig, frech und befreit aufspielen", hofft Dirk Leun auf einen gelungen Saisonabschluss. Aufgrund der klaren Rollenverteilung hat der BSV am Samstag nichts zu verlieren, abschenken wird der Buxtehuder SV das Spiel dennoch nicht. "Wenn wir die Chance bekommen, wollen wir sie natürlich nutzen."

"Das ist das erste Mal in der Geschichte der SG, dass sie an einer Pokalendrunde teilnimmt, und wir freuen uns auf das Event in der EgeTrans Arena", sagt der Bietigheimer Trainer Martin Albertsen. Vor zehn Tagen standen sich Bietigheim und Buxtehude zuletzt gegenüber, und nach ihrem 33:29-Sieg wurde den Enztälerinnen von Berndt Dugall, dem Vorsitzenden der HBF, unter dem Viadukt Meisterpokal und Goldmedaillen für den Titelgewinn überreicht. Jetzt geht es um den Pokal des Deutschen Handballbundes (DHB), und Berndt Dugall ist wieder in Bietigheim ? ein gutes Omen? "Wir haben etwas vor: Wir wollen gegen Buxtehude gewinnen und ins Pokal-Finale einziehen", gibt SG-Coach Albertsen vor. "Doch das will der BSV genauso sehr, so dass es für uns ein Stück harte Arbeit werden wird."

"Wir sind heiß, hier in Bietigheim das OLYMP Final4 zu gewinnen", gibt sich Martin Albertsen kämpferisch, "das wird schwer werden, aber wir sind vorbereitet!"

Im zweiten Halbfinale des OLYMP Final Four treffen die TuSsies aus Metzingen um 17 Uhr auf den Thüringer HC. Das Finale wird am Sonntag um 13 Uhr angepfiffen, ein Spiel um Platz 3 wird es nicht geben.