07.05.2017 11:10 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Neckarsulm verpasst wichtigen Punktgewinn nur knapp, Oldenburger Siegesserie hält an

Alena Vojtiskova und NSU kamen am Ende noch einmal aufAlena Vojtiskova und NSU kamen am Ende noch einmal auf
Quelle: Neckarsulmer SU
Drei Spieltage vor Saisonende hatte die Neckarsulmer Sport-Union dank eines Kraftaktes in den letzten fünf Minuten die Chance auf eine Überraschung gegen den ersatzgeschwächten VfL Oldenburg. Der Schlussspurt kam gegen starke Gäste aber zu spät und so muss die Sport-Union nach guter Leistung erneut eine knappe Niederlage akzeptieren. Erst 23 Sekunden vor Schluss konnte Kelly Dulfer mit ihrem Treffer zum 29:27 ihr Team erlösen und so die Erfolgsserie des VfL auf sechs Spiele ausbauen. Zuvor hatten zwei Herausstellungen für Steffi Kaiser sowie Julia Wenzl aus einem sichergeglaubten Sieg eine Zitterpartie gemacht.

Den besseren Start ins Spiel erwischten die Gastgeberinnen, der Rückschlag in Bad Wildungen schien verdaut. Angetrieben von Maike Daniels führten die Gastgeberinnen durch drei Tore von Lena Hoffmann, die unter der Woche noch angeschlagen im Training fehlte, schnell mit 4:1. Aber nur wenig später hatten die Gäste aus Oldenburg nach der langen Busfahrt die Müdigkeit abgeschüttelt und in der zwölften Minute brachte Angie Geschke ihr Team per Siebenmeter erstmals beim Stande von 6:5 in Führung.

Es gestaltete sich ein offener Schlagabtausch. Der Knackpunkt des Spiels folgte aus Neckarsulmer Sicht dann Mitte der ersten Hälfte: Nives Ahlin brachte die Sport-Union durch ihren Treffer noch mit 8:7 in Front, danach gelang der NSU gegen die aggressive Abwehr der Gäste allerdings neun Minuten lang kein Tor mehr. Oldenburg nutzte diese Abschlussschwäche eiskalt durch einige leichte Treffer im Gegenstoß oder Anspiele an den Kreis und den daraus resultierenden Siebenmetern aus.

Vier Treffer in dieser Phase hieß die Torschützin Angie Geschke, die in der kampfbetonten Begegnung ihre Bedeutung für den VfL unterstrich. Seline Ineichen, die am Samstagabend trotz anhaltender Probleme mit der Wade für die Mannschaft auf die Zähne biss, stoppte nach der zweiten NSU-Auszeit den Lauf und Neckarsulm ging nach Isabel Tissekkers Treffer zum 12:16 mit einem Vier-Tore-Rückstand in die Kabine.

Diesmal erwischten die Grün-Weißen den besseren Start in die Halbzeit und bauten den Vorsprung durch Inger Smits und Angie Geschke wieder auf sechs Tore aus. Weiter als sechs Tore sollte der VfL allerdings nicht davonziehen können. So pendelte sich der Vorsprung in den nächsten zwanzig Minuten auf vier bis sechs Tore ein. Erst sieben Minuten vor dem Ende schafften es die Gastgeberinnen wieder etwas näher heranzukommen als man innerhalb von zwei Minuten aus einem 22:28 ein 25:28 machte.

Als dann noch innerhalb von 19 Sekunden mit Julia Wenzl und Steffi Kaiser gleich zwei VfL-Spielerinnen eine Zeitstrafe bekamen keimte bei den Schwäbinnen noch einmal Hoffnung auf. Über Alla Vojtiskova, Lena Hoffmann und Kathrin Fischer arbeiteten sich die Neckarsulmerinnen auf zwei Tore ran und hatten in doppelter Überzahl gute Voraussetzungen für die Schlussphase. Der darauffolgende Angriff zum 27:28-Anschlusstreffer durch Maike Daniels dauerte aber lange und mit nur noch einer Spielerin in Unterzahl netzte Oldenburgs Kelly Dulfer zum 27:29-Endstand ein.

Damit gab es für die Sport-Union vor dem Abstiegskrimi in Nellingen erneut eine ärgerliche Niederlage, bei der NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic aber eine wirklich gute Leistung seiner Mannschaft sehen konnte: "Was die Mädels investiert haben, mit welchem Wille, Tempo und Einsatz sie heute agiert haben, das war aller Ehren wert. Uns war klar, dass wir über 60 Minuten nicht so spielen können, wie in den ersten sechs, sieben Minuten. Aber wir sind dran geblieben und haben an uns geglaubt. Was wir gegen solch einen hochkarätigen Gegner heute angeboten haben, war mit Sicherheit richtig gut."

"Die fehlenden Punkte bringen uns in der Summe aber nicht weiter. Das tut enorm weh. Wir werden, ausgenommen von Bad Wildungen, von Woche zu Woche für unsere Leistung gelobt, aber leider kommt nichts Zählbares dabei raus. Ich habe gegen dieses Gegner aber sehr viel gute Sachen gesehen, auch mannschaftlich in Form von Kampf und Wille", so Hadzimuhamedovic, der mit Blick auf das bevorstehende richtungsweisende Derby gegen Nellingen anfügte: "Wir werden in der kommenden Woche in Nellingen ein ganz anderes Spiel erleben."

"Ein Spiel, in dem Nellingen zum ersten Mal in der Saison viel zum verlieren hat. Wir wollen uns unbedingt revanchieren für die unnötige Heimniederlage und das Spiel gewinnen. Es ist an der Zeit, dass wir uns und unsere Fans für die gute Leistungen der letzten Wochen belohnen. Das wird das absolute Highlight in der Erstligasaison für beide Mannschaften und die Punkte werden mit großer Wahrscheinlichkeit den sportlichen Nichtabstieg bedeuten", so Hadzimuhamedovic.

"Ich freue mich für mein Team", erklärte VfL-Coach Leszek Krowicki, der ausführte: "Sie haben es sich verdient die Punkte mit nach Hause zu nehmen. Als wir kurz vor Schluss aufgrund von zwei Herausstellungen nur noch vier Feldspieler auf dem Feld hatten haben die Mädels das sehr vernünftig geregelt. Und das obwohl die Bedingungen nicht so optimal für uns waren. Erst die lange Anreise sowie unsere dünn besetzte Bank und dann musste Angie (Geschke) schon nach fünf Minuten wegen einer Oberschenkelzerrung behandelt werden. Auch brauchte Kelly (Dulfer) nach der Verletzung noch ihre Pausen im Spiel", zeigte sich Leszek Krowicki zufrieden mit der Leistung seines Teams.