13.05.2017 17:24 Uhr - EHF European League - noa

Bietigheim verpasst trotz starker Leistung Europapokal-Sieg - Visser verletzt, Malestein mit Blauer Karte

Susann Müller musste sich mit Meister Bietigheim trotz einer aufopferungsvollen Vorstellung dem russischen Topklub Rostov Don geschlagen geben.Susann Müller musste sich mit Meister Bietigheim trotz einer aufopferungsvollen Vorstellung dem russischen Topklub Rostov Don geschlagen geben.
Quelle: Marco Wolf
Die SG BBM Bietigheim hat die Krönung der ohnehin schon erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte verpasst. Das Team von Trainer Martin Albertsen unterlag am Samstag im Rückspiel des EHF-Cup-Finals beim russischen Vertreter Rostov-Don mit 21:25 (12:12). Mehrmals führte Bietigheim mit zwei Toren Vorsprung und war somit nah an der großen Überraschung. Allerdings führten unglückliche Ereignisse aus Sicht des Bundesligisten dann zur Entscheidung zu Gunsten der Gastgeberinnen Rostov-Don

Bereits im Hinspiel hatte sich der frisch gekürte Deutsche Meister mit 25:28 geschlagen geben müssen. Im Rückspiel hielt Bietigheim sehr gut mit dem Star-Ensemble aus Russland mit, musste am Ende jedoch abreißen lassen. Susann Müller und Nina Müller waren mit jeweils fünf Treffern erfolgreichste Torschützinnen der Gäste. Beim Sieger markierte Julia Managarowa sechs Tore.

Gleich zu Beginn ging die SG BBM mit 2:0 in Führung und setzte ein klares Zeichen. Mit einer disziplinierten Abwehrleistung hielt der deutsche Meister den reichen Klub aus Russland in Schach. Erst zum Ende der ersten Halbzeit konnte sich Rostov Don die Führung sichern, die vor dem Wechsel aber von Mia Biltoft und Mille Hundahl zum 12:12 ausgeglichen wurde. Die Überraschung war zum Greifen nahe. Den Drei-Tore-Rückstand konnte die Mannschaft von Martin Albertsen aufholen. Das war klar und deutlich zu spüren. Rostov Don wurde nervös.

Auch in der zweiten Halbzeit startete Bietigheim mit einem Doppelschlag erfolgreich. Susann Müller ließ die Hoffnungen auf den Europapokaltitel erneut aufkeimen. Bis zur 39. Minute führten die Gäste beim 17:15 mit zwei Toren Differenz. Doch dann spielten das Glück und einige Schiedrichterinnen-Entscheidungen den Gastgebern in die Karten.

Maura Visser verletzte sich zunächst bei einer Angriffsaktion und konnte nicht mehr mitwirken. Weitere Informationen zu ihrem Zustand sind bislang unbekannt. Zehn Minuten später sah Antje Malestein die Blaue Karte. Was war passiert: Sie hatte Rostov-Torhüterin Galina Machdiewa bei einem Wurf von Rechtsaußen unbeabsichtigt im Gesicht getroffen, was die Schiedsrichter allerdings anders auslegten und sie dafür vom Feld stellten. Das erzürnte auch Albertsen, der in der Folge verwarnt wurde.

In der hitzigen Schlussphase hatte dann Favorit Rostov-Don die größeren Kraftreserven und setzte sich nach 54 Minuten vorentscheidend auf 22:19 ab. Die Hypothek war für Bietigheim zu groß geworden, um noch einmal für Spannung zu sorgen. Taktische Auszeiten verzögerten das Spiel und Rostov-Don spielte die letzten Minuten clever herunter, um wenig später den EHF-Pokal in die Höhe zu stemmen.