15.04.2017 16:34 Uhr - EHF European League - fcb

EHF-Pokal-Aus: Metzingen tappt auch in Rostov in Konter-Falle

Csaba KonkolyCsaba Konkoly
Quelle:
Die TuS Metzingen war ohne große Aussicht auf eine neuerliche Endspielteilnahme an den Don gereist. In Rostov hätten, nach der 18:29-Niederlage im Hinspiel, elf Tore aufgeholt werden müssen. Der Gegner hatte vor der Saison personell stark aufgerüstet, war aber vorzeitig aus der Champions League ausgeschieden und möchte nun offenbar zumindest den EHF-Pokal gewinnen. Metzingen, ohne Loerper (Wadenzerrung), Beddies (Gehirnerschütterung) und Michielsen (Handverletzung) angereist, konnte den südrussischen Klub nicht aufhalten. In der ersten Halbzeit zeigten die Gäste eine gute Leistung. Nach der 43. Spielminute (20:16) konnte sich Rostov dann, mit seiner Weltklasse besetzten Bank, absetzen und siegte mit 31:21 (14:11) abermals souverän.

Die „TusSies“ begannen eigentlich in der Deckung hellwach und setzten durch Szekerczes auch den ersten Treffer der Partie. Aber auch die ersten beiden technischen Fehler gingen auf ihre Rechnung, sodass eine gewisse Unsicherheit erneut erkennbar war. Das mutige Spiel nach vorne übertünchte diese Unzulänglichkeiten jedoch, sodass Metzingen anfangs eine knappe Vorlage verteidigen konnte. Rostovs Rückraumstar Anna Sen glich nach vier Minuten beim 2:2 erstmals aus, die Gäste ließen sich aber auch von zwei Fehlwürfen nicht unterkriegen. Delaila Amega leitete das Spiel in Vertretung der abwesenden Anna Loerper recht solide. Problematisch war eher wieder die Abschlussschwäche.

Rostovs Rechtsaußen Viktoriya Borshchenko setzte nach neun Minuten beim 5:4 den ersten Führungstreffer für die Gastgeberinnen. Rostov bewies nun ein gutes Auge für die Metzinger Kreisanspiele auf Behnke und feierte mehrere Ballgewinne. Die deutsche Nationalspielerin konnte immerhin beim 6:5 (11.) zu Zapf durchstecken. Die Metzinger Deckung bekam derweil vor allem Barbosa nicht in den Griff. Zudem fehlte es dem Rückraum mit Loseth, Amega und Szekerczes zunehmend an Beweglichkeit und Zweikampfstärke. Rostov erhöhte hingegen den Druck und setzte sich beim 9:5 (14.) erstmals auf vier Tore ab. Csaba Konkoly reagierte mit einer Auszeit.

Der Ungar bemängelte das Rückzugsverhalten nach Fehlern. Das Stellungsspiel des Bundesligisten war danach deutlich besser. Obschon Rostov Glück mit Abprallern hatte, hieß es bald 9:7. Frederic Bougeant wechselte Vladlena Bobrovnikova ein, die kurzerhand auf 11:7 (19.) stellte.

Kurz darauf fiel Metzingens Marija Obradovic nach einem Foul unglücklich auf die Hand und wurde mit Schmerzen im Ellenbogen ausgewechselt. Die hochkarätige Bank Rostovs kaum nun immer mehr zum Tragen: Makeeva und Dembele erhöhten, Rodrigues scheiterte beim Siebenmeter an Obein.

Die kurz zuvor eingewechselte Französin setzte in der Phase fünf Minuten vor der Pause wichtige Akzente für Metzingen. Auf einmal verbuchten die „Pink Ladies“ den 12:11-Anschlusstreffer, Zapf verwertete ihr Anspiel. Den 12:12-Ausgleich ließ Behnke dann liegen. Rodrigues hielt Rostov vorne.

Rostov entwand sich mit Ballgewinnen, Gegenstößen und einem gehaltenen Siebenmeter, Mekhdieva gegen Szekerczes, vor der Pause der stressigen Situation. Zudem zeigte Katrine Lunde im richtigen Moment die passenden Reflexe. Beim Stand von 14:11 wurden die Seiten gewechselt.

Rostov kam besser aus der Kabine. Sen und Borshchenko stellten auf 16:11, die erste Fünf-Tore-Führung der Hausherrinnen. Metzingen stellte die Deckung um und stemmte sich mit einer 4:2-Formation dagegen. Im Angriff passierten aber zu viele Fehler, davon zeugten auch vier schnelle Lunde-Paraden. Obein parierte zwar den ersten Gegenstoß Borshchenkos, doch der zweite zum 17:12 (37.) saß dann. Die Fehler glichen zwar denen im Hinspiel, im Gegensatz dazu schien die kämpferische Einstellung bei den Schwäbinnen nun aber erhalten zu bleiben. Obradovic kam nach 43 Minuten zurück und stellte auf 20:16. Metzingen schien sich im Spiel halten zu können.

Ein Rostover Zwischenspurt folgte: Kseniya Makeeva besorgte nach 46 Minuten 23:16. Einmal mehr bestrafte der südrussische Klub technische Fehler der Gäste mit schnellen Treffern. Die Bougeant-Schützlinge spritzten gekonnt in die Nahtstellen und spurteten dem Bundesliga-Dritten binnen sechs Minuten auf 26:17 (49.) davon. Bobrovnikova und Dembele sorgten kurz darauf für den 29:18 -Stand. Rostov brachte vor dem 31:21-Schlusspfiff noch Anna Sedoykina als dritte Torhüterin von der Bank. Sie stand wohl symbolisch für den personellen Unterschied zwischen Rostov und Metzingen. Barbosa, DEmbele, Bobrovnikova, Sen, Borshchenko und Makeeva trafen insgesamt 26 Mal.