05.05.2017 08:14 Uhr - 2. Bundesliga - PM TG Nürtingen

Fünfter Sieg in Folge - Nürtingen erobert Platz 3

Lisa WiederLisa Wieder
Quelle: Tobias Baur
Einen knappen Derbysieg fuhren die Nürtinger Zweitliga-Spielerinnen in der Nachholpartie am Mittwochabend gegen die SG H2Ku Herrenberg ein. Vor einer sehr stattlichen Kulisse für ein Spiel unter der Woche lagen die Gastgeberinnen nach acht Spielminuten erstmals mit drei Treffern in Front und brachten den Vorsprung über den Rest des Spiels über die Zeit. Nürtingen gewann mit 29:26.

Herrenberg startete sehr motiviert in die Partie und gingen zunächst zweimal in Führung, wobei sich schon zu Beginn die Haupttorschützen der Partie zeigten. Bei den Kuties waren dies zweimal Sulamith Klein und Lisa Gebhard per Siebenmeter, bei der TGN Lisa Wieder und Delia Cleve, die in der ersten Halbzeit mehrmals toll freigespielt wurde und verwandelte. Dann zog Nürtingen mit vier Treffern in Folge erstmals entscheidend davon (6:3, 9.) und sollte diese Führung nicht mehr abgeben. Erneut Gebhard sowie Lea Neubrander brachten die SG wieder auf Tuchfühlung (14.), Doch Breidert und Kunicke sorgten postwenden für die Antwort. Und so wog die Führung ständig zwischen zwei und drei Toren hin und her. Während Nürtingen es versäumte, den Vorsprung weiter auszubauen, blieb Herrenberg in Schlagdistanz, war aber nicht imstande, dem Spiel eine Wende zu geben. So erzielte Lea Schuhknecht per Schlagwurf mit der Pausensirene eine beruhigende 16:12-Führung, und der erste Ansturm der gegen den Abstieg kämpfenden Kuties war überstanden.

Nürtingen kam wach aus der Kabine und stellte durch die Rückraum-Shooterinnen Schuhknecht und Breidert per Doppelschlag auf 18:12 (33.), und der TG-Anhang wähnte sich bereits in ruhigen Gewässern. Doch Herrenberg gab das Spiel nicht kampflos her und wehrte sich nach Kräften gegen die drohende Niederlage. Mit drei Treffern in Folge war der Rückstand halbiert und plötzlich war die Herrenberger Körpersprache wieder eine andere. Eine Zeitstrafe gegen die Gäste lies die TGN dann auch ungenutzt und erneut Klein erzielte den Anschluss. Während die TGN variabel von allen Positionen zum Torabschluss kam, versuchten es die Kuties vermehrt durch Einzelaktionen durch die Mitte, die auch regelmäßig zu Toren oder Strafwürfen führten. Bis zum 23:19 (44.) passierte jedoch nichts Entscheidendes, die TG Nürtingen konnte ihren Vorsprung halten. Dies veranlasste Gästecoach Tim Güthoff, der den verhinderten Hagen Gunzenhauser vertrat, zu einer Auszeit.

Die Gäste agierten nun in Überzahl, deckten Verena Breidert kurz und kamen durch zwei Gebhard-Treffer wieder auf zwei heran, was TG-Coach Eidt seinerseits zum Time-Out nötigte (48.). In den letzten zehn Spielminuten nahm die Intensität nun zu. Herrenberg wollte unbedingt den Anschluss, Nürtingen hielt die Distanz. Dabei stand sich die SG oftmals selbst im Weg und brachte sich durch technische Fehler oder vergebene klare Chancen um den möglichen Lohn. Vier Minuten vor Spielende erzielte Verena Breidert das 27:24, Sulamith Klein verkürzte. Gut zwei Minuten vor Schluss zog das Herrenberger Trainerteam die letzte Auszeit und verordnete seinem Team für die Schlussphase verstärkte Offensive.

Eine doppelte Manndeckung zwang die TGN zu Fehlern und erneut Gebhard per Strafwurf nach Angriff per siebtem Feldspieler gelang der Anschluss zum 27:26 (59.). Nun war die Spannung in der Halle greifbar und der Herrenberger Anhang peitschte sein Team an. Doch 60 Sekunden vor Schluss nahm sich Nicole Lederer einen Wurf vom Rückraum und versenkte ihn zum vorentscheidenden 28:26. Die erfolgreichste Werferin des Abends, Lisa Wieder, setzte mit ihrem neunten Treffer noch einen drauf und besorgte den Derbysieg für die TG Nürtingen.

Während Nürtingen sich über den sensationellen dritten Tabellenplatz freute, gab es Tränen auf Seiten der Gäste, die sich trotz couragierter Leistung mal wieder nicht belohnen konnten. Bei drei noch ausstehenden Spiele und drei Punkte Rückstand auf Bremen wird es nun immer schwieriger, das rettende Ufer noch zu erreichen. Die TGN hingegen kann nun völlig entspannt in die Duelle in den Kampf um Platz drei gehen, zunächst am Samstag in Halle und anschließend zuhause gegen Rödertal.