24.02.2007 08:14 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß - hbvf.de

Frisch Auf Frauen in Blomberg vor Entscheidungsspiel

Es sind die viel zitierten "Wochen der Wahrheit", die nun in der Frauenbundesliga anbrechen. Besonders spannend ist der Kampf gegen den Abstieg. Mittendrin der Aufsteiger aus Göppingen als Tabellenvorletzter mit derzeit neun Punkten. Dem rettenden Ufer wesentlich näher ist die HSG Blomberg/Lippe als Achter mit zwölf Zählern, und aufgrund des schlechten Torverhältnisses benötigt Göppingen aus den restlichen Begegnungen gegen Blomberg, Oldenburg (auswärts) und Dortmund möglichst alle Zähler. Schwer wird diese Mission von Beginn an, denn Blomberg hat nach der knappen Niederlage in Ketsch eine Menge Wut im Bauch und ist extrem heimstark. Das Spiel, das am Samstag bereits um 16:30 Uhr angepfiffen wird, wird sicherlich über den größeren Einsatz entschieden – Die Schwaben hoffen dabei darauf, Tine Dangel wieder an Bord zu haben.

FAG hofft auf den Einsatz von Christine DangelFAG hofft auf den Einsatz von Christine Dangel
Quelle: Axel Dach
Göppingen setzt vor dem Spiel alles daran, eine gute Erfolgsgrundlage zu schaffen. Faktor eins soll das Hotel sein, denn die Mannschaft übernachtet dort, wo sie auch bei den Siegen in Buxtehude und Oldenburg abgestiegen ist. Faktor zwei könnte Tine Dangel sein, die agile Kreisläuferin und Abwehrspezialistin feierte nach ihrem Nasenbeinbruch gegen Leverkusen ihr Comeback, ihr Einsatz in Blomberg ist allerdings noch nicht gesichert. Faktor drei, wie immer der wichtigste, ist - und wäre auch ohne Dangel: Das Team und die Fähigkeit, miteinander an einem Strang zu ziehen.

Denn Blomberg ist ein Gegner mit einer sehr unbequemen Spielweise. Über eine agile und ballorientierte 3:2:1, die übrigens mit DHB-Spielerin Natalie Hagel über einen starken Rückhalt verfügt, setzen die Ostwestfalen alles daran, das gegnerische Angriffsspiel schon im Ansatz zu stören und zu Tempogegenstößen zu kommen, die Göppingen aus dem Hinspiel zur Genüge bekannt sind. Faktor vier wäre also eine hohe Ballsicherheit, immer wieder ein Göppinger Problem und eine Sache der Konzentration.

Mangelnde Konzentration war es auch, die Blomberg in Ketsch schlussendlich den Erfolg und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt vermasselte. Doch Blomberg hat weiterhin drei Zähler mehr als Göppingen und hat daher keine akuten Abstiegssorgen. Die restlichen Gegner und die Aussicht, den Klassenerhalt erst am letzten Spieltag in Buxtehude zu sichern, dürfte - neben der Scharte des Ketsch-Spiels - dennoch ein gutes Stimulans sein, schon gegen Göppingen die Entscheidung zu finden und das letzte Saisonspiel als "Kür" zu nutzen. Hinzukommt eine gute Heimbilanz, die Blomberg bisher zehn Punkte einbrachte und eine überlegene Leistung beim Spiel in Geislingen, als die Göppingerinnen völlig desolat auftraten. Zwar trat Göppingen damals ohne Jessica Schulz an, aber die Favoritenstellung der Lipperinnen scheint festzustehen.

Ein Blick auf die Tabelle verdeutlicht noch einmal die Brisanz, die im Samstag steckt. Göppingen könnte bekanntlich nach einem Sieg bis auf einen Zähler an Blomberg herankommen, jedoch könnte Ketsch in Oldenburg im Erfolgsfall weiter vorne weg ziehen oder Dortmund bei einem Sieg gegen den Ersatz geschwächten Thüringer HC gar die rote Laterne an Göppingen übergeben. Eine Konstellation, die für die weiteren Partien einen großen Druck auferlegen würde. Ketsch ist mit dem Sieg in Göppingen und gegen Blomberg quasi schon außen vor und hat ein fast identisches Restprogramm wie die Schwaben. Nur Buxtehude bliebe mit ebenfalls elf Zählern aufgrund des schweren Restprogramms, das maximal noch Punkte gegen Blomberg ermöglicht, auch im Falle einer Göppinger Niederlage am Samstag einholbar.