09.04.2017 18:37 Uhr - EHF European League - fcb

Bietigheim vor Finaleinzug, Nykobing im Hinspiel chancenlos

Die SG hatte viele gelungene Aktionen, hier jubeln Kim Naidizinavicius und Antje LauenrothDie SG hatte viele gelungene Aktionen, hier jubeln Kim Naidizinavicius und Antje Lauenroth
Quelle: Marco Wolf
Mit Nykøbing/Falster trifft die SG BBM Bietigheim im Halbfinale des EHF-Pokals auf das offensiv stärkste Team der dänischen Liga. Die Gäste, die in der Gruppenphase die TuS Metzingen knapp hinter sich gelassen hatten, haben vor dieser Saison aufgerüstet und einige spielstarke Akteurinnen im Kader, darunter Spielmacherin Kristina Kristiansen, Kreisläuferin Mette Gravholt oder Nathalie Hagman, die Kapitänin des schwedischen Nationalteams. Doch am Ende der ersten 60 Minuten steht vor 2.700 Zuschauern in der MHP-Arena in Ludwigsburg ein Klassenunterschied. Über den 19:13-Halbzeistand hinaus unterstrich die SG ihre eigenen Stärken und nimmt mit dem 38:27-Ergebnis ein Elf-Tore-Polster mit auf die Insel Falster ins Rückspiel am Ostersonntag.

Das Spiel begann temporeich. Nach vier Minuten waren beim Stand von 3:3 bereit sechs Treffer gefallen. Nykøbing hatte sich dabei durch den Doppelschlag von Gravholt und Hagman einen leichten Vorteil erarbeitet, den Susann Müller und Visser ihrerseits kurz darauf wettmachten. Die hohe Schlagzahl schien der Partie im weiteren Verlauf erhalten zu bleiben. Nach acht Minuten hieß es 6:5. Tess Wester partierte einen Gegenstoß von Laerke Pedersen. Doch folgten nun einige Pass- und Wurf-Fehler. Beide Teams drohten zu überdrehen. Martin Albertsen fackelte nicht lange und legte nach neun Minuten bereits die T1-Karte. Der Däne wollte das Spiel dadurch etwas beruhigen.

Nach der Unterbrechung kam dem Abwehrspiel deutlich mehr Bedeutung zu. Da sie sowohl Gravholt als auch die eingewechselte Sarah Iversen am Kreis nun besser kontrollierten, konnte sich Bietigheim etwas absetzen. Nina Müller und Fie Wøller sorgten nach 15 Minuten für die 9:7-Vorlage. Der Funke sprang vom Feld auf die Tribünen über. Bei Susann Müllers viertem Treffer zum 11:8 (17.) brandete Applaus auf. Die eingewechselte Valentyna Salamakha parierte zudem gegen die eingewechselte Louise Kristensen. Falster konnte nicht gleichwertig wechseln und geriet mit weiteren ungeschickten Aktionen ins Hintertreffen. Malestein und Lauenroth stellten auf 14:8 (19.). – Auszeit Nykøbing.

Die Westberg-Zwillinge sollten den dänischen Kahn wieder flott bekommen. Nykøbing scheiterte aber nun häufig an Salamakha. Die Ukrainerin sorgte dafür, dass der Vorsprung der SG BBM bis zum 17:10 (26.) sogar noch leicht gewachsen war. Die Gäste unterbrachen das Spiel erneut. Sie stellten ihre Deckung zn und wollten die Enztälerinnen mit einer Ball orientierten Aggressivität zu Fehlern zwingen. Dies gelang trotz der Auszeit, weil Ditte Vind ins Spiel fand und unter anderem einen Siebenmeter von Naidzinavicius parierte. Gravholt verkürzte auf 17:13 (29.). Mit 19:13 wurden schließlich die Seiten gewechselt. Für Nykøbing kündigte sich Ungemach an.

Bietigheim wies trotz der genannten Schwächen in der Phase vor der Pause mit 80 Prozent eine überragende Wurfeffektivität auf und nutzte dies in der Schlussminute und nach Wiederanpfiff abermals zur Ergebnis-Verbesserung. Nach 36 Minuten hieß es 22:15. Die siebte Parade Salamakhas, gegen Laerke Pedersen, unterstrich den Unterschied ebenso wie die weiteren Torerfolge von Malestein und Müller zum 25:16. Die Partie geriet zu einem Schaulaufen der Gastgeberinnen, die Nykøbing in Perfektion mit deren eigenen Stärken schlugen. Nach 43 Minuten konterte Lauenroth zum 29:18. Susann Müller legte mit ihrem achten Treffer nach. Die Partie war einseitig geworden.

Unter anderem durch die beiden Empty-Net-Treffer von Naidzinavicius zum 35:21 (50.) wurde der Vorsprung der SG immer größer. Martin Albertsen ließ dabei das Gros seiner ersten Sieben weiter auf dem Feld und wechselte nur punktuell. So rückten Biltoft, Hundahl und Smeets aufs Feld, während Wøller bereits Feierabend hatte. Naidzinavicius übernahm teils den Regisseurs-Posten von Visser. Nach 55 Minuten kam Nina Müller zurück. Von den Rängen gab es rhythmischen Applaus für die Energieleistung, die die Gastgeberinnen gezeigt hatten. Die Arena verstummte zwar angesichts des 4:0-Laufs der Däninnen auf 38:27 (59.) kurz. Bis zum Abpfiff fielen keine weiteren Treffer mehr.

SG BBM Bietigheim
Roch (n.e.), Salamakha 8 Paraden, Wester 2 P. - Biltoft, Visser 4, Lauenroth 5, Mack 1, N. Müller 5, Smeets 1, Schulze, Eriksen, Naidzinavicius 2, Hundahl, Wøller 2, S. Müller 10, Malestein 8/3

NFH Nykøbing
Sahlholdt 4 P., Vind 4 P. - L. Kristensen, E. Westberg, Hagman 5/3, J. Westberg 5, Gravholt 6, Navne, Iversen, Holmsgaard 1, Pedersen, Kongsted, Ebbesen 1, C. Kristiansen 2, K. Kristiansen 4, Costa 2