18.04.2017 12:07 Uhr - 1. Bundesliga - HBF

HBF kompakt: Bietigheim im EHF-Cup Finale, Spannung im Abstiegskampf

Kim Naidzinavicius, Antje Lauenroth, SG BBM BietigheimKim Naidzinavicius, Antje Lauenroth, SG BBM Bietigheim
Quelle: Marco Wolf
Am Osterwochenende stand in der Handball Bundesliga der Frauen der 21. Spieltag auf dem Programm. Das Auswärtsspiel der TuS Metzingen in Bad Wildungen und das Heimspiel der SG BBM Bietigheim gegen den HC Leipzig finden aufgrund internationaler Verpflichtungen erst am morgigen Mittwoch statt, die Begegnung des Thüringer HC und Bayer Leverkusen ist für den 10. Mai terminiert.

Trotz einer 28:32-Niederlage bei NFH Nyköbing konnte die SG BBM Bietigheim über den Finaleinzug im EHF-Pokal jubeln. Die Enztälerinnen hatten im Hinspiel ein klares 38:27 vorgelegt und standen Mitte der zweiten Halbzeit ab dem 16:26 (37.) mächtig unter Druck. "Ich bin sehr glücklich, dass wir erstmals die Finals im Europacup erreicht haben", strahlte Martin Albertsen, der Coach der SG BBM Bietigheim und fügte an: "Klar gab es bei uns ein wenig Nervosität, weil es ein sehr, sehr wichtiges Spiel war. Wir haben viele Chancen gehabt, und es war richtig spannend. Die Torhüterin des Gegners war überragend und hat heute wohl das Spiel ihres Lebens gemacht. Wir sind in die zweite Halbzeit reingegangen und haben gesagt, diese Hälfte gewinnen wir - und das haben wir mit vier Toren dann auch geschafft!"

Finalgegner (Hinspiel zu Hause am 06./07. Mai, Rückspiel in Russland am 13./14. Mai) wird der russische Vertreter Rostov am Don, der die TuS Metzingen auch im Rückspiel deutlich beherrschte und nach dem 28:19-Hinspielsieg auch im Rückspiel ein 31:21 bejubeln konnte. "Die Mannschaft konnte sich in diesen Spielen nicht so entwickeln wie ich gedacht habe. Aber Rostov, das ist Champions League, und dieser Niveau-Unterschied fiel sehr deutlich aus", so TuS-Trainer Csaba Konkoly, der auf Anna Loerper (Wadenzerrung), Katharina Beddies (Gehirnerschütterung) und Celine Michielsen (Handverletzung) verzichten musste. Der Ungar ergänzte: "Nach dem zweiten Platz im Vorjahr haben wir noch mal eine ähnliche Leistung in einem sehr viel stärkeren Wettbewerb gezeigt. Das ist ein sehr gutes Zeichen für den Verein und die Zukunft des Clubs."

Als einzige Mannschaft aus den Top 5 war so der Buxtehuder SV am Wochenende in der Liga gefordert. Die Norddeutschen festigten mit einem 32:28 in Göppingen ihren vierten Rang gegenüber dem HC Leipzig, der am Mittwoch in Bietigheim antreten muss. "Wir sind froh, zwei wichtige Punkte geholt zu haben", so BSV-Trainer Dirk Leun: "Wir haben das Spiel über weite Strecken dominiert und daher absolut verdient gewonnen." Göppingens Prudence Kinlend bemängelte hingegen: "In der Abwehr gab es bei uns zu viele Absprachefehler, die Kommunikation stimmte nicht." Trainer Aleksandar Knezevic ergänzte: "Wir haben es schon in der ersten Halbzeit verpasst, unsere Chancen zu nutzen. Jede Spielerin hat noch einmal gekämpft und alles Mögliche versucht, aber es hat nicht gereicht."

Während Buxtehude nun zwei Punkte vor Leipzig ist, hat sich Dortmund mit dem 21:19-Erfolg über Neckarsulm bis auf einen Zähler an die Sächsinnen herangekämpft. "Ich bin froh über die zwei Punkte, das war das erwartet schwere Spiel", sagte BVB-Trainerin Ildiko Barna nach der Partie glücklich. "Wir sind besser ins Spiel gekommen und hatten auch mit Sicherheit die Möglichkeit, unsere Führung zu Beginn auszubauen. Es hat leider nicht funktioniert", so NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic und ergänzte: "Wir sind in einer Phase, in der wir gegen den Abstieg kämpfen und man merkte schon, dass meine Mannschaft im Angriff Nerven gezeigt hat. Es ist schade, denn wir haben richtig gut gekämpft und über sechzig Minuten hat meine Mannschaft einen super Charakter gezeigt."

Einen Zähler hinter der Borussia bleibt der VfL Oldenburg, der am Ostermontag sein Heimspiel gegen den TV Nellingen mit 38:32 für sich entscheiden konnte. "Mit der Leistung meiner Mannschaft bin ich zufrieden. Wir haben lange gebraucht um in der Liga anzukommen, aber nun können wir noch aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen. Oldenburg hat jeden unserer Fehler gnadenlos bestraft und verdient gewonnen", so Nellingens Trainer Pascal Morgant. "Ich bin zufrieden das wir gewonnen haben, aber etwas unglücklich über die Abwehrleistung. Mit 32 Toren haben wir zu Hause zu viele Tore bekommen. Zufrieden bin ich dafür mit der Leistung im Angriff. Wir haben verschiedene Aufstellungen im Angriff ausprobiert und es hat funktioniert. Das beweist, dass die Mädels vielseitig ausgebildet sind", so Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki.

Gewinner in der unteren Tabellenhälfte ist die HSG Blomberg-Lippe, die beim Schlusslicht SVG Celle mit 28:20 gewinnen konnte und somit nach Pluspunkten zu Bayer Leverkusen aufschloss. Die Hausherrinnen hielten vor allem in Halbzeit eins das Spiel noch offen, waren bis zum 8:6 gar in Führung und hatten bis zum 14:16 (37.) alle Chancen. Dann aber nutzte Blomberg auch seine größere Qualität auf der Bank, um mit hohem Tempo einen am Ende verdienten Sieg einzufahren.