16.04.2017 18:28 Uhr - EHF-Pokal - dpa, PM SG BBM

Bietigheim kommt in Nyköbing unter Druck, bejubelt aber Ticket ins Finale des EHF-Pokals

Das Polster aus dem Hinspiel reichte, Bietigheim jubelt über den FinaleinzugDas Polster aus dem Hinspiel reichte, Bietigheim jubelt über den Finaleinzug
Quelle: Marco Wolf
Bundesliga-Spitzenreiter SG BBM Bietigheim hat erstmals in der Vereinsgeschichte das Frauen-Finale im EHF-Pokal erreicht. Die Handballspielerinnen verloren das Rückspiel gegen Nyköbing Falster am Sonntag in Dänemark zwar 28:32 (13:20), erreichten dank der elf Tore Vorsprung aus dem Hinspiel aber dennoch das Finale. Es ist der größte Erfolg für die SG BBM. Zu Hause hatte das Team von Trainer Martin Albertsen 38:27 gewonnen. Beste Werferin für die SG BBM war Maura Visser mit sieben Treffern, Linkshänderin Susann Müller, die fünf Mal erfolgreich war wurde als "Spielerin des Matches" ausgezeichnet. Im Endspiel trifft Bietigheim auf Rostow-Don. Der russische Spitzenclub hatte sich gegen Vorjahresfinalist TuS Metzingen durchgesetzt.

Vor zahlreichen mitgereisten SG-Anhängern und einer großen niederländischen Fankolonie brachte Nina Müller die Gäste vor 2.456 Zuschauern in der dritten Minute mit 2:1 in Front – dies sollte jedoch die einzige Führung der SG-Frauen im ganzen Spiel bleiben. Zwar hielten die Albertsen-Schützlinge bis zur neunten Minute (4:4 durch Susann Müller) die Partie offen, doch dann setzte sich das druckvollere Spiel von Nykøbing immer mehr durch, das vor allem die quirlige Kristina Kristiansen aufzog.

Da die Bietigheimerinnen im Angriff nicht mehr so konsequent wie noch vor Wochenfrist agierten und ihnen auch in der Deckung immer wieder Kreisläuferin Mette Gravholt das Leben schwermachte, waren beim 20:13-Halbzeitstand schon sieben Treffer des Elf-Tore-Polsters aufgebraucht.

Nach Wiederanpfiff geriet der souveräne Spitzenreiter der Handball-Bundesliga Frauen (HBF) in der 37. Minute (26:16) und nach 46 Minuten (29:19) mit zehn Toren in Rückstand, doch näher kam das dänische Team trotz aller verzweifelten Versuche nicht heran – am Ende hielten die Gäste mit ihrer clevereren Spielweise in den letzten sechs Minuten die Niederlage mit 28:32 Toren in Grenzen und durften sich über den Einzug in die Finalspiele gegen Rostov-Don am 6./7. und 13./14. Mai freuen.

Die Auslosung, wer zuerst Heimrecht hat, erfolgt am Dienstag in Wien. Gegen die Russinnen hatte die SG BBM schon in der Gruppenphase gespielt und mit 20:23 und 24:34 zwei Niederlagen kassiert. Ihre Extraklasse hatte die russische Mannschaft auch im Halbfinale gegen die TuS Metzingen unter Beweis gestellt: Nach der deutlichen 18:29-Pleite vor einer Woche verlor der Vorjahresfinalist am Samstag auch das Halbfinal-Rückspiel in Rostov klar mit 21:31 (11:14). Für die ersatzgeschwächten Metzingerinnen war Marlene Zapf mit fünf Treffern beste Torschützin.

"Ich bin sehr glücklich, dass wir erstmals die Finals im Europacup erreicht haben", strahlte Martin Albertsen, der Coach der SG BBM Bietigheim fügte an: "Klar gab es bei uns ein wenig Nervosität, weil es ein sehr, sehr wichtiges Spiel war. Wir haben viele, viele Chancen gehabt, und es war richtig spannend. Die Torhüterin des Gegners war überragend und machte heute wohl das Spiel ihres Lebens. Wir sind in die zweite Halbzeit reingegangen und haben gesagt, diese Hälfte gewinnen wir - und das haben wir mit vier Toren dann auch geschafft!"

NFH Nykøbing Falster Håndboldklub:
Sahlhold, Vind - Kristensen (2), Emelie Westberg, Hagman (6/2), Johanna Westberg (5), Gravholt (7), Navne, Iversen, Holmsgaard (1), Pedersen (4), Kongsted Nielsen, Ebbesen, Celine Lundbye Kristiansen, Costa, Kristina Kristiansen (7/1).

SG BBM Bietigheim:
Salamakha, Wester - Biltoft (1), Visser (6/4), Lauenroth (3), Mack (1), Nina Müller (4), Smeets, Schulze, Baun Eriksen, Naidzinavicius (3), Hundahl (1), Woller (1), Susann Müller (5), Malestein (3/1)