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25.02.2007 09:57 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm - VfL Oldenburg

VfL Oldenburg atmet auf: Klassenerhalt nach 29:25 gegen Ketsch gesichert

Magdalena Urdea musste ins KrankenhausMagdalena Urdea musste ins Krankenhaus
Quelle: Christopher Monz
Die Negativserie des VfL Oldenburg ist gerissen. Am Samstag gelang dem Bundesligisten mit einem 29:25 (13:9) der erste Sieg nach sieben Pflichtspielniederlagen hintereinander und die damit fast sicher feststehende Qualifikation für die Platzierungsspiele um die Ränge fünf bis zehn. Der Tabellenletzte Borussia Dortmund kann nicht mehr an Oldenburg vorbeiziehen. Der Vorletzte Frisch Auf Göppingen müsste neben sechs Punkten in drei Spielen auch 100 Tore auf das Team von Trainer Leszek Krowicki gutmachen. Nur drei Stunden nach dem Abpfiff feierte die zweite Mannschaft des VfL in der Zweiten Liga Nord einen 26:24 (14:11)-Sieg gegen die TSG Wismar. Sechs Spielerinnen waren an beiden Siegen beteiligt. 

Gerade einmal 360 Zuschauer sahen bei weitem kein hochklassiges Spiel. Doch überwog die Erleichterung auf Oldenburger Seite: So ausgelassen hatte die Mannschaft schon lange nicht mehr gefeiert. „Wir haben keinen Schönheitspreis gewonnen, aber wir haben unsere Fehler durch Kampfgeist ausgeglichen“, sagte Krowicki. Gehemmt wurde die Freude allerdings durch die Verletzung Magdalena Urdeas. Die ohnehin angeschlagene Rechtsaußen knickte beim Versuch um, sich gegen Franziska Garcia Almendaris durchzusetzen (45.) und wurde nach der Partie zur Untersuchung ins Krankenhaus gefahren.

Urdea verletzt

Dass sich in der EWE Arena zwei gehörig unter Druck stehende Mannschaften trafen, war dem Spiel besonders in der Anfangsphase anzusehen. Erst nach sechs Minuten musste Ilka Arndt im TSG-Tor bei einem Wurf Dagmara Kowalskas erstmals halten, in der zehnten Minute traf Oldenburgs Kathrin Scholl zum 2:2. Vorher überboten sich beide Teams in fehlerhaften Aktionen. So wurde der erste Angriff Ketschs (3.) wegen Stürmerfoul abgepfiffen, das erste Oldenburger Tor (7.) kam nach einem Fehlpass zustande (Fredericke Gubernatis auf Maike Brückmann): Kreisläuferin Wiebke Kethorn verwandelte den Tempogegenstoß.

Während der VfL also gute zehn Minuten brauchte, um in die Partie zu kommen, standen die Gäste noch länger neben sich. Die kämpferisch starke und gut Regie führende Diane Lamein war nun Dreh- und Angelpunkt des VfL-Spiels und erzielte bis Minute 15 vier Tore in Folge. Zum 3:2 traf die holländische Nationalspielerin vom Kreis, zum 4:2 per Siebenmeter, nachdem Kethorn bei einem Konter im Wurf von Maike Brückmann (nur Gelb nach dieser Aktion) geschubst worden war. Das 5:2 bereitete Jana Oborilova, das 6:2 Dagmara Kowalska ebenso geschickt vor. 

Fleischer sicherer Rückhalt

Doch auch, wenn die Anspiele zum Kreis – Oldenburg agierte zumeist mit zwei Spielerinnen auf dieser Position – noch klappten, die Schwäche beider Mannschaften war das Spiel aus der Distanz. Erst zum 7:3 (19.) gelang Kowalska das erste Rückraumtor der Partie, kurz vor der Pause Alexandra Temp (ab 23. im Spiel) das zweite. Ketsch verzweifelte von dieser Position völlig. Die Würfe Brückmanns, Gubernatis’ und Merkels flogen vorbei oder wurden sichere Beute der starken Janice Fleischer. Dass die TSG nicht völlig unterging, hatte sie ihrer effektiven Abwehr mit offensiven Halbpositionen zu verdanken. „Damit hatten wir Probleme“, sagte Oborilova. „Um diese Deckung zu knacken, mussten wir schneller spielen.“

Das taten die Gastgeberinnen dann im zweiten Durchgang. Nun klappten auch die Aktionen aus der zweiten Reihe besser, ohne dass die Anspiele zum Kreis ihre Wirkung verloren. Aber auch Ketsch kam stärker aus der Kabine. Die Mannschaft von Trainerin Karin Euler spielte nun schneller, traf auch aus der Entfernung (Brückmann) und agierte erfolgreich mit der Schnellen Mitte. Nach und nach kamen die Gäste heran.

Die entscheidende Phase läutete Marlene Zapf ein, die von Rechtsaußen auf 19:22 verkürzte (47.). Im Gegenzug scheiterte die 20 Minuten vor dem Ende eingewechselte und sehr spielfreudige Anna Badenhop nach einer Einzelaktion an Ilka Arndt, den Konter hielt Fleischer gegen Stefanie Trunk. Wieder in Ballbesitz, fabrizierte Lamein einen Fehlpass, den Pass Brückmanns verwertete Elisabeth Garcia Almendaris von Linksaußen zum 20:22.

Badenhop mit wichtigem Treffer

Doch damit hatte Ketsch sein Pulver fast verschossen. Zwei weitere Chancen blieben ungenutzt, so dass Lamein mit einer Einzelaktion durch die Mitte erhöhen konnte. Trunk scheiterte abermals gegen Fleischer, Badenhop sorgte mit einem gezielten Wurf von Außen ins lange untere Eck für die Vorentscheidung (24:20, 50.).

Der VfL überzeugte mit einer kämpferisch guten Leistung und mannschaftlicher Geschlossenheit. Positiv auch, dass alle Positionen, alle Spielerinnen an den Toren beteiligt waren. Einsatz, Effektivität und ihr Siegeswille verhalfen Kethorn zur Wahl der Spielerin des Tages. Aber auch Fleischer (Zornow war noch nicht fit und spielte nicht) und Lamein verdienten sich gute Noten. Ketsch spielte im Angriff zu überhastet, hätte das von beiden Seiten Fehler behaftete Spiel nur durch eine Leistungsexplosion in der entscheidenden Phase für sich entscheiden können. Die schnellen Gegenstöße funktionierten über weite Strecken, im Positionsspiel war der VfL deutlich und spielentscheidend besser.

Stimmen zum Spiel:

Leszek Krowicki, Trainer VfL:
Endlich ein Sieg. Wir haben unsere Fehler durch Kampfgeist ausgeglichen. Teilweise waren wir zu nervös, hatten zu wenig Mut. Ich kann das aber nachvollziehen, schließlich lastete auf uns ein immenser Druck. Das geht an keiner Spielerin spurlos vorbei. Jetzt wollen wir unseren Sieg genießen und die drei Wochen Pause nutzen, um ruhig weiter zu arbeiten. Ich freue mich über die guten Leistungen Wiebke Kethorns und Anna Badenhops.

Karin Euler, Trainerin TSG: Wir sind an eigenen Fehlern gescheitert, Oldenburg war sicher nicht übermächtig. Bei 20:22 hatten wir genug Chancen, um das Spiel noch kippen zu können. Aber wir waren wohl zu nervös. Sicherlich haben wir körperliche Defizite, aber es war klar, dass wir ohne Gefahr aus dem Rückraum keine Chance haben würden.

Dagmara Kowalska, VfL: Zunächst haben wir uns im Angriff schwer getan, in der zweiten Hälfte lief es dort besser. Es war nicht alles toll, aber wir haben uns als Mannschaft präsentiert und gut zusammen gespielt.

Kathrin Scholl, VfL: Das war ein sehr, sehr wichtiger Sieg. Wir müssen uns aber noch steigern. Im Angriff haben wir zu wenig Druck entwickelt.

Astrid Wörner, TSG: Oldenburg war zu packen, aber wir haben zu wenig gebracht gegen diesen angeschlagenen Gegner. In der zweiten Halbzeit haben wir schneller gespielt. Mit einem Quentchen Glück hätten wir das Spiel drehen können. Wir hatten die Abwehr im Griff, waren aber selbst zu blind und haben überhastet geworfen. Auch mit meiner Leistung bin ich sehr unzufrieden. Ich habe nicht die richtigen Entscheidungen getroffen und einfach schlecht Handball gespielt. Gegen Dortmund müssen wir gewinnen. Da gibt es keine Ausreden mehr.

Elisabeth Garcia Almendaris, TSG: Vor der Pause haben wir immer nur hin- und hergespielt. Gegen eine 6-0-Deckung musst du aber Gefahr aus dem Rückraum ausstrahlen.




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