03.04.2017 08:02 Uhr - 1. Bundesliga - PM NSU

Neckarsulm bietet dem Thüringer HC mächtig Paroli

Dinah Eckerle war ein wichtiger RückhaltDinah Eckerle war ein wichtiger Rückhalt
Quelle: sportseye.de
Vor dem kommenden Heimspiel gegen den SVG Celle wollte die Neckarsulmer Sport-Union im schweren Spiel beim deutschen Mester Thüringer HC so lange wie möglich dagegen halten und Selbstvertrauen tanken - und dies gelang: Sechzig Minuten lang ärgerte die Sport-Union den THC gehörig und konnte trotz der knappen 24:26-Niederlage erhobenenen Hauptes und zufrieden die Heimfahrt starten. Die Punkte, die Neckarsulm im Abstiegskampf sehr gut getan hätten, gehen aber auf des Konto der derzeitigen Tabellenzweiten. Die erfolgreichsten Werferinnen waren für Neckarsulm Maike Daniels mit acht und für den THC Katrin Engel mit sieben Toren. Mit 14 Paraden hielt Dinah Eckerle den THC im Spiel.

In den ersten Spielminuten waren beide Torhüterinnen die Hauptakteure - je zwei Paraden zeigten Dinah Eckerle und Melanie Hermann. Dann aber legten die Gäste zum 2:0 vor und der THC blieb bei schlecht vorbereiteten Würfen und nervösen Passaktionen. Erst nach sieben Minuten konnte Manon Houette erstmals Österreichs Nationaltorhüterin Melanie Melanie Hermann überwinden. Und auch in den Folgeminuten schwächelte der Thüringer HC, ließ vorn Chancen aus - Manon Houette scheiterte von der Strafwurfmarke - und lag nach 15 Minuten mit 4:6 zurück.

Bei der NSU hatten Maike Daniels und Alina Vojtiskova die Lücken in der Abwehr bestraft und fanden auch mehrfach die am Kreis klug agierende Seline Ineichen, die sich mit drei Toren in dieser Phase in die Liste eintrug. Dabei fehlten bei Neckarsulm Katrin Rüttinger und Nives Ahlin. Bei den Thüringerinnen wurden Szimonetta Planeta, Iveta Luzumova und Jana Krause verletzungsbedingt vermisst.

Während Beate Scheffknecht immer wieder an ihrer Nationalteamkollegin Melanie Hermann scheiterte, erkämpfte Kerstin Wohlbold mit starker Eins-gegen-Eins Aktion den 6:7 Anschlusstreffer für den Favoriten. Als Manon Houette dann freigespielt den Ball aber über den Kasten wuchtete, sah Herbert Müller Gesprächsbedarf. Doch auch das half vorerst nichts: Beate Scheffknecht rutschte der Ball aus der Hand und Hannah Breitinger verwandelte den nächsten Strafwurf zum 6:8 aus THC-Sicht.

Dank einer starken Abwehr und Melanie Herrmann im Tor ging die Sport-Union durch Tore von der stark aufspielenden Maike Daniels, Alla Vojtiskova und Seline Ineichen wieder mit zwei Toren in Führung, verpasste es aber gegen Dinah Eckerle im THC-Tor diese mit in die Kabine zu nehmen. Fünf Minuten vor der Pause hatten die Gastgeberinnen dann das 8:8 erzielt – zwei Torchancen zu einer THC-Führung wurden aber vergeben. Mit einem starken Seitschlagwurf konnte Maike Daniels die Gäste so wieder in Führung bringen. Eine Energieleistung von Kerstin Wohlbold und ein Tempogegenstoß von Macarena Aguilar Diaz brachten dem THC noch ein schmeichelhaftes 11:10 zur Pause.

Herbert Müllers Halbzeitansprache hatte gewirkt: Binnen drei Minuten hatten seine Frauen nach Wiederbeginn auf 13:10erhöht – aus dem Rückraum hatte Anika Niederwieser trotz Handicap getroffen. Doch dank der Treffsicherheit und variabler Wurftechnik von Maike Daniels blieb Neckarsulm dran. Der Unterschied in der Tabelle war nicht zu bemerken - weder auf dem Parkett noch auf der Anzeigetafel, auf der ein 15:14 prangte. Doch beim 20:17 zog der THC dann wieder auf drei Tore davon, dank der Treffer von Kerstin Wohlbold und Lydia Jakubisova, die ins leere Tor des Gegners getroffen hatte. Auch ein parierter Siebenmeter durch Dinah Eckerle sorgte für Rückenwind.

Die Gäste zeigten sich aber vom ersten deutlicheren Rückstand unbeeindruckt, mit zwei Kreisläuferinnen stellten sich die Deckung des Thüringer HC vor neue Probleme und kamen wieder auf zwei Tore heran. Katrin Engel setzte für den THC von der Siebenmeterlinie den wichtigen Treffer zum 25:22, doch der Vorsprung schmolz. Engel setzte einen Siebenmeter an den Pfosten und auf der Gegenseite gelang Maike Daniels beim 25:24 sogar der Anschluss. Doch die Gastgeberinnen spielten nun ihre Routine aus, holten durch Niederwieser einen weiteren Siebenmeter heraus und diesmal zeigte sich Katrin Engel treffsicher: Das 26:24 sicherte dem amtierenden Meister beide Punkte.

"Wir haben dem deutschen Meister sechzig Minuten lang Paroli geboten. Die uns vorgenommenen taktischen Vorgaben haben die Mädels super umgesetzt. Die, heute und hier, gezeigte Leistung macht mich stolz und glücklich und gibt uns viel Kraft und Selbstvertrauen für die kommenden Spiele. Mit etwas Glück hätten wir hier etwas Zählbares mitnehmen können, das hätte uns natürlich sehr gut getan. Am Ende gewinnt der THC glücklich, aber nicht unverdient", sagte NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic nach Spielende.

"So spannend wollten wir es heute nicht machen", erklärte THC-Coach Herbert Müller. "Aber wenn man allein in der ersten Halbzeit sechzehn freie Würfe vergibt, geht man eben nur mit plus eins in die Pause. In der zweiten Halbzeit war dann etwas mehr Biss drin und Dinah war heute unsere Lebensversicherung. Wir haben auch nach der Vier-Tore-Führung keine Sicherheit bekommen, und es war am Ende ein Arbeitssieg. Es zählen die zwei Punkte und es war wichtig, dass der kleine Kader bis zum Ende gebissen hat. Es werden noch ganz schwere Wochen und Spiele jetzt, da die Verletztensituation noch schlimmer wird, denn Iveta Luzumova fällt auch vier bis fünf Wochen aus.