24.02.2007 07:22 Uhr - 1. Bundesliga - PM Thüringer HC

THC vor schwerer Aufgabe in Dortmund - Schlusslicht kämpft um Klasenerhalt

Alex Uhlig hofft zumindest auf einen Kurzeinsatz in DortmundAlex Uhlig hofft zumindest auf einen Kurzeinsatz in Dortmund
Quelle: thc
Die Bundesliga-Handballerinnen des THC Erfurt/Bad Langensalza reisen mit festem Siegeswillen nach Dortmund, werden aber die Aufgabe beim Tabellenletzten nicht auf die leichte Schulter nehmen. "Wenn uns dort der angestrebte Auswärtssieg gelingt, wäre das fast schon der Gnadenstoß für Dortmund beim Kampf um den Klassenerhalt. Wir müssen uns also auf großen kämpferischen Einsatz gefasst machen", sagte THC-Cheftrainer Dago Leukefeld vor der Abreise nach Westfalen.

Dago Leukefeld ordnete den Sieg gegen Oldenburg nicht als den Befreiungsschlag ein, als der er in den Medien bezeichnet wurde: "Wir haben zuvor gegen Leverkusen und in Frankfurt verloren. Das ist in dieser Liga nicht unnormal, im Gegenteil." Die heraufbeschworene Krise gab es aus seiner Sicht nie, nur eben schlechte Vorraussetzungen aufgrund der Verletzungsmisere. "Dass Oldenburg vor allem kämpferisch dagegen hält war klar, wir haben aber den Kampf angenommen und somit auch verdient beide Punkte erhalten", umreißt Leukefeld noch mal das vergangene Heimspiel. Viel schwerer ist dabei die erneute Verletzung von Alexandra Uhlig: "Alex ist unglücklich auf den operierten Ellbogen gefallen. Dabei brach die OP-Narbe auf und der Schleimbeutel wurde beschädigt", so Dago zur Verletzung. "Vielleicht besteht eine geringe Chance, dass sie in Dortmund zu einem Kurzeinsatz kommen kann."

Rosig sieht es ohnehin nicht aus. Die Lazarett-Abteilung bekommt immer wieder Nachschub, die Spielerinnen geben sich die Klinke in die Hand. "Julia Jurack liegt schon die gesamte Woche flach, hat nicht eine Minute trainieren können.", verkündet der THC-Trainer einen neuen Eintrag in der Krankenliste. "Sie war im Spiel gegen Oldenburg die Matchwinnerin, da sie in der Abwehr stabil und im Angriff mutig und verantwortungsvoll agierte." Aber eine positive Information konnte Dago Leukefeld doch verkünden: "Lucie Fabíková absolvierte diese Woche das komplette Trainingsprogramm beschwerdefrei und wird am Samstag wieder im Kader sein."

Ausfallen werden dagegen weiterhin Saskia Mulder und Nadine Härdter. "Da gehen wir kein Risiko ein", so der Sportmanager. Allerdings befindet sich Nadine wieder bei der Mannschaft und Dago sieht die Situation positiver als zuletzt. Auch die Kieferprellung bei Marielle Bohm verursacht Schmerzen, aber die Abwehrchefin des THC wird in Dortmund dabei sein und alles für ihren Verein geben, damit der zweite Auswärtssieg eingefahren wird.

Bei Borussia Dortmund geht es in diesem Spiel um alles. Die Mannschaft steht mit nur acht Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Momentan fehlen drei Punkte zum rettenden Ufer. "Dortmund ist auswärts, man mag es kaum glauben, noch schlechter als wir. Keinen einzigen Punkt konnte die Borussia in der Fremde erkämpfen", erklärt Leukefeld. Im Hinspiel allerdings tat sich der THC beim 25:22 lange Zeit sehr schwer und konnte am Ende glücklich beide Punkte verbuchen.

"Gewinnen wir, haben wir Dortmund den Gnadenstoss versetzt", bringt es Leukefeld vor dem Gastspiel beim Tabellenschlusslicht auf den Punkt. Die Mannschaft steht dabei deutlich schlechter da als ihr Potenzial. Svenja Spriestersbach, Manuela Fiedel und Zuzana Hrabowská gehören zu den Top Torjägerinnen der Liga. Mit Tienstra und van der Wal stehen niederländische Nationalspielerinnen im Tor. Reaktiviert wurde die Ex-Erfurterin Janet Kliewe und kurzfristig verpflichtete man die in Oldenburg aussortierte Irina Pusic, die in den neunziger Jahren schon bei der Borussia spielte. Mehrere junge Spielerinnen vervollständigen den Kader.

Für die kommenden Wochen bis zum Leipzig-Spiel hoffte der THC-Trainer, endlich den gesamten Kader zur Verfügung zu haben. "Wir werden dann fünf Tage am Stück intensiv trainieren, Einheiten von bis zu 150 Minuten wird es dann geben um für die PlayOffs gerüstet zu sein", gibt Dago Leukefeld einen Ausblick. "Anfang nächster Woche werden wir dann den ersten Neuzugang bekannt geben. Leider haben wir im Kampf um Stefanie Melbeck, Linkshänderin vom Buxtehuder SV den kürzeren gegenüber Kolding IF gezogen. Steffi und ich waren in den Verhandlungen sehr weit, aber mit dem Angebot aus Dänemark konnten wir nicht mithalten!", zeigte sich Leukefeld enttäuscht. "Sie hätte in allen Belangen optimal zu uns gepasst. Aber ich habe meine klare Linie und meine Prinzipien! Aktuelle Vertragsverlängerungen gibt es nicht zu vermelden. Da habe ich noch Zeit!", gibt Dago Leukefeld keine neuen Informationen preis.



cs