23.02.2007 03:00 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm - VfL Oldenburg

Personal-Puzzle beschäftigt VfL-Trainer: Oldenburg will gegen Ketsch Sieg erkämpfen

Magdalena Urdea fällt weiter ausMagdalena Urdea fällt weiter aus
Quelle: Christopher monz
Mitunter ist es kompliziert, die richtige Wahl in Sachen Aufstellung zu treffen. Vor der Handball-Bundesliga-Partie des VfL Oldenburg gegen die TSG Ketsch (Samstag, 16.30 Uhr, EWE Arena) müssen die VfL-Verantwortlichen gleich mehrere Faktoren berücksichtigen. Denn nach dem Abgang der Spielerinnen Irina Pusic sowie Milica Danilovic und den möglichen Ausfällen von Torfrau Heike Zornow (Schmerzen am Arm) und Magdalena Urdea (Armbruch) stehen nicht weniger als sieben Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft im VfL-Kader. Kompliziert wird es für Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki (und die Verantwortlichen der Zweiten) aber auch, da das VfL-Zweitliga-Team noch am gleichen Abend in der Robert-Schumann-Halle auf die TSG Wismar trifft. 

So werden sich Anna Badenhop, Sarah Everding, Alexandra Temp, Wiebke Kethorn, Julia Renner, Thalke Bitter und Kim Birke nicht lange am Ort des Erstliga-Spieles aufhalten, wenn gegen 18 Uhr der Ausgang feststeht. „Das wird eine schöne Rennerei“, weiß Heike Schmidt, Trainerin der Zweiten, die vor der Partie gegen den Tabellendritten betont: „Die Verletzungsgefahr ist bei so einer Belastung einfach höher. Wir werden genau aufpassen, dass wir niemanden verheizen.“ 
 
Nichts anderes als einen Sieg will vorher die Erste einfahren. „Wir wollen konzentriert und seriös an diese Aufgabe herangehen. Auch wenn wir gegen Ketsch im Hinspiel (37:28) und in den beiden Spielen der vergangenen Saison gewonnen haben, müssen wir unsere beste kämpferische Leistung abrufen“, sagt Krowicki, der bei seinem Team schon vor und während des Spiels beim Thüringer HC (25:27) vergangenen Samstag eine positive Reaktion festgestellt haben will. „Das war kein Vergleich zu den Vorwochen. Das Team ist zusammengerückt“, sagt auch Teammanager Henning Balthazar und Torwarttrainer Sascha Vorontsov bemerkt: „Das war eine ganz andere Mannschaft auf der Platte. Jeder hat für den Anderen gekämpft. Mit dieser Einstellung lassen wir diese Krise ganz schnell hinter uns.“ 
 
Ob Zornow und Urdea gegen den Drittletzten helfen, ist aber unklar. Urdea, bei der am gestrigen Mittwoch die Gipsmanschette entfernt worden ist, hat ganze drei Tage, um wieder „Gefühl für den Ball zu entwickeln“ (Krowicki). Torhüterin Zornow kann derzeit nur eingeschränkt trainieren.  
 
So oder so müssen auch die jungen Spielerinnen ran. Mit zeitweise vier Handballerinnen, die auch in der Zweiten spielen, agierte der VfL beim THC – geschadet hatte es dem Oldenburger Spiel nicht. Vielleicht kann die Sieben auch die Euphorie mit in die Bundesliga-Truppe miteinbringen, die seit Anfang des Jahres bei der Zweiten fast greifbar ist. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, formuliert Kreisläuferin Kethorn stellvertretend mehr eine Aufforderung als eine Frage. 
 
Die stark abstiegsbedrohten Gäste aber wittern ob der VfL-Schwäche mit nunmehr sieben Pflichtspielniederlagen in Folge Morgenluft. „Wir haben schon einmal bewiesen, dass wir im Abstiegskampf die Nerven behalten können“, sagt Ketschs Trainerin Karin Euler („Beim VfL tanzt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt der Bär“) und Spielführerin Jeannette Ullrich kündigt an: „Auch in Oldenburg ist was möglich.“ Wasser auf die Mühlen des Optimismusses war der wichtige 29:28-Sieg am Samstag gegen Blomberg. 
 
Frei von Sorgen reist aber auch die TSG nicht in den Norden. Nach dem Spiel in der Arena hat das Team aus der Kurpfalz wahrscheinlich nur noch am 17. März gegen Borussia Dortmund die Chance zu punkten. Leipzig und Nürnberg, die Gegner an den letzten beiden Spieltagen, sind wohl zu stark. Nicht dabei sind Simone Kuhn (Ermüdungsbruch) und Natalie Augsburg (Fingerbruch). Letztere wechselt im Sommer nach Leipzig.